In einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit hat die NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter am 4. August 2025 die dringende Notwendigkeit betont, die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen zu schließen. Der sogenannte Pension Gap, der die Differenz zwischen den durchschnittlichen Renten
In einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit hat die NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter am 4. August 2025 die dringende Notwendigkeit betont, die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen zu schließen. Der sogenannte Pension Gap, der die Differenz zwischen den durchschnittlichen Renteneinkommen von Männern und Frauen beschreibt, ist nach wie vor ein drängendes Problem in Österreich. Doch was steckt hinter dieser Lücke, und wie will die NEOS-Partei sie schließen?
Der Pension Gap ist ein Indikator für die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten, die im Laufe eines Arbeitslebens entstehen. Frauen in Österreich erhalten im Durchschnitt deutlich geringere Pensionen als Männer, was auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Einer der Hauptgründe ist die hohe Teilzeitquote bei Frauen. Viele Frauen arbeiten in Teilzeit, was sich negativ auf ihre Pensionsansprüche auswirkt.
Traditionell haben Frauen in vielen Kulturen die Rolle der Hauptverantwortlichen für Kinderbetreuung und Haushalt übernommen. In Österreich ist diese Rolle historisch gewachsen und hat dazu geführt, dass viele Frauen heute in Berufen tätig sind, die Teilzeitarbeit begünstigen. Diese Arbeitszeitmodelle bieten zwar Flexibilität, führen aber auch zu geringeren Einkommen und damit zu niedrigeren Renten.
Brandstötter fordert eine echte Wahlfreiheit für Frauen, damit sie nicht mehr gezwungen sind, sich zwischen Familie und Karriere zu entscheiden. Dazu sei ein flächendeckender Ausbau der Kinderbetreuung notwendig. Insbesondere in ländlichen Regionen fehlt es an ausreichenden Betreuungsangeboten, die es Frauen ermöglichen würden, Vollzeit zu arbeiten.
Vollzeitarbeit bedeutet nicht nur höhere Einkommen und damit höhere Pensionsansprüche, sondern auch mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung für Frauen. „Die Freiheit der Frau beginnt in der eigenen Geldbörse“, betont Brandstötter und fordert, dass Frauen dieselben Karriere- und Verdienstmöglichkeiten offenstehen sollen wie Männern.
Ein Blick in andere Bundesländer zeigt, dass die Herausforderungen ähnlich sind, jedoch gibt es Unterschiede in der Umsetzung von Betreuungsangeboten. Während in Wien bereits viele Ganztagsbetreuungsplätze existieren, hinken ländliche Gebiete oft hinterher. Diese Ungleichheit trägt dazu bei, dass Frauen in städtischen Regionen eher Vollzeit arbeiten können, während Frauen auf dem Land häufiger in Teilzeit arbeiten müssen.
Ein weiterer Vorschlag der NEOS ist die Einführung steuerlicher Anreize für Vollzeitarbeit. Weniger zu arbeiten, dürfe steuerlich nicht attraktiver sein, so Brandstötter. Zudem sei es wichtig, die Bevölkerung über die langfristigen Folgen der Teilzeitarbeit zu informieren. Teilzeitarbeit könne Frauen langfristig in die Altersarmut führen, was durch eine verstärkte Finanzbildung vermieden werden soll.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten das Leben vieler Frauen in Österreich nachhaltig verbessern. Mit einem besseren Zugang zu Kinderbetreuungsangeboten könnten mehr Frauen Vollzeit arbeiten und so für eine bessere finanzielle Absicherung im Alter sorgen. Dies würde nicht nur die individuelle Lebensqualität verbessern, sondern auch die gesellschaftliche Gleichstellung fördern.
Ein fiktiver Arbeitsmarktexperte erklärt: „Die Einführung von steuerlichen Anreizen für Vollzeitarbeit könnte ein entscheidender Schritt sein, um die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen. Langfristig profitieren davon nicht nur die Frauen selbst, sondern die gesamte Volkswirtschaft.“
Die NEOS-Partei sieht in der Umsetzung dieser Maßnahmen einen wichtigen Schritt in Richtung einer gerechteren Gesellschaft. Sollte es gelingen, die Teilzeitquote bei Frauen zu senken und ihnen mehr Wahlfreiheit zu geben, könnte Österreich zu einem Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung werden. Doch der Weg dahin ist steinig und erfordert nicht nur politische, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen.
Die Umsetzung dieser Vorschläge erfordert die Zusammenarbeit verschiedener politischer Akteure. Die Bundesregierung hat bereits erste Schritte mit dem Nachhaltigkeitsmechanismus bei den Pensionen unternommen, doch es bedarf weiterer Anstrengungen, um die strukturellen Probleme zu lösen. Die Förderung der Finanzbildung und die Schaffung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres sind wichtige Meilensteine, die im Regierungsprogramm verankert sind.
Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt jedoch maßgeblich von der politischen Unterstützung und der Bereitschaft der Bevölkerung ab, alte Rollenbilder zu überdenken und neue Wege zu gehen.
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