Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Elly Tanaka, die brillante Biochemikerin und Direktorin des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), wurde mit dem renommierten Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Der Preis, der mit stolzen 1,9 Millionen E
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Elly Tanaka, die brillante Biochemikerin und Direktorin des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), wurde mit dem renommierten Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Der Preis, der mit stolzen 1,9 Millionen Euro dotiert ist, würdigt ihre bahnbrechenden Forschungen im Bereich der Regenerationsbiologie. Doch was macht Tanakas Arbeit so außergewöhnlich und wie könnte sie die medizinische Welt revolutionieren?
Im Zentrum von Tanakas Forschung steht ein unscheinbares, aber faszinierendes Lebewesen: der Axolotl. Dieser im Wasser lebende Schwanzlurch hat die bemerkenswerte Fähigkeit, verlorene Körperteile, einschließlich Gliedmaßen und sogar Teile des Rückenmarks, vollständig nachzubilden. Diese Fähigkeit zur Regeneration hat Tanaka und ihr Team dazu inspiriert, grundlegende Fragen zur Selbstheilung des Körpers zu untersuchen. In einer Zeit, in der die regenerative Medizin immer mehr an Bedeutung gewinnt, könnten die Erkenntnisse aus dieser Forschung wegweisend für zukünftige Therapien sein.
Elly Tanaka, geboren in den USA, begann ihre wissenschaftliche Karriere mit einem Studium der Biochemie an der renommierten Harvard University. Nach ihrer Promotion an der University of California, San Francisco, und einem aufschlussreichen Postdoc-Aufenthalt am University College London, entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Regenerationsforschung. 1999 gründete sie ihr eigenes Labor am Max-Planck-Institut in Dresden, bevor sie 2016 nach Wien ans Institut für Molekulare Pathologie wechselte. Seit 2024 leitet sie das IMBA, das größte Institut der ÖAW, und setzt ihre bahnbrechende Forschung fort.
Der Wittgenstein-Preis, benannt nach dem berühmten österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein, gilt als der bedeutendste Wissenschaftspreis in Österreich. Er wird vom Wissenschaftsfonds FWF verliehen und ist speziell dafür gedacht, herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Österreich die Möglichkeit zu geben, ihre Forschung ohne finanzielle Einschränkungen weiterzuentwickeln. Die Jury ehrt Tanaka für ihre „bahnbrechenden Beiträge zum Verständnis der Geweberegeneration“. Diese Auszeichnung fällt in eine aufregende Phase der Regenerationsforschung, in der neue Entdeckungen unser Verständnis von Gewebereparatur und -plastizität rasch wandeln.
Die Bedeutung von Tanakas Arbeit für die regenerative Medizin kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Experten sind sich einig, dass ihre Forschung das Feld grundlegend verändert hat. „Tanakas Erkenntnisse könnten in Zukunft dazu beitragen, neue Therapien zu entwickeln, die es ermöglichen, geschädigte Gewebe und Organe beim Menschen zu regenerieren“, erklärt ein führender Wissenschaftler. Dies könnte insbesondere für Patienten mit schweren Verletzungen oder degenerativen Erkrankungen von entscheidender Bedeutung sein.
Der Axolotl, wissenschaftlich als Ambystoma mexicanum bekannt, ist ein einzigartiges Tier. Im Gegensatz zu den meisten anderen Wirbeltieren kann er nicht nur Gliedmaßen, sondern auch Teile seines Herzens und seiner Wirbelsäule regenerieren. Diese außergewöhnliche Fähigkeit macht ihn zu einem idealen Modellorganismus für die Regenerationsforschung. Tanaka und ihr Team haben herausgefunden, dass der Axolotl bestimmte genetische Programme aktiviert, die die Regeneration erleichtern. Diese Programme sind bei Säugetieren normalerweise inaktiv, könnten aber durch gezielte Forschung reaktiviert werden.
Ein zentrales Ziel von Tanakas Arbeit ist es, herauszufinden, wie die Erkenntnisse aus der Axolotl-Forschung auf Säugetiere – und letztlich auf den Menschen – übertragen werden können. Dabei geht es nicht nur um die Wiederherstellung von Gliedmaßen, sondern auch um die Regeneration von Organen und Geweben, die durch Krankheiten oder Verletzungen geschädigt wurden. „Der Wittgenstein-Preis wird es mir ermöglichen, in die nächste Generation von Wissenschaftler:innen zu investieren und jungen Forschenden im Labor den nötigen Freiraum und die Ressourcen zu geben, um herauszufinden, wie Erkenntnisse vom Axolotl auf Säugetiersysteme übertragen werden können“, erklärt Tanaka.
Elly Tanaka ist keine Unbekannte in der wissenschaftlichen Welt. Ihre herausragende Forschung wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem ERC Advanced und Synergy Grant, dem Schrödinger-Preis der ÖAW sowie der Aufnahme in EMBO, Leopoldina, ÖAW und die US National Academy of Sciences. Im Mai 2025 veröffentlichte sie mit ihrem Team im Fachjournal „Nature“ einen wissenschaftlichen Durchbruch, der mit dem Positionscode für nachwachsende Gliedmaßen im Genom zu tun hat. Diese Entdeckung könnte der Schlüssel zu neuen regenerativen Therapien sein.
Die Verleihung des Wittgenstein-Preises an Elly Tanaka ist nicht nur eine persönliche Ehrung, sondern auch ein bedeutender Erfolg für die österreichische Wissenschaftsgemeinschaft. „Der Wittgenstein-Preis für Elly Tanaka ist hochverdient“, erklärt der Präsident der ÖAW. „Ihre Forschung an den Axolotl macht sie durch ihre anschaulichen Erklärungen und das ansprechende Forschungsobjekt auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.“
Die Zukunft der Regenerationsforschung sieht vielversprechend aus. Mit der finanziellen Unterstützung des Wittgenstein-Preises plant Tanaka, ihre Forschung zu intensivieren und neue Talente in ihrem Labor zu fördern. Die Hoffnung ist groß, dass ihre Arbeit nicht nur das Verständnis der Geweberegeneration vertieft, sondern auch konkrete Anwendungen in der Medizin ermöglicht. „Wir stehen erst am Anfang dessen, was möglich ist“, sagt Tanaka. „Mit den richtigen Ressourcen und dem Engagement meines Teams bin ich zuversichtlich, dass wir bedeutende Fortschritte machen werden.“
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Elly Tanakas Auszeichnung mit dem Wittgenstein-Preis nicht nur eine Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen ist, sondern auch ein Versprechen für die Zukunft. Ihre bahnbrechende Forschung könnte die Art und Weise, wie wir Krankheiten und Verletzungen behandeln, revolutionieren und die Tür zu einer neuen Ära der regenerativen Medizin öffnen.