In den letzten Jahren hat die Welt eine beispiellose Welle der Waffengewalt erlebt, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Am 23. Juli 2025 strahlt der ORF ein WELTjournal aus, das sich mit einem der erschütterndsten Themen unserer Zeit befasst: den Amokläufen an Schulen. Diese Dokumentation trägt
In den letzten Jahren hat die Welt eine beispiellose Welle der Waffengewalt erlebt, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Am 23. Juli 2025 strahlt der ORF ein WELTjournal aus, das sich mit einem der erschütterndsten Themen unserer Zeit befasst: den Amokläufen an Schulen. Diese Dokumentation trägt den aufrüttelnden Titel „Mein Sohn, der Amokschütze“ und beleuchtet die tragischen Geschichten hinter den Schlagzeilen.
Die USA sind bekannt für ihre hohe Schusswaffendichte. Laut Statistiken gibt es in den USA mehr Waffen als Einwohner, was das Land zum Epizentrum der schulischen Amokläufe macht. Im Jahr 2025, so berichtet die Quelle ORF, sterben täglich durchschnittlich 123 Menschen durch Waffengewalt, viele davon an Schulen.
Das WELTjournal gibt den Eltern von Amokläufern eine Stimme. Diese Eltern stehen oft im Kreuzfeuer der Kritik und sind mit Schuldzuweisungen konfrontiert. Doch was geht wirklich in ihnen vor? Eine Mutter eines der berüchtigten Columbine-Amokläufer von 1999 spricht über ihre Erfahrungen. Sie erzählt von Fassungslosigkeit, Scham und der unendlichen Trauer, die sie seit dem Tag des Amoklaufs begleiten.
„Nichts kann Sie auf den Moment vorbereiten, in dem Sie erfahren, dass Ihr Kind zu einem Mörder geworden ist“, sagt eine Mutter, die anonym bleiben möchte. „Die Welt bricht zusammen, und man fragt sich, ob man als Elternteil versagt hat.“
Im Anschluss an das WELTjournal wird die Dokumentation „Schusswunden – eine amerikanische Epidemie“ gezeigt. Diese Dokumentation beleuchtet die alltägliche Realität der Waffengewalt in den USA aus der Perspektive von Unfallchirurgen. Dr. Amy Goldberg aus Philadelphia berichtet, dass sie an einem normalen Arbeitstag drei Schussopfer behandelt. „Es ist eine endlose Welle des Leidens“, erklärt sie.
Die USA sind seit langem ein Land, in dem der Besitz von Schusswaffen tief in der Kultur verwurzelt ist. Der zweite Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der das Recht auf Waffenbesitz garantiert, wird oft als unantastbar angesehen. Dies führte zu einem enormen Anstieg der Waffen im Umlauf.
Im Vergleich dazu hat Österreich, wie viele europäische Länder, wesentlich strengere Waffengesetze. Nach dem Amoklauf an einer Grazer Schule im Juni 2025 wurden die Rufe nach noch strengeren Kontrollen lauter. Diese unterschiedlichen Ansätze zeigen, wie kulturelle und gesetzliche Rahmenbedingungen die Häufigkeit von Gewalttaten beeinflussen können.
Die Folgen der Waffengewalt sind weitreichend. Schulen, die einst als sichere Zufluchtsorte galten, werden nun zu potenziellen Tatorten. Eltern, Lehrer und Schüler leben in ständiger Angst vor dem nächsten Amoklauf. Psychologen berichten von einem Anstieg der Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen.
Ein Psychologe erklärt: „Kinder sollten sich in der Schule sicher fühlen. Wenn das nicht der Fall ist, kann das gravierende Auswirkungen auf ihre Entwicklung und ihr Wohlbefinden haben.“
Die Frage, wie diese Epidemie eingedämmt werden kann, bleibt zentral. Viele Experten fordern strengere Waffengesetze und eine verbesserte psychische Gesundheitsversorgung. Doch der Weg dorthin ist steinig. Politische Interessen und Lobbygruppen, wie die National Rifle Association (NRA), haben erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung in den USA.
Ein Sicherheitsexperte meint: „Die Lösung liegt nicht nur in der Gesetzgebung, sondern auch in der Veränderung der gesellschaftlichen Einstellung zu Waffen. Bildung und Aufklärung sind entscheidend.“
Das WELTjournal und die dazugehörige Dokumentation bieten einen tiefen Einblick in ein komplexes und emotional aufgeladenes Thema. Sie zeigen, dass hinter den Schlagzeilen echte Menschen stehen, die mit den Folgen der Waffengewalt leben müssen.
Am Ende bleibt die Hoffnung, dass durch Aufklärung und Diskussionen ein Wandel möglich ist. Denn jedes Leben, das durch Waffengewalt verloren geht, ist eines zu viel.