Die Kunstwelt steht unter Schock: Der legendäre Wiener Galerist John Sailer ist verstorben. Mit ihm verliert Wien nicht nur eine Kultfigur, sondern auch einen unersetzlichen Förderer der österreichischen Avantgarde. Bürgermeister Michael Ludwig zeigte sich tief betroffen von der Nachricht und würdig
Die Kunstwelt steht unter Schock: Der legendäre Wiener Galerist John Sailer ist verstorben. Mit ihm verliert Wien nicht nur eine Kultfigur, sondern auch einen unersetzlichen Förderer der österreichischen Avantgarde. Bürgermeister Michael Ludwig zeigte sich tief betroffen von der Nachricht und würdigte Sailers unermesslichen Beitrag zur Kunstszene.
John Sailer, der 1974 die berühmte Galerie Ulysses ins Leben rief, war eine Schlüsselfigur im Kunstbereich. Die Galerie diente als Sprungbrett für Nachkriegsgrößen wie Bruno Gironcoli, Hans Hollein und Arnulf Rainer. Sailers Einfluss auf die Kunstszene ist unbestreitbar und sein Tod hinterlässt eine Lücke, die kaum zu füllen sein wird.
Die Geschichte von John Sailer ist geprägt von Dramatik und Abenteuer. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland musste der erst sechs Monate alte Sailer mit seiner Familie fliehen. Die Odyssee führte sie über Paris und Lissabon bis nach New York, bevor Sailer im Alter von neun Jahren nach Wien zurückkehrte. Dort schrieb er mit seiner Galerie internationale Kunstgeschichte.
Mit der Übersiedlung der Galerie Ulysses an den Opernring 21 begann eine neue Ära. Sailer organisierte Ausstellungen mit Werken von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Roy Lichtenstein und beriet namhafte Politiker wie Hertha Firnberg. Seine Expertise war weltweit gefragt, etwa für die Großausstellung 'Wien um 1900' im New Yorker Museum of Modern Art. Als Präsident des Verbands österreichischer Galerien setzte er sich unermüdlich für die Kunst ein.
Bürgermeister Ludwig betonte: „Mit John Sailer verliert die Kunstbranche in Wien und weltweit einen großen Kenner und Förderer. Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen.“