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Schneechaos in Niederösterreich: Kettenpflicht auf vielen Straßen

Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee sorgen für schwierige Verkehrsverhältnisse

20. Februar 2026 um 08:02
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Winterwetter legt Niederösterreich lahm. Zahlreiche Straßen mit Kettenpflicht, Schneeverwehungen in vielen Regionen.

Ein kräftiger Wintereinbruch hat Niederösterreich fest im Griff. Der Straßendienst des Landes meldet nahezu im gesamten Landesgebiet Schneefahrbahnen sowie abschnittsweise matschige Fahrbahnen. Die Neuschneemengen variieren je nach Region erheblich und stellen Autofahrer vor große Herausforderungen.

Unterschiedliche Schneehöhen je nach Region

Die Neuschneemengen zeigen ein deutliches regionales Gefälle. Im Industrieviertel, konkret in Gloggnitz, wurden mit bis zu 30 Zentimetern die höchsten Schneehöhen gemessen. Das Waldviertel verzeichnet rund um Krems bis zu 25 Zentimeter Neuschnee, während im Mostviertel bei Tulln und Kirchberg am Pielach bis zu 20 Zentimeter gefallen sind. Etwas glimpflicher kam das Weinviertel davon, wo bei Groß Enzersdorf "nur" bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gemessen wurden.

Die erforderlichen Räum- und Streueinsätze sind überall im Gange, dennoch können die Straßenverhältnisse als schwierig bis gefährlich eingestuft werden. Autofahrer müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen.

Umfangreiche Kettenpflichten erlassen

Aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse hat das Land Niederösterreich für zahlreiche Straßenabschnitte eine Kettenpflicht verhängt. Diese gilt unterschiedlich je nach Fahrzeuggewicht und Streckenabschnitt.

Kettenpflicht für alle Fahrzeuge

Unabhängig vom Fahrzeuggewicht müssen auf folgenden Strecken alle Kraftfahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet sein:

  • L 4188 und L 4189 im Bereich Hohe Wand
  • L 5217 zwischen Morigraben und Kirchberg bis Lilienfeld

Kettenpflicht ab 3,5 Tonnen

Für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gilt die Kettenpflicht auf einer Vielzahl von Bundesstraßen und Landesstraßen:

  • B 21 über den Ochsattel, das Gscheid und den Rohrersattel
  • B 20 über den Annaberg und den Josefsberg
  • B 23 über den Lahnsattel
  • B 18 über den Gerichtsberg
  • L 134 zwischen Gutenstein und Schwarzau im Gebirge
  • L 138 zwischen Miesenbach und Puchberg am Schneeberg
  • L 72 am Mühlbacher Berg von der Kreuzung mit der L 8304 bis Steinbach
  • B 41 von Steinbach bis Karlstift
  • B 71 über den Zellerrain
  • B 25 über den Grubberg
  • L 7078 von Maigen bis Purkersdorf
  • L 7133 von Gut/Steg bis Oberndorf
  • L 7255 zwischen Kleinpöchlarn und Nussendorf
  • B 36 zwischen Persenbeug und der L 7278

Verschärfte Regelungen für Schwerverkehr

Besonders strenge Regelungen gelten für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. Diese müssen auf folgenden Streckenabschnitten zwingend mit Schneeketten ausgerüstet sein:

  • B 1 über den Riederberg zwischen Ried am Riederberg und Gablitz
  • L 5303 von Hürm bis Schlatzendorf
  • L 5226 zwischen Plankenstein und Weißenbach

Fahrverbote für Sattelzüge

Auf zwei besonders neuralgischen Streckenabschnitten wurde ein komplettes Fahrverbot für Sattelkraftfahrzeuge verhängt. Betroffen sind die B 21 über das Gscheid sowie die B 23 über den Lahnsattel. Diese Maßnahme soll Verkehrsbehinderungen durch liegengebliebene Lkw verhindern.

Schneeverwehungen in zahlreichen Gemeinden

Zusätzlich zu den direkten Schneefällen sorgen Schneeverwehungen für weitere Verkehrsbehinderungen. Betroffen sind abschnittsweise die Räume um folgende Gemeinden:

  • Waldviertel: Groß Gerungs, Ottenschlag, Pöggstall, Dobersberg, Horn, Raabs an der Thaya, Zwettl
  • Weinviertel: Groß Enzersdorf, Laa an der Thaya, Mistelbach, Poysdorf, Wolkersdorf, Zistersdorf, Hollabrunn
  • Mostviertel: Kirchberg, Herzogenburg, St. Pölten, Pottenbrunn, St. Peter in der Au, Waidhofen an der Ybbs
  • Industrieviertel: Korneuburg, Spitz, Sierndorf

Frostige Temperaturen verstärken die Problematik

Die Temperaturen in den frühen Morgenstunden zeigten eine beträchtliche Spannweite und verstärken die Schwierigkeit der Verkehrssituation. Den niedrigsten Wert verzeichnete Groß Gerungs mit minus sieben Grad Celsius, während in Poysdorf und Gutenstein noch ein Grad über dem Gefrierpunkt gemessen wurde.

Diese Temperaturspreizung führt dazu, dass in manchen Gebieten der Schnee gefriert und vereiste Fahrbahnen entstehen, während in anderen Bereichen der Schnee zu Matsch wird, was ebenfalls die Fahrsicherheit erheblich beeinträchtigt.

Empfehlungen für Autofahrer

Angesichts der schwierigen Verhältnisse empfiehlt der niederösterreichische Straßendienst allen Verkehrsteilnehmern erhöhte Vorsicht. Fahrten sollten wenn möglich auf das Notwendigste beschränkt werden. Bei unvermeidbaren Fahrten sollten Autofahrer ausreichend Zeit einplanen und die Geschwindigkeit den Verhältnissen anpassen.

Besonders wichtig ist die korrekte Winterausrüstung. Neben Winterreifen sollten Schneeketten mitgeführt werden, auch wenn diese auf der geplanten Route nicht vorgeschrieben sind. Die Wetterverhältnisse können sich schnell ändern, und alternative Routen könnten eine Kettenpflicht erfordern.

Kontinuierliche Räumarbeiten im Gange

Der Straßendienst des Landes Niederösterreich ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Die Räum- und Streueinsätze laufen rund um die Uhr, um die Verkehrswege so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen. Dennoch kann es aufgrund der anhaltenden Schneefälle zu Verzögerungen kommen.

Verkehrsteilnehmer können sich über die aktuelle Verkehrslage beim NÖ Straßendienst unter der Telefonnummer 02742/9005-60268 oder per E-Mail unter [email protected] informieren. Auch die gängigen Verkehrsinformationsdienste und Apps liefern aktuelle Meldungen zur Verkehrssituation.

Die Wetterprognosen deuten darauf hin, dass sich die Situation in den kommenden Tagen entspannen könnte. Bis dahin ist jedoch mit anhaltenden Verkehrsbehinderungen zu rechnen, weshalb alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme aufgerufen sind.

Schlagworte

#Niederösterreich#Winterwetter#Verkehr#Schneeketten#Straßenverhältnisse

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