Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee sorgen für schwierige Verkehrsverhältnisse
Winterwetter legt Niederösterreich lahm. Zahlreiche Straßen mit Kettenpflicht, Schneeverwehungen in vielen Regionen.
Ein kräftiger Wintereinbruch hat Niederösterreich fest im Griff. Der Straßendienst des Landes meldet nahezu im gesamten Landesgebiet Schneefahrbahnen sowie abschnittsweise matschige Fahrbahnen. Die Neuschneemengen variieren je nach Region erheblich und stellen Autofahrer vor große Herausforderungen.
Die Neuschneemengen zeigen ein deutliches regionales Gefälle. Im Industrieviertel, konkret in Gloggnitz, wurden mit bis zu 30 Zentimetern die höchsten Schneehöhen gemessen. Das Waldviertel verzeichnet rund um Krems bis zu 25 Zentimeter Neuschnee, während im Mostviertel bei Tulln und Kirchberg am Pielach bis zu 20 Zentimeter gefallen sind. Etwas glimpflicher kam das Weinviertel davon, wo bei Groß Enzersdorf "nur" bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gemessen wurden.
Die erforderlichen Räum- und Streueinsätze sind überall im Gange, dennoch können die Straßenverhältnisse als schwierig bis gefährlich eingestuft werden. Autofahrer müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen.
Aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse hat das Land Niederösterreich für zahlreiche Straßenabschnitte eine Kettenpflicht verhängt. Diese gilt unterschiedlich je nach Fahrzeuggewicht und Streckenabschnitt.
Unabhängig vom Fahrzeuggewicht müssen auf folgenden Strecken alle Kraftfahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet sein:
Für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gilt die Kettenpflicht auf einer Vielzahl von Bundesstraßen und Landesstraßen:
Besonders strenge Regelungen gelten für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. Diese müssen auf folgenden Streckenabschnitten zwingend mit Schneeketten ausgerüstet sein:
Auf zwei besonders neuralgischen Streckenabschnitten wurde ein komplettes Fahrverbot für Sattelkraftfahrzeuge verhängt. Betroffen sind die B 21 über das Gscheid sowie die B 23 über den Lahnsattel. Diese Maßnahme soll Verkehrsbehinderungen durch liegengebliebene Lkw verhindern.
Zusätzlich zu den direkten Schneefällen sorgen Schneeverwehungen für weitere Verkehrsbehinderungen. Betroffen sind abschnittsweise die Räume um folgende Gemeinden:
Die Temperaturen in den frühen Morgenstunden zeigten eine beträchtliche Spannweite und verstärken die Schwierigkeit der Verkehrssituation. Den niedrigsten Wert verzeichnete Groß Gerungs mit minus sieben Grad Celsius, während in Poysdorf und Gutenstein noch ein Grad über dem Gefrierpunkt gemessen wurde.
Diese Temperaturspreizung führt dazu, dass in manchen Gebieten der Schnee gefriert und vereiste Fahrbahnen entstehen, während in anderen Bereichen der Schnee zu Matsch wird, was ebenfalls die Fahrsicherheit erheblich beeinträchtigt.
Angesichts der schwierigen Verhältnisse empfiehlt der niederösterreichische Straßendienst allen Verkehrsteilnehmern erhöhte Vorsicht. Fahrten sollten wenn möglich auf das Notwendigste beschränkt werden. Bei unvermeidbaren Fahrten sollten Autofahrer ausreichend Zeit einplanen und die Geschwindigkeit den Verhältnissen anpassen.
Besonders wichtig ist die korrekte Winterausrüstung. Neben Winterreifen sollten Schneeketten mitgeführt werden, auch wenn diese auf der geplanten Route nicht vorgeschrieben sind. Die Wetterverhältnisse können sich schnell ändern, und alternative Routen könnten eine Kettenpflicht erfordern.
Der Straßendienst des Landes Niederösterreich ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Die Räum- und Streueinsätze laufen rund um die Uhr, um die Verkehrswege so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen. Dennoch kann es aufgrund der anhaltenden Schneefälle zu Verzögerungen kommen.
Verkehrsteilnehmer können sich über die aktuelle Verkehrslage beim NÖ Straßendienst unter der Telefonnummer 02742/9005-60268 oder per E-Mail unter [email protected] informieren. Auch die gängigen Verkehrsinformationsdienste und Apps liefern aktuelle Meldungen zur Verkehrssituation.
Die Wetterprognosen deuten darauf hin, dass sich die Situation in den kommenden Tagen entspannen könnte. Bis dahin ist jedoch mit anhaltenden Verkehrsbehinderungen zu rechnen, weshalb alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme aufgerufen sind.