Künstliche Intelligenz (KI) hat nun auch die Klassenzimmer und Hörsäle Wiens erreicht und sorgt dort für eine regelrechte Revolution. Ein Forschungsprojekt der FHWien der WKW zeigt eindrucksvoll, wie intensiv KI bereits im Bildungsbereich genutzt wird. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen auf, s
Künstliche Intelligenz (KI) hat nun auch die Klassenzimmer und Hörsäle Wiens erreicht und sorgt dort für eine regelrechte Revolution. Ein Forschungsprojekt der FHWien der WKW zeigt eindrucksvoll, wie intensiv KI bereits im Bildungsbereich genutzt wird. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen auf, sondern bietet auch enorme Chancen für die Zukunft der Bildung.
Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, und mit ihr die Nutzung von KI-Tools. Laut dem aktuellen Forschungsprojekt der FHWien der WKW verwenden 23 % der Schülerinnen und Schüler KI-Tools täglich, während 32 % sie zwei- bis dreimal pro Woche nutzen. Bei den FH-Studierenden sind es sogar 32 % täglich und weitere 43 % mehrmals pro Woche. Diese Zahlen verdeutlichen, dass KI im Bildungsalltag angekommen ist.
Die Gründe für die wachsende Beliebtheit von KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Claude sind vielfältig. Für 41 % der FH-Studierenden und 39 % der Schülerinnen und Schüler ist die Zeitersparnis der Hauptgrund. Andere nutzen KI, um mehr Inhalte zu generieren (Schüler: 24 %, Studierende: 22 %) oder diese zu optimieren (Schüler: 23 %, Studierende: 21 %). Interessanterweise nutzen 14 % der Schülerinnen und Schüler sowie 9 % der Studierenden KI, weil sie die Ergebnisse als besser als ihre eigenen Leistungen einstufen.
KI-Programme dienen den Lernenden als Werkzeuge zum Zusammenfassen und Übersetzen von Texten, als Schreibhilfe und zur Ideenfindung. Während Studierende KI-Tools gerne zur Textoptimierung einsetzen, schätzen Schülerinnen und Schüler sie eher als Lernassistenten. Einige Befragte äußerten jedoch Bedenken, sie könnten durch KI zu bequem werden und Denkprozesse verlernen.
Die Einschätzung der eigenen Kompetenz im Umgang mit KI zeigt ein überraschend selbstbewusstes Bild der jungen Lernenden. Mehr als 50 % der FH-Studierenden und knapp unter 50 % der Schülerinnen und Schüler bescheinigen sich Fortgeschrittenen- oder Expertenkompetenz. Im Gegensatz dazu verfügen laut Selbsteinschätzung nur ca. 15 % der WIFI-Kursteilnehmenden über solch hohe Kompetenzen.
In sechs Experimenten arbeiteten Lernende an komplexen Aufgaben, mit oder ohne KI. Das spannende Ergebnis: Der Erfolg hing weniger vom KI-Einsatz ab als von klarer Kommunikation, Rollenverteilung und gegenseitiger Hilfe. Ein Team ohne KI-Einsatz erzielte bessere Resultate als ein anderes mit KI-Unterstützung, weil es gut organisiert war. Andererseits verhalf die KI anderen Teams zu innovativen Ideen.
Für die Projektleiterin der Studie ist es entscheidend, dass solche Studien Orientierung bieten, um im Bildungsbereich rasch und zielgerichtet auf die Entwicklungen der generativen KI reagieren zu können. Für sie steht außer Frage, dass die Herausforderungen aktiv angegangen werden müssen.
Auch Lehrende wurden zu ihrer KI-Nutzung befragt. In Fokusgruppen, an denen insgesamt 23 Personen teilnahmen, gaben je 60 % der Lehrenden an Schulen und FH an, KI sehr oft oder oft zur Unterrichtsvorbereitung zu verwenden. Bei den Lehrenden des WIFI lag dieser Anteil nur bei 20 %.
Die Lehrenden berichteten von Unsicherheiten, etwa bei der Bewertung von Arbeiten, die mit KI-Unterstützung entstanden, beim Datenschutz oder bei der Korrektur von KI-generierten Antworten. Auch auf den Mangel an technischer Ausstattung wiesen sie hin. Zugleich kann KI aus ihrer Sicht den Unterricht effizienter und kreativer machen.
Das Projekt analysierte auch den öffentlichen Diskurs zu KI-Kompetenzen in deutschsprachigen Onlinemedien. Im Beobachtungszeitraum stieg die Bedeutung von KI-Awareness, KI-informierter Entscheidungsfindung und Datenschutz besonders stark. Diese Aspekte sind entscheidend für die berufliche Nutzung von KI.
Um KI-Tools sinnvoll, effizient und rechtskonform einsetzen zu können, empfehlen die Forschenden den Bildungseinrichtungen, folgende Aufgaben in Angriff zu nehmen:
Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass KI nicht nur ein technisches Hilfsmittel bleibt, sondern integraler Bestandteil einer modernen und zukunftsorientierten Bildung wird.
Die Integration von KI in den Bildungsbereich steckt noch in den Kinderschuhen, doch die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Bildungseinrichtungen müssen nun die Balance finden zwischen technologischem Fortschritt und der Vermittlung von sozialen und ethischen Kompetenzen. Die Zukunft der Bildung ist digital, aber der menschliche Faktor bleibt entscheidend.
Die FHWien der WKW, als führende Fachhochschule für Management und Kommunikation in Österreich, hat mit diesem Forschungsprojekt einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der Bildung geleistet. Die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und die praxisnahe Ausbildung ihrer Studierenden sind dabei entscheidende Erfolgsfaktoren.
Die Ergebnisse des Projekts zeigen klar, dass die Nutzung von KI im Bildungsbereich nicht nur eine Frage der technischen Möglichkeiten ist, sondern auch der ethischen und sozialen Verantwortung. Bildungseinrichtungen müssen sich dieser Verantwortung stellen und die Chancen nutzen, die KI bietet, um die Bildungslandschaft nachhaltig zu verändern.