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Politik

Revolution in Schulen: Psychologen fordern drastische Maßnahmen!

2. Oktober 2025 um 12:40
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Die Schulen in Österreich stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Zwischenfälle mit Schülern, die suspendiert werden müssen, weil sie zur Gefahr für sich selbst oder andere werden, haben sich in den letzten vier Jahren verdreifacht. Diese alarmierenden Zahlen haben den Berufsverband Österreichi

Die Schulen in Österreich stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Zwischenfälle mit Schülern, die suspendiert werden müssen, weil sie zur Gefahr für sich selbst oder andere werden, haben sich in den letzten vier Jahren verdreifacht. Diese alarmierenden Zahlen haben den Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) dazu veranlasst, einen dringenden Appell an die Politik zu richten.

Ein Vorstoß, der Hoffnung gibt

Der BÖP begrüßt den Vorstoß von Minister Wiederkehr, Ministerin Plakolm und Staatssekretär Leichtfried, die Schulen sicherer zu machen. Ein zentraler Punkt der geplanten Maßnahmen ist die Rehabilitation von suspendierten Kindern und Jugendlichen. Dies soll durch eine verpflichtende Begleitung durch Pädagogik und Schulpsychologie geschehen. Die Psychologen stehen bereit, um diesen jungen Menschen neue Perspektiven aufzuzeigen und sie wieder in den Klassenverband zu integrieren. Denn Schule und Ausbildung sind entscheidend für den weiteren Lebensweg.

Die Bedeutung der Schulpsychologie

Aktuell kommt eine Planstelle in der Schulpsychologie auf 6.200 Schülerinnen und Schüler. Dieser Schlüssel ist alarmierend hoch und zeigt, wie dringend ein Ausbau der Schulpsychologie notwendig ist. Zum Vergleich: In Italien liegt dieser Schlüssel bei 1:470, in Albanien bei 1:580 und in Estland bei 1:690. Diese Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf in Österreich.

Schulpsychologen sind vor Ort in den Schulen und bieten nicht nur den Schülern, sondern auch Eltern, Lehrern und Direktoren wichtige Unterstützung. Sie sind Anlaufstellen für Beratung, Coaching und psychologische Interventionen, sei es bei Problemen im Miteinander, bei Angst, Depressionen oder nach Kriseneinsätzen. Auch bei der Diagnostik von ADHS, Legasthenie oder anderen Lernschwierigkeiten spielen sie eine entscheidende Rolle.

Die Forderung nach mehr Planstellen

Der BÖP fordert die Schaffung von mindestens 400 Planstellen für Schulpsychologen in ganz Österreich. Der aktuelle Plan, bis 2026 insgesamt 140 zusätzliche Stellen zu schaffen, ist ein erster Schritt, aber bei weitem nicht ausreichend. "Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein", so ein Vertreter des BÖP. Die Schulpsychologie muss flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut werden, um ihrer wichtigen Funktion im Bildungssystem gerecht zu werden.

Internationale Vergleiche und deren Bedeutung

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Österreich im Vergleich zu anderen Ländern deutlich hinterherhinkt. In den USA liegt der Schlüssel bei 1:1.000, in der Schweiz bei 1:1.300 und selbst in Griechenland, das mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft, bei 1:2.500. Diese Zahlen sind nicht nur ernüchternd, sondern auch ein klarer Handlungsaufruf an die österreichische Politik.

Die Auswirkungen auf die Schüler

Die psychische Gesundheit der Schüler hat direkte Auswirkungen auf ihre schulische Leistung und ihr späteres Berufsleben. Wenn Schüler mit psychischen Problemen nicht die notwendige Unterstützung erhalten, kann dies zu einem Teufelskreis führen, der ihre Zukunftschancen erheblich mindert. Der BÖP betont, dass ein sicherer und unterstützender Schulrahmen entscheidend für die Entwicklung der Kinder ist.

Ein Blick in die Zukunft

Der Ausbau der Schulpsychologie könnte langfristig zu einer Reduzierung der Schulabbrecherquote führen und die Zahl der Jugendlichen, die nicht in Ausbildung oder Beruf sind, verringern. Dies würde nicht nur den Schülern selbst, sondern auch der Gesellschaft insgesamt zugutekommen. Ein Experte meint dazu: "Investitionen in die Schulpsychologie sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes."

Der BÖP nutzt den "Yellow September", den internationalen Aktionsmonat für psychische Gesundheit, um auf die Notwendigkeit eines massiven Ausbaus der Schulpsychologie hinzuweisen. Dieser Aktionsmonat, der vom Welttag der Suizidprävention am 10. September bis Mitte Oktober andauert, bietet eine ideale Plattform, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen.

Politische Zusammenhänge

Die geplante Aufstockung der Planstellen ist Teil einer größeren Bildungsreform, die von der Regierung angestrebt wird. Diese Reform zielt darauf ab, das Bildungssystem in Österreich insgesamt zu verbessern und den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Dabei spielen auch politische Abhängigkeiten eine Rolle, da die Finanzierung und Umsetzung solcher Maßnahmen oft von unterschiedlichen Interessen und Prioritäten der beteiligten Parteien abhängen.

Der BÖP appelliert an die Politik, die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Schulpsychologie als integralen Bestandteil der Bildungsreform zu betrachten. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Schüler die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Fazit

Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Schüler müssen oberste Priorität haben. Der Vorstoß von Minister Wiederkehr, Ministerin Plakolm und Staatssekretär Leichtfried ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch es bleibt noch viel zu tun, um die psychische Gesundheit der Schüler zu gewährleisten und ihnen eine sichere und unterstützende Lernumgebung zu bieten. Der BÖP wird weiterhin Druck auf die Politik ausüben, um die notwendigen Veränderungen herbeizuführen.

Weitere Informationen und die vollständige Pressemitteilung finden Sie auf der OTS-Website.

Schlagworte

#Bildungsreform#BÖP#Österreich#Psychische Gesundheit#Schulpolitik#Schulpsychologie#Sicherheit an Schulen

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