In Kärnten sorgt ein Skandal um die Jagd auf Wölfe für Entsetzen und Empörung. ÖVP-Landesrat Martin Gruber steht im Kreuzfeuer der Kritik, weil er angeblich eine blutige Wolfsjagd vorantreibt, die an mittelalterliche Zeiten erinnert. Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Gruber soll seine Amtsmacht missb
In Kärnten sorgt ein Skandal um die Jagd auf Wölfe für Entsetzen und Empörung. ÖVP-Landesrat Martin Gruber steht im Kreuzfeuer der Kritik, weil er angeblich eine blutige Wolfsjagd vorantreibt, die an mittelalterliche Zeiten erinnert. Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Gruber soll seine Amtsmacht missbrauchen, um mit fragwürdigen Verordnungen die Ausrottung der Wölfe in Kärnten voranzutreiben.
Der Vorwurf: Gruber habe 600 Abschussbefehle für Wölfe erteilt, von denen bereits 22 vollstreckt wurden. Die Dunkelziffer der getöteten Tiere ist unbekannt, doch die Zahlen sind alarmierend. Die Kritik kommt von DDr. Martin Balluch, der als Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) scharfe Worte findet. Er spricht von einer 'Steinzeitmentalität' und wirft Gruber vor, den Rechtsstaat zu untergraben, indem er die Aarhuskonvention umgeht.
Laut Balluch ist Kärnten das einzige Gebiet weltweit, in dem auf so kleiner Fläche ein derart rücksichtsloses Vorgehen gegen den Wolf erfolgt. Besonders empörend: Die Abschüsse finden im Mai statt, wenn Wölfe ihre Jungen ernähren müssen. Das Resultat: verwaiste Wolfswelpen, die elendig verhungern. Ein Szenario, das Balluch zufolge Gruber kalt lässt, sonst würde er etwas dagegen unternehmen.
Balluch geht noch weiter und prangert die Umgehung des Rechtsstaats im Tierschutz an. In Österreich sei es unmöglich, im Namen der Tiere zu klagen, und die Behörden könnten, so Balluch, unbehelligt Gesetze brechen. Die Bescheidbeschwerde, ein von der EU anerkannter Rechtsweg, wird durch Grubers Verordnungen ausgehebelt. Balluch nennt das schlichtweg Korruption und eine Schande für Österreich.
Seit 12 Jahren ist der Tierschutz als Staatsziel in der österreichischen Bundesverfassung verankert, doch die aktuelle Praxis steht in krassem Widerspruch dazu. Kritiker werfen Gruber und seinen Unterstützern vor, den Tierschutz nicht einmal buchstabieren zu können.
Die Situation in Kärnten wird von Balluch als mittelalterlich beschrieben, und er warnt davor, dass bald zu noch drastischeren Maßnahmen wie Wolfsangeln oder Gift gegriffen werden könnte, um die Tiere auszurotten. Die dramatische Schilderung der Ereignisse in Kärnten löst landesweit Bestürzung aus und wirft ein düsteres Licht auf die aktuelle Tierschutzpolitik.
Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass der Druck auf Gruber und die Landesregierung wächst, und die Forderungen nach einem Ende der umstrittenen Wolfsjagd lauter werden.