In Bregenz kommt es zu einer aufsehenerregenden Aktion: Eine Tierschützerin verbringt 24 Stunden auf einem sogenannten strukturierten Vollspaltenboden. Der Schauplatz dieser Protestaktion ist die Seepromenade, direkt neben dem Platz der Menschenrechte. Diese Aktion des Vereins gegen Tierfabriken (VG
In Bregenz kommt es zu einer aufsehenerregenden Aktion: Eine Tierschützerin verbringt 24 Stunden auf einem sogenannten strukturierten Vollspaltenboden. Der Schauplatz dieser Protestaktion ist die Seepromenade, direkt neben dem Platz der Menschenrechte. Diese Aktion des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) soll auf das Leid der Schweine aufmerksam machen, das trotz eines vermeintlichen Verbots der Vollspaltenböden in Österreich weiterhin gesetzlich erlaubt bleibt.
Ein Vollspaltenboden ist ein Boden aus Beton, der mit Schlitzen oder Spalten versehen ist. Diese Konstruktion ermöglicht es, dass der Kot und Urin der Tiere durch die Spalten in darunterliegende Güllekanäle abfließen können. Dies wird in vielen Schweinehaltungsbetrieben eingesetzt, um die Reinigung der Ställe zu erleichtern. Allerdings steht diese Art der Tierhaltung in der Kritik, da sie den Schweinen kaum natürlichen Lebensraum bietet und gesundheitliche Probleme wie Gelenkserkrankungen und Verhaltensstörungen verursachen kann.
Die Diskussion um Vollspaltenböden ist nicht neu. Bereits seit den 1990er-Jahren gibt es in Europa Bestrebungen, tierfreundlichere Haltungsbedingungen zu schaffen. Länder wie Schweden und die Schweiz haben strenge Tierschutzgesetze erlassen, die den Einsatz von Vollspaltenböden stark einschränken oder gar verbieten. In Österreich hingegen wurde erst im Mai 2025 ein Gesetz verabschiedet, das den unstrukturierten Vollspaltenboden bis 2038 verbietet, jedoch den strukturierten Boden als Mindeststandard festlegt.
Die Tierschützerin, die 24 Stunden auf dem strukturierten Vollspaltenboden verbringt, möchte mit ihrer Aktion auf die Missstände in der Schweinehaltung aufmerksam machen. Der VGT plant, in den kommenden Wochen durch ganz Österreich zu touren und ähnliche Aktionen zu veranstalten, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Ein Sprecher des Vereins erklärte: "Diese Aktion ist notwendig, um der Öffentlichkeit die Augen zu öffnen. Die Bedingungen, unter denen Schweine in Österreich gehalten werden, sind inakzeptabel."
In anderen Bundesländern Österreichs gibt es unterschiedliche Ansätze zur Schweinehaltung. Während in Vorarlberg und Tirol vermehrt auf biologische Landwirtschaft gesetzt wird, ist in Niederösterreich und Oberösterreich die konventionelle Schweinehaltung mit Vollspaltenböden weit verbreitet. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Deutschland ebenfalls mit ähnlichen Herausforderungen kämpft, jedoch durch das Inkrafttreten neuer EU-Richtlinien bis 2027 gezwungen sein wird, tierfreundlichere Alternativen zu finden.
Die Auswirkungen der weiterhin erlaubten Vollspaltenböden betreffen nicht nur die Tiere, sondern auch die Konsumenten. Studien zeigen, dass Fleisch von Tieren, die unter stressigen Bedingungen gehalten werden, qualitativ minderwertiger ist. Zudem wächst in der Bevölkerung das Bewusstsein für Tierschutz, was sich in einer steigenden Nachfrage nach biologisch erzeugtem Fleisch und pflanzlichen Alternativen widerspiegelt.
Ein fiktiver Experte für Tierschutz und Landwirtschaft betont: "Die Zukunft der Tierhaltung liegt in nachhaltigen und tierfreundlichen Systemen. Der Markt wird zunehmend von Konsumenten bestimmt, die Wert auf das Wohl der Tiere legen. Die Politik muss hier nachziehen und klare Richtlinien setzen."
Die Entscheidung der österreichischen Bundesregierung, den strukturierten Vollspaltenboden als Mindeststandard festzulegen, wird von vielen als Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft und Forderungen von Tierschützern gesehen. Die Agrarlobby hat in Österreich einen starken Einfluss, was die Durchsetzung strengerer Tierschutzgesetze erschwert.
Die Aktion in Bregenz ist ein Weckruf für die österreichische Bevölkerung und die Politik. Die Tierschützer fordern nicht nur bessere Haltungsbedingungen für Schweine, sondern auch eine generelle Neuausrichtung der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl. Ob die Regierung diesen Forderungen nachkommen wird, bleibt abzuwarten.
Für weitere Informationen und zur Unterstützung der Kampagne besuchen Sie die offizielle Pressemitteilung.