Am 11. Oktober 2025, einem Tag, der nicht nur als Internationaler Tag der Mädchen bekannt ist, sondern nun auch als Startschuss für eine revolutionäre Initiative in Österreich gilt, wurde das Projekt „Girls in Politics“ ins Leben gerufen. Diese Initiative, die vom Bundesministerium für Frauen, Wisse
Am 11. Oktober 2025, einem Tag, der nicht nur als Internationaler Tag der Mädchen bekannt ist, sondern nun auch als Startschuss für eine revolutionäre Initiative in Österreich gilt, wurde das Projekt „Girls in Politics“ ins Leben gerufen. Diese Initiative, die vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Gemeindebund und dem Städtebund organisiert wird, zielt darauf ab, Mädchen und junge Frauen frühzeitig für die politische Mitgestaltung zu begeistern.
Mit mehr als 90 teilnehmenden Städten und Gemeinden sowie Wiener Gemeindebezirken bietet „Girls in Politics“ jungen Frauen die Möglichkeit, einen Tag lang die Arbeit von Bürgermeister:innen, Vizebürgermeister:innen und Bezirksvorsteher:innen hautnah zu erleben. Dadurch sollen sie für die Kommunalpolitik motiviert werden, um langfristig die Repräsentation und Sichtbarkeit von Frauen in der Politik zu erhöhen.
Kommunalpolitik, oft als die Basis der politischen Pyramide betrachtet, ist der Ort, an dem Entscheidungen direkt das tägliche Leben der Bürger beeinflussen. Hier werden Fragen rund um die Infrastruktur, Bildungseinrichtungen und öffentliche Dienstleistungen entschieden. Die Initiative „Girls in Politics“ zielt darauf ab, Mädchen und jungen Frauen zu zeigen, wie wichtig es ist, sich in diesen Bereichen einzubringen und mitzugestalten.
Die Rolle der Frauen in der Politik hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Historisch gesehen waren Frauen in politischen Ämtern stark unterrepräsentiert. Erst im 20. Jahrhundert begann sich dies zu ändern, als Frauen das Wahlrecht erhielten und langsam in politische Ämter vordrangen. In Österreich erhielten Frauen 1918 das aktive und passive Wahlrecht, ein Meilenstein in der Geschichte der Gleichberechtigung.
Dennoch zeigt der Städtebund-AK-Gleichstellungsindex, dass der Frauenanteil in der Kommunalpolitik weiterhin niedrig ist. Nur 11 Prozent der Bürgermeister:innen in Österreich sind Frauen, und in lediglich 31 von 2.115 Gemeinden gibt es mehr als 50 Prozent Frauen im Gemeinderat oder der Bezirksvertretung. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit von Projekten wie „Girls in Politics“.
In einigen Bundesländern, wie beispielsweise in Wien, ist der Frauenanteil in politischen Ämtern höher als in ländlichen Regionen. Dies liegt oft an den unterschiedlichen gesellschaftlichen Strukturen und der stärkeren Vernetzung in städtischen Gebieten. Projekte wie „Girls in Politics“ könnten dazu beitragen, diese Diskrepanz zu verringern, indem sie gezielt Mädchen und junge Frauen aus ländlichen Regionen ansprechen.
Ein Experte für politische Bildung betont: „Die Einbindung von jungen Frauen in die Politik ist entscheidend für eine ausgewogene und gerechte Gesellschaft. Projekte wie ‚Girls in Politics‘ bieten die einzigartige Gelegenheit, Barrieren abzubauen und das Interesse an politischem Engagement zu wecken.“
Ein weiterer Experte ergänzt: „Frauen bringen oft andere Perspektiven und Lösungsansätze in die Politik ein, die für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich sind. Es ist wichtig, dass wir diese Stimmen fördern und ihnen Gehör verschaffen.“
Die Förderung von Frauen in der Kommunalpolitik hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Frauen in politischen Ämtern neigen dazu, Themen wie Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit stärker zu priorisieren. Dies kann zu einer Politik führen, die stärker auf die Bedürfnisse aller Bürger ausgerichtet ist.
Die Initiative „Girls in Politics“ hat das Potenzial, die politische Landschaft in Österreich nachhaltig zu verändern. Indem junge Frauen frühzeitig in politische Prozesse eingebunden werden, können sie zu einer neuen Generation von Führungskräften heranwachsen, die für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit stehen.
Langfristig könnte dies zu einer Erhöhung des Frauenanteils in politischen Ämtern führen und die politische Kultur in Österreich grundlegend verändern. Es ist zu erwarten, dass ähnliche Initiativen auch in anderen Ländern aufgegriffen werden, um die politische Beteiligung von Frauen weltweit zu fördern.
Die politische Förderung von Frauen hängt stark von den Parteistrukturen ab. Parteien spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl von Kandidat:innen und der Förderung von politischem Engagement. Der Gemeindebund betont die Bedeutung der Parteien bei der politischen Frauenförderung und fordert sie auf, mehr Frauen in politische Ämter zu entsenden.
Darüber hinaus sind regionale und überregionale Netzwerke entscheidend für den Erfolg solcher Initiativen. Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes bietet eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung von Frauen in der Politik, was zur Stärkung ihrer Position beitragen kann.
Das Projekt „Girls in Politics“ ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer gleichberechtigten politischen Landschaft in Österreich. Es bietet Mädchen und jungen Frauen die Möglichkeit, ihre politischen Interessen zu entdecken und zu entwickeln. Gleichzeitig setzt es ein starkes Zeichen für die Notwendigkeit von Geschlechtergleichstellung in der Politik.
Mit der Unterstützung von Organisationen wie dem Gemeindebund und dem Städtebund hat dieses Projekt das Potenzial, die politische Landschaft nachhaltig zu verändern und eine neue Generation von weiblichen Führungskräften zu fördern. Die Zukunft der Politik könnte weiblicher und gerechter sein, wenn solche Initiativen erfolgreich umgesetzt werden.