Wien steht vor einem der größten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahrzehnte: Die lang ersehnte S1-Nordostumfahrung nimmt endlich konkrete Formen an. Nach jahrelangen politischen Diskussione...
Wien steht vor einem Stadtentwicklungsprojekt im Norden der Stadt: Die Asfinag hat die Vorarbeiten für den Nordteil der S1-Nordostumfahrung gestartet. Konkret geht es um den Freilandabschnitt zwischen Groß-Enzersdorf und dem Knoten Süßenbrunn. In die S1–Nordostumfahrung mündet künftig die Spange S1, die wiederum an die bereits in Bau befindliche Stadtstraße Aspern anknüpft.
Die Spange S1 sowie die Stadtstraße sind in der städtebaulichen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) behördlich vorgeschrieben und gehören zu den Voraussetzungen für die weitere Stadtentwicklung im Norden Wiens. Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima betont, dass durch diese Infrastruktur die Entwicklung der Seestadt fortgesetzt und weiterer leistbarer Wohnraum geschaffen werden soll. In der Seestadt Aspern sollen künftig 25.000 Menschen wohnen und an die 20.000 Menschen arbeiten oder ausgebildet werden, so Sima.
Während in der Seestadt Süd bereits 12.000 Menschen wohnen und Parks sowie Schulen errichtet wurden, ist der Nordteil mangels Straßenanbindung bislang noch nicht in Entwicklung geraten. Laut Sima stehen Bauträger bereit und warten auf die erforderliche Straßenanbindung, die für den Großteil der Seestadt Nord behördlich vorgeschrieben ist.
Die Asfinag finanziert die Nordostumfahrung aus Maut- und Vignetteneinnahmen. Der gewählte Freilandabschnitt zwischen Groß-Enzersdorf und dem Knoten Süßenbrunn betrifft den Nationalpark Donau-Auen nach Angaben der Asfinag beziehungsweise der Projektunterlagen nicht.
Der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy begrüßt die gestarteten Umsetzungsarbeiten für den Nordteil der S1 zwischen Groß-Enzersdorf und dem Knoten Süßenbrunn und verweist auf die Notwendigkeit einer Verkehrsentlastung für Wien und die Donaustadt. In der Donaustadt, so Nevrivy, soll die Infrastruktur mit dem Bevölkerungswachstum mithalten, damit Wohnungen, Arbeitsplätze, Kindergärten und Schulen versorgt werden können.