In einer Zeit, in der die Wohnraumsituation immer angespannter wird, bietet die Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen einen Hoffnungsschimmer. Am 11. Juli 2025 feiert die Initiative ihr 15-jähriges Bestehen und hat es sich nicht nehmen lassen, dieses Jubiläum mit einem spektakulären Festival und e
In einer Zeit, in der die Wohnraumsituation immer angespannter wird, bietet die Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen einen Hoffnungsschimmer. Am 11. Juli 2025 feiert die Initiative ihr 15-jähriges Bestehen und hat es sich nicht nehmen lassen, dieses Jubiläum mit einem spektakulären Festival und einer neuen Publikation zu feiern. Aber was steckt hinter diesem Trend des gemeinschaftlichen Wohnens, der immer mehr Menschen in seinen Bann zieht?
Vor 15 Jahren, als die ersten Baugruppen und CoHousing-Projekte in Österreich entstanden, war die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens noch relativ neu. Die Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Trend zu fördern und als Plattform für den Austausch und die Vernetzung zu dienen. Inzwischen ist sie zur zentralen Anlaufstelle für all jene geworden, die nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch eine Gemeinschaft suchen.
Baugruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die gemeinsam ein Bauprojekt realisieren. Das Ziel ist es, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch eine Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig unterstützt. CoHousing geht noch einen Schritt weiter und kombiniert private Wohneinheiten mit gemeinschaftlich genutzten Flächen, wie Küchen, Gärten oder Werkstätten. Diese Konzepte sollen nicht nur den sozialen Zusammenhalt stärken, sondern auch ökologische und ökonomische Vorteile bieten.
Am 13. September 2025 wird das erste Festival der Wohnprojekte im Wiener Nordbahnviertel stattfinden. Dieses Event verspricht, ein Highlight für alle Interessierten und Beteiligten zu werden. Offene Türen in verschiedenen Projekten, Führungen, Diskussionen, Filme, Workshops, Musik und ein Kinderprogramm – das alles steht auf dem Programm. Ziel ist es, die Vielfalt und die Vorteile des gemeinschaftlichen Wohnens erlebbar zu machen.
Ein Festival bietet die ideale Plattform, um Menschen zusammenzubringen, die sich für ähnliche Ideen und Lebensweisen interessieren. Es ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und das Knüpfen neuer Kontakte. Zudem wird das Thema gemeinschaftliches Wohnen durch ein solches Event einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Parallel zum Festival hat die Initiative eine neue Publikation herausgebracht. Unter dem Titel „Gemeinschaftliche Wohnprojekte – eine Chance für Gemeinden“ wird aufgezeigt, wie solche Projekte nicht nur die Wohnsituation verbessern, sondern auch soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen angehen können. Diese Publikation richtet sich vor allem an Gemeinden, die an einer nachhaltigen Stadtentwicklung interessiert sind.
Gemeinschaftliche Wohnprojekte können zur Belebung von Stadtvierteln beitragen, indem sie Leerstände reduzieren und neues Leben in vernachlässigte Bereiche bringen. Durch die Kombination von privatem und gemeinschaftlichem Raum werden Ressourcen effizienter genutzt, was sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel schont.
Um die Diskussion über die Chancen von gemeinschaftlichem Bauen und Wohnen weiter voranzutreiben, sind im Herbst zwei Tagungen geplant. Am 23. September 2025 in St. Paul im Lavanttal/Kärnten und am 2. Oktober 2025 in Herzogenburg/Niederösterreich werden Experten und Interessierte zusammenkommen, um über die Zukunft des Wohnens zu debattieren.
Die Tagungen werden sich mit Fragen beschäftigen wie: Welche Rolle können gemeinschaftliche Wohnprojekte in der Stadtplanung spielen? Wie lassen sich solche Projekte finanzieren? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind notwendig? Diese und viele weitere Fragen sollen in einem offenen Dialog erörtert werden.
Der Trend zum gemeinschaftlichen Wohnen ist nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren entstanden in Dänemark die ersten CoHousing-Projekte. Die Idee, dass gemeinschaftliches Leben soziale Isolation verhindern und Ressourcen schonen kann, verbreitete sich schnell in ganz Europa. In Österreich nahm dieser Trend jedoch erst in den letzten zwei Jahrzehnten richtig Fahrt auf.
Während Wien als Vorreiter in Sachen gemeinschaftliches Wohnen gilt, ziehen inzwischen auch andere Bundesländer nach. In Vorarlberg etwa gibt es bereits mehrere erfolgreiche Projekte, die als Vorbild dienen. Auch in der Steiermark und in Oberösterreich entstehen immer mehr Baugruppen, die das Konzept des gemeinschaftlichen Wohnens umsetzen.
Für die Bewohner solcher Projekte bedeutet gemeinschaftliches Wohnen oft eine höhere Lebensqualität. Durch den engen Kontakt zu den Nachbarn entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Zudem werden alltägliche Aufgaben, wie Kinderbetreuung oder Gartenarbeit, gemeinsam organisiert, was den Einzelnen entlastet.
Ein Experte für Stadtentwicklung kommentiert: „Gemeinschaftliche Wohnprojekte sind ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung. Sie bieten nicht nur soziale Vorteile, sondern sind auch ein effektives Mittel gegen die Wohnungsnot.“
Die Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnformen wird weiter steigen. Angesichts der steigenden Mieten und der zunehmenden Urbanisierung sind innovative Wohnkonzepte gefragt. Gemeinschaftliches Wohnen könnte eine Lösung sein, die nicht nur den Wohnraum effizienter nutzt, sondern auch den sozialen Zusammenhalt stärkt.
Die Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen plant, ihre Aktivitäten weiter auszubauen. Neue Projekte sind bereits in der Planung, und die Vernetzung mit anderen Initiativen in Europa soll verstärkt werden. Ziel ist es, das gemeinschaftliche Wohnen als festen Bestandteil der Stadtplanung zu etablieren.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und zur neuen Publikation finden Sie auf der Website der Initiative unter www.inigbw.org/veranstaltungen/aktuelles.