Am 27. November 2025 wurde in Wien eine bedeutende Ankündigung gemacht, die die Zukunft der 24-Stunden-Betreuung in Österreich maßgeblich beeinflussen könnte. Die Fachgruppe Wien für Personenberatung und Personenbetreuung, vertreten durch Bibiana Kudziova und Marcela Tichanek, zeigte sich erfreut üb
Am 27. November 2025 wurde in Wien eine bedeutende Ankündigung gemacht, die die Zukunft der 24-Stunden-Betreuung in Österreich maßgeblich beeinflussen könnte. Die Fachgruppe Wien für Personenberatung und Personenbetreuung, vertreten durch Bibiana Kudziova und Marcela Tichanek, zeigte sich erfreut über die geplanten Reformen des Sozialministeriums im Bereich der geförderten 24-Stunden-Betreuung. Diese Reformen sollen im kommenden Jahr umgesetzt werden und versprechen eine Verbesserung der Qualitätssicherung in diesem sensiblen Bereich.
Die 24-Stunden-Betreuung ist ein Modell, das es ermöglicht, pflegebedürftige Menschen in ihrem Zuhause zu betreuen. Diese Form der Betreuung ist besonders in Österreich populär, da sie eine Alternative zu Pflegeheimen bietet und die Autonomie der betreuten Personen weitgehend erhält. Die Vertreterinnen der Fachgruppe Wien betonen, dass nur durch die Einbindung derjenigen, die direkt betroffen sind, eine zielführende Reform möglich ist.
Ein zentrales Thema der geplanten Reformen ist die Qualitätssicherung. Marcela Tichanek, Berufszweigsprecherin der Organisationen von Personenbetreuung, hebt hervor, dass Qualitätssicherung mit erheblichen Kosten verbunden ist. Ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung ist das Qualitätszertifikat ÖQZ-24. Dieses Zertifikat steht für überprüfbare und nachvollziehbare Standards in der Betreuung und schafft Vertrauen bei Betreuungskräften, Organisationen und Familien.
Die gesetzliche Regelung der 24-Stunden-Betreuung wurde 2007 eingeführt, um diese aus der rechtlichen Grauzone zu führen. Seitdem hat sich viel getan, doch die Förderung der betreuten Klientinnen und Klienten wurde erst 2023 angepasst. Diese Anpassung erfolgte in zwei Schritten von 550 Euro auf 800 Euro pro Monat, was jedoch laut Bibiana Kudziova bei weitem nicht ausreicht, um den Betreuungskräften faire Honorare zu zahlen und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu finanzieren.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz steht Österreich vor ähnlichen Herausforderungen. In Deutschland beispielsweise sind die Kosten für Pflegeheime oft höher, was die 24-Stunden-Betreuung zu einer attraktiven Alternative macht. In der Schweiz hingegen sind die Löhne für Betreuungspersonal höher, was zu einer Abwanderung von Betreuungskräften aus Österreich führen könnte, wenn keine adäquaten Maßnahmen getroffen werden.
Die geplanten Reformen könnten erhebliche Auswirkungen auf die betreuten Personen und ihre Familien haben. Eine höhere Förderung könnte es den Familien ermöglichen, qualitativ hochwertige Betreuung in Anspruch zu nehmen, ohne finanziell überfordert zu werden. Zudem könnte die Einbindung diplomierter Pflegefachkräfte in die Qualitätssicherung dazu beitragen, die Betreuungssicherheit zu erhöhen.
Derzeit sind 39 Agenturen mit dem ÖQZ-24 Zertifikat ausgezeichnet, was etwa ein Drittel der vermittelten Betreuungssituationen abdeckt. Im nächsten Jahr soll dieser Anteil auf 40% steigen. Die finanzielle Unterstützung für Betreuungskräfte beträgt aktuell 800 Euro pro Monat, während die Kosten für einen Platz in einem Pflegeheim oft mehrere tausend Euro betragen.
Die Zukunft der 24-Stunden-Betreuung in Österreich hängt maßgeblich von den geplanten Reformen ab. Eine gesetzliche Verankerung der Qualitätssicherung und eine angemessene finanzielle Unterstützung könnten dazu beitragen, die Abwanderung von Betreuungskräften zu verhindern und die Qualität der Betreuung zu sichern. Die Fachgruppe Wien bietet dem Sozialministerium ihre Expertise an, um die geplanten Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geplanten Reformen ein wichtiger Schritt in Richtung Qualitätssicherung und Wertschätzung der selbständig tätigen Betreuungskräfte sind. Die Herausforderungen sind groß, doch die Chancen auf eine Verbesserung der Betreuungssituation in Österreich ebenfalls.
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