Am 5. Dezember 2025 lädt das Europäische Parlament zu einer besonderen Veranstaltung in Wien ein, die im Zeichen der Pressefreiheit steht. Anlass ist die Verleihung des renommierten Sacharow-Preises für geistige Freiheit. Diese Veranstaltung bietet nicht nur eine Plattform für den Austausch über die
Am 5. Dezember 2025 lädt das Europäische Parlament zu einer besonderen Veranstaltung in Wien ein, die im Zeichen der Pressefreiheit steht. Anlass ist die Verleihung des renommierten Sacharow-Preises für geistige Freiheit. Diese Veranstaltung bietet nicht nur eine Plattform für den Austausch über die aktuelle Lage der Medienfreiheit in autoritären Staaten, sondern auch die Möglichkeit, sich durch das Filmscreening von „Under the Grey Sky“ mit den Herausforderungen, denen sich Journalist:innen weltweit gegenübersehen, auseinanderzusetzen.
Der Sacharow-Preis, benannt nach dem russischen Physiker und Dissidenten Andrei Sacharow, wird seit 1988 vom Europäischen Parlament verliehen. Er ehrt Personen und Organisationen, die sich weltweit für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen. In diesem Jahr wurden die Journalist:innen Andrzej Poczobut aus Belarus und Msia Amaghlobeli aus Georgien ausgezeichnet. Beide stehen symbolisch für den unermüdlichen Kampf gegen Unterdrückung und für die Freiheit der Presse.
Pressefreiheit ist ein Grundpfeiler jeder Demokratie. Sie ermöglicht es Journalist:innen, ohne Angst vor Repressionen zu berichten und die Öffentlichkeit über Missstände zu informieren. In vielen Ländern ist diese Freiheit jedoch bedroht. Laut Reporter ohne Grenzen ist die Zahl der inhaftierten Journalist:innen weltweit besorgniserregend hoch. Der Sacharow-Preis rückt diese Problematik ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und unterstützt diejenigen, die für diese fundamentalen Rechte kämpfen.
Andrzej Poczobut, ein bekannter belarussischer Journalist, ist seit Jahren ein scharfer Kritiker des Regimes von Alexander Lukaschenko. Seine Berichterstattung über die politischen Repressionen in Belarus hat ihm internationale Anerkennung, aber auch zahlreiche Verhaftungen eingebracht. Seit 2021 verbüßt er eine achtjährige Haftstrafe in einer Strafkolonie, die unter harten Bedingungen erfolgt.
Msia Amaghlobeli, eine georgische Journalistin, wurde 2025 aufgrund ihrer Teilnahme an regierungskritischen Demonstrationen verhaftet. Sie wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, was sie zur ersten weiblichen politischen Gefangenen in Georgien seit der Unabhängigkeit machte. Ihre Inhaftierung hat internationale Proteste ausgelöst und sie zu einer Symbolfigur der prodemokratischen Bewegung in Georgien gemacht.
Österreich, bekannt für seine lebendige Medienlandschaft, steht ebenfalls vor Herausforderungen im Bereich der Pressefreiheit. Der jüngste Bericht der OSZE hebt hervor, dass trotz eines starken rechtlichen Rahmens für Medienfreiheit in Österreich, wirtschaftliche und politische Einflüsse auf die Medien zugenommen haben. Veranstaltungen wie die zum Sacharow-Preis in Wien sind daher von großer Bedeutung, um den Diskurs über Medienfreiheit zu fördern und Bewusstsein zu schaffen.
Die Veranstaltung am 5. Dezember 2025 im Top Kino in Wien bietet nicht nur ein Podiumsgespräch mit der Europaabgeordneten Lena Schilling, sondern auch die Vorführung des Films „Under the Grey Sky“. Dieser Film, inspiriert vom Schicksal der belarussischen Journalistin Katsiaryna Andreyeva, verdeutlicht die Gefahren, denen Journalist:innen in autoritären Staaten ausgesetzt sind. Die Teilnahme ist kostenlos, was es einer breiten Öffentlichkeit ermöglicht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich zu engagieren.
Die Geschichte der Pressefreiheit ist eine Geschichte des Kampfes. In Europa wurde die Pressefreiheit erstmals im 18. Jahrhundert gesetzlich verankert, doch der Weg zu einer freien und unabhängigen Presse war lang und steinig. In vielen Ländern mussten Journalist:innen um ihr Recht zu berichten kämpfen, oft unter Einsatz ihres Lebens. Der Sacharow-Preis erinnert an diese Kämpfe und würdigt diejenigen, die sich unermüdlich für die Freiheit der Presse einsetzen.
In Deutschland und der Schweiz sind die Rahmenbedingungen für Pressefreiheit gesetzlich stark verankert. Dennoch gibt es auch hier Herausforderungen, insbesondere im digitalen Bereich. Die Verbreitung von Falschinformationen und die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe stellen neue Gefahren für die Pressefreiheit dar. Im Vergleich dazu stehen Länder wie Belarus und Georgien vor wesentlich gravierenderen Herausforderungen, was die Relevanz des Sacharow-Preises unterstreicht.
Die Zukunft der Pressefreiheit hängt von der Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft ab, sich für diese Rechte einzusetzen. Der Sacharow-Preis und ähnliche Auszeichnungen spielen eine wichtige Rolle dabei, das Bewusstsein für die Gefährdung der Pressefreiheit zu schärfen und Unterstützung für bedrohte Journalist:innen zu mobilisieren. In einer zunehmend globalisierten Welt ist es entscheidend, dass Pressefreiheit als universelles Recht anerkannt und verteidigt wird.
Der Sacharow-Preis 2025 und die dazugehörige Veranstaltung in Wien sind ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Pressefreiheit. Sie erinnern uns daran, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist und dass es Mut und Entschlossenheit braucht, um sie zu verteidigen. Die Teilnahme an der Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich mit diesen wichtigen Themen auseinanderzusetzen und sich für die Rechte von Journalist:innen weltweit einzusetzen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite des Europäischen Parlaments.