In Österreich spitzt sich die Lage dramatisch zu: Über 50.000 Menschen haben bereits in diesem Jahr die Hilfe der Caritas-Sozialberatungsstellen in Anspruch genommen. Mit ihren Familien sind das rund 106.000 Menschen – ein erschreckender Anstieg um fast 40 % seit 2022. Die Hauptursache: die unaufhal
In Österreich spitzt sich die Lage dramatisch zu: Über 50.000 Menschen haben bereits in diesem Jahr die Hilfe der Caritas-Sozialberatungsstellen in Anspruch genommen. Mit ihren Familien sind das rund 106.000 Menschen – ein erschreckender Anstieg um fast 40 % seit 2022. Die Hauptursache: die unaufhaltsame Teuerungswelle, die vor allem im Energiebereich zuschlägt.
Die Generalsekretärin der Caritas Österreich, Anna Parr, spricht Klartext: „Armut ist Alltag für viele. Diese Menschen können nicht sparen, sie können sich das Nötigste nicht leisten!“ Besonders alarmierend: Nach Abzug der Wohn- und Energiekosten bleiben den Betroffenen nur noch 15 Euro pro Tag für Essen, Kleidung und andere lebenswichtige Dinge.
Die Regierung zeigt sich unnachgiebig: Geplante Kürzungen beim Klimabonus und der Inflationsanpassung bei Familienleistungen treffen die Schwächsten der Gesellschaft. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen, Mehrkindfamilien und Alleinerziehende – und damit vor allem Frauen und Kinder.
Obwohl das Doppelbudget auch positive Ansätze wie ein zweites Kindergartenjahr enthält, sind die Details zu diesen Maßnahmen noch unklar. Die bereits angekündigten Kürzungen werden jedoch sofort spürbar sein und den Druck auf armutsbetroffene Haushalte weiter erhöhen.
Die Statistik der Caritas-Sozialberatung zeigt ein düsteres Bild: Frauen machen 55 % der Hilfesuchenden aus. Sie sind es, die oft zusätzlich zur Care-Arbeit schlecht bezahlte Jobs übernehmen müssen, um ihre Familien über Wasser zu halten. Ohne finanzielle Unterstützung durch Familienleistungen ist ihr Überleben gefährdet.
Die Caritas fordert die Regierung auf, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und stattdessen auf Solidarität zu setzen. „Ein Budget muss auf Solidarität setzen. Das bedeutet, dass nicht alle gleich viel beitragen können. Armutsbetroffene Menschen und Familien müssen geschützt werden“, mahnt Anna Parr eindringlich.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen die Beibehaltung der Valorisierung der Familienleistungen, einen sozial gestaffelten Klimabonus und die schnelle Einführung einer Kindergrundsicherung. Nur so kann den Betroffenen nachhaltig geholfen werden.
Die Zeit drängt, denn die Armut in Österreich nimmt zu. Es ist höchste Zeit, dass die Politik handelt, um die wachsende Not zu lindern und niemanden zurückzulassen.