In einer bemerkenswerten Ankündigung am 3. November 2025 haben der niederösterreichische LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und führende Vertreter der Fachhochschulen des Bundeslandes eine wegweisende Forderung gestellt: Ein eigenständiges Promotionsrecht für Fachhochschulen. Diese Forderung kön
In einer bemerkenswerten Ankündigung am 3. November 2025 haben der niederösterreichische LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und führende Vertreter der Fachhochschulen des Bundeslandes eine wegweisende Forderung gestellt: Ein eigenständiges Promotionsrecht für Fachhochschulen. Diese Forderung könnte das österreichische Bildungssystem grundlegend verändern und den Fachhochschulen eine neue Dimension der akademischen Freiheit und Forschung eröffnen.
Vor 25 Jahren war die Idee, dass Niederösterreich zu einem Hochschulland wird, noch eine ferne Vision. Heute, mit über 13.000 Studierenden und einer Vielzahl an innovativen Studiengängen, ist diese Vision zur Realität geworden. Dr. Stephan Pernkopf betonte in seiner Rede die enorme Entwicklung, die das Bundesland durchlaufen hat. Früher mussten Studienanfänger noch nach Wien ausweichen, um eine akademische Ausbildung zu erhalten. Heute gibt es in allen Regionen Niederösterreichs attraktive Studienangebote.
Mit dem Wintersemester 2025/26 wurde das Angebot der Fachhochschulen um sieben neue Studiengänge erweitert, was rund 175 zusätzliche Studienplätze schafft. Insgesamt stehen in Niederösterreich nun 115 Studiengänge zur Verfügung, verteilt auf drei große Standorte und fünf Außenstellen. Diese Expansion zeigt deutlich die Vorreiterrolle des Bundeslandes in Sachen Bildungsvielfalt.
Die Forderung nach einem eigenständigen Promotionsrecht für Fachhochschulen ist nicht nur ein logischer nächster Schritt, sondern auch eine notwendige Maßnahme, um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Bildungslandschaft zu sichern. In Deutschland haben bereits 14 von 16 Bundesländern das Promotionsrecht für Fachhochschulen eingeführt. Ein solcher Schritt würde es ermöglichen, Talente im Land zu halten, Investitionen zu sichern und Innovationen zu fördern.
Fachhochschulen orientieren sich stark am Bedarf der Wirtschaft und greifen aktuelle Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Mobilität, Biomedizin und Nachhaltigkeit auf. Diese praxisnahe Ausbildung stellt sicher, dass heimische Betriebe die dringend benötigten Fachkräfte erhalten. Das Promotionsrecht würde diese Rolle weiter stärken, indem es den Studierenden ermöglicht, ihre akademische Laufbahn bis hin zur Promotion fortzusetzen.
Ein eigenständiges Promotionsrecht würde die Fachhochschulen in die Lage versetzen, Forschungsergebnisse schneller in die Praxis umzusetzen. Jede Doktorarbeit trägt dazu bei, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die direkt den Menschen zugutekommen. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der technologische Innovationen und wissenschaftliche Fortschritte rasant voranschreiten.
Die IMC Fachhochschule Krems verzeichnete einen Rekordstart ins neue Studienjahr mit 3.850 Studierenden in Krems und 700 an internationalen Standorten. Neue Masterstudiengänge in Biotechnologie, Datenwissenschaft und künstlicher Intelligenz sind nur einige der innovativen Angebote. Diese Studiengänge sind englischsprachig und berufsbegleitend möglich, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.
Die Einführung eines Promotionsrechts für Fachhochschulen könnte weitreichende positive Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft haben. Es würde nicht nur die Attraktivität der Fachhochschulen steigern, sondern auch die Innovationskraft des Landes stärken. Junge Talente könnten im Land gehalten werden, und die Forschung würde einen neuen Schub erhalten.
Die Forderung nach einem Promotionsrecht wird von führenden politischen und akademischen Persönlichkeiten unterstützt. Dennoch gibt es Herausforderungen, die überwunden werden müssen, um diese Vision zu verwirklichen. Dazu gehören gesetzliche Anpassungen und die Sicherstellung der Qualität der Promotionsprogramme.
Insgesamt zeigt diese Initiative, dass Niederösterreich auf einem guten Weg ist, ein Vorreiter in der europäischen Bildungslandschaft zu werden. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um diese Vision in die Tat umzusetzen und das Promotionsrecht für Fachhochschulen zu etablieren.