Während sich Österreicherinnen und Österreicher auf das Osterfest vorbereiten, offenbart sich hinter den bunten Schokohasen eine düstere Realität: Der weltweite Hunger nach Kakao hat Folgen für Wälder und Artenvielfalt.
Während sich Österreicherinnen und Österreicher auf das Osterfest vorbereiten, offenbart sich hinter den bunten Schokohasen eine düstere Realität: Die Nachfrage nach Kakao trägt zur Entwaldung bei und gefährdet die Artenvielfalt. Mit einem Jahreskonsum von rund acht Kilogramm Schokolade pro Person liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Die Naturschutzorganisation WWF fordert deshalb mehr Nachhaltigkeit und entwaldungsfreie Lieferketten in der Schokoladenindustrie.
Kakao zählt zu den meistgehandelten Agrarrohstoffen weltweit und ist ein wesentlicher Treiber von Entwaldung. Entwaldung beschreibt den dauerhaften Verlust von Waldflächen durch menschliche Aktivitäten, wobei ganze Ökosysteme unwiederbringlich zerstört werden können.
Die österreichischen Kakao-Importe stammen hauptsächlich aus Westafrika, wo Kakaoproduktion oft in Monokulturen erfolgt. Solche Produktionsformen können die Biodiversität beeinträchtigen und sind anfälliger für Klimaextreme.
Die Situation verschärft sich durch die Klimakrise: Extremwetterereignisse wie länger anhaltende Dürreperioden, Starkregen oder Überflutungen können zu geringeren Erträgen und schlechterer Qualität oder sogar zerstörten Ernten führen. "Die Klimakrise sorgt für eine regelrechte Schokoladen-Krise", sagt Dominik Heizmann vom WWF Österreich. Dies treibt auch die Forderung nach nachhaltigerem Kakaoanbau an.
Der WWF setzt sich unter anderem im Amazonasgebiet und im Kongobecken für natürliche Anbaumethoden von Kakao ein. In Kolumbien unterstützt der WWF Kleinbäuer:innen, die Kakao in vielfältigen Agroforstsystemen anbauen. Diese Methoden können dazu beitragen, ehemals entwaldete Flächen wiederherzustellen und Lebensräume zu schützen. Nachhaltiger Kakaoanbau bietet den Menschen zugleich Alternativen zu illegale n Aktivitäten.
Wer zum Schutz der Regenwälder beitragen möchte, sollte Schokolade mit Herkunftskennzeichnung sowie mit Siegeln für soziale und ökologische Standards kaufen – und kann damit gerade zu Ostern ein Zeichen für Fairness setzen, so Dominik Heizmann vom WWF Österreich.
Eine Orientierung bietet die Chocolate Scorecard, die von NGOs wie dem WWF und Partnern aus der Wissenschaft erstellt wird. Sie bewertet Schokoladenhersteller, Kakaohändler und Supermärkte nach sozialen und ökologischen Kriterien.
Als wichtigste und effizienteste Maßnahme fordert der WWF eine starke EU-Entwaldungsverordnung. "Unser Konsum in Europa hat gravierende Auswirkungen auf Natur und Menschen in anderen Ländern. Die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass keine Regenwaldabholzung in unseren Regalen landet", sagt Dominik Heizmann vom WWF Österreich. Darüber hinaus fordert der WWF höhere Standards und transparente Zertifizierungen für den Anbau von Kakao, damit Konsument:innen nachhaltige Entscheidungen treffen können.