Am 12. Dezember 2025 veröffentlichte der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) eine alarmierende Analyse, die die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) in Österreich beleuchtet. Die Studie, durchgeführt vom Institut für Pharmaökonomische Forsc
Am 12. Dezember 2025 veröffentlichte der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) eine alarmierende Analyse, die die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) in Österreich beleuchtet. Die Studie, durchgeführt vom Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF), zeigt, dass RSV nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein enormes wirtschaftliches Problem darstellt. Besonders betroffen sind Risikogruppen wie Säuglinge und ältere Menschen, deren Behandlungskosten erheblich ins Gewicht fallen.
RSV, kurz für Respiratorisches Synzytial-Virus, ist ein Virus, das Atemwegserkrankungen verursacht, die besonders bei Säuglingen und älteren Menschen schwer verlaufen können. In Österreich erkranken jährlich etwa 3,2 Prozent der Bevölkerung an RSV, was über 295.000 Menschen betrifft. Die daraus resultierenden Kosten belaufen sich auf durchschnittlich 316,9 Millionen Euro pro Jahr.
Indirekte Kosten umfassen jene Ausgaben, die nicht direkt mit der medizinischen Behandlung in Zusammenhang stehen, sondern durch Arbeitsausfälle und Pflegefreistellungen entstehen. Laut der Studie des IPF machen diese indirekten Kosten etwa 82 Prozent der Gesamtkosten aus, was rund 258,7 Millionen Euro entspricht. In der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen gibt es jährlich etwa 85.000 Arbeitsausfälle und 820.000 Krankenstandstage aufgrund von RSV.
Die direkten Kosten, die sich auf medizinische Behandlungen beziehen, belaufen sich auf 58,1 Millionen Euro jährlich. Diese beinhalten Krankenhausaufenthalte, Intensivpflege und Arztkonsultationen. Besonders bei Säuglingen entfallen über 70 Prozent der direkten Kosten auf stationäre Aufenthalte. Bei Erwachsenen ab 60 Jahren spielen auch die Kosten für Medikamente eine bedeutende Rolle.
RSV wurde erstmals in den 1950er Jahren entdeckt und hat sich seither als bedeutender Erreger von Atemwegserkrankungen etabliert. In den letzten Jahrzehnten hat die Forschung erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen gemacht. Seit zwei Jahren gibt es in Österreich eine empfohlene Impfung für Menschen ab 60 Jahren sowie für Schwangere und Säuglinge. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Gesundheitskosten zu senken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich ähnliche Herausforderungen bei der Bekämpfung von RSV hat. In Deutschland sind die Kosten durch RSV ebenfalls hoch, jedoch gibt es dort bereits ein umfassenderes Impfprogramm. Die Schweiz hat ebenfalls mit hohen Kosten zu kämpfen, jedoch ist die Präventionsstrategie ähnlich der Österreichs.
Die Auswirkungen von RSV auf die Bürger sind erheblich. Neben den gesundheitlichen Risiken, die besonders für Risikogruppen bestehen, führen die wirtschaftlichen Belastungen zu einer erhöhten finanziellen Anspannung der Betroffenen. Familien mit erkrankten Kindern müssen oft Pflegefreistellungen in Anspruch nehmen, was zu Einkommensverlusten führt. Unternehmen sind durch die hohen Krankenstandstage ebenfalls betroffen, was die Produktivität beeinträchtigt.
Laut der Studie sind jährlich etwa 3.300 Hospitalisierungen aufgrund von RSV notwendig, davon zwei Drittel im ersten Lebensjahr der Patienten. Die Intensivmedizin ist ein wesentlicher Kostentreiber, da sie besonders bei schweren Verläufen erforderlich ist. Insgesamt sterben jährlich geschätzte 76 Menschen an den Folgen einer RSV-Infektion.
Dr.in Evelyn Walter vom IPF betont die Bedeutung der Prävention: „Die Studie zeigt klar, dass RSV nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus gesundheitsökonomischer Sicht eine erhebliche Belastung für Österreich darstellt.“ Mag.a Renée Gallo-Daniel vom ÖVIH fordert die Aufnahme der RSV-Impfung ins Erwachsenenimpfprogramm, um die Bevölkerung besser zu schützen.
Die Zukunftsperspektive für Österreich sieht vor, die Impfraten zu erhöhen und die RSV-Impfung in das kostenlose Impfprogramm für Erwachsene aufzunehmen. Dies würde nicht nur die Gesundheitskosten senken, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die Regierung ist gefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und die volkswirtschaftlichen Kosten zu reduzieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass RSV eine erhebliche Belastung für Österreich darstellt, sowohl aus gesundheitlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Eine verstärkte Prävention durch Impfungen könnte die Situation deutlich verbessern und die Kosten langfristig senken. Weitere Informationen zu den Impfempfehlungen finden Interessierte im Österreichischen Impfplan oder bei einer Beratung durch Ärzt:innen und Apotheker:innen.