In einer Welt, die von wirtschaftlichen Turbulenzen und globalem Wettbewerb geprägt ist, gewinnt die Rechtssicherheit als Standortfaktor zunehmend an Bedeutung. Am 9. Oktober 2025 fand in Rom eine bedeutende Fachveranstaltung unter dem Titel „Enabling SME growth: Entbürokratisierung und die strategi
In einer Welt, die von wirtschaftlichen Turbulenzen und globalem Wettbewerb geprägt ist, gewinnt die Rechtssicherheit als Standortfaktor zunehmend an Bedeutung. Am 9. Oktober 2025 fand in Rom eine bedeutende Fachveranstaltung unter dem Titel „Enabling SME growth: Entbürokratisierung und die strategische Rolle des Notariats“ statt. Diese Veranstaltung, ein gemeinsames Projekt der Österreichischen Notariatskammer (ÖNK) und der Italienischen Notariatskammer (Consiglio Nazionale del Notariato, CNN), zielte darauf ab, die Rolle des Notariats als Partner kleiner und mittlerer Unternehmen (KMUs) zu stärken. Die Konferenz war Teil der Europäischen KMU-Woche 2025 und brachte rund 35 Expert:innen aus Notariat, Wirtschaft und Politik zusammen.
In einer zunehmend komplexen und globalisierten Wirtschaft ist Rechtssicherheit ein entscheidender Standortfaktor. Das Notariat fungiert dabei als Garant für Stabilität, Transparenz und Vertrauen – Werte, die für Unternehmer:innen ebenso zentral sind wie für Investoren. „Das Notariat schafft die Rahmenbedingungen, damit Unternehmen rechtssicher handeln, Investitionen planbar bleiben und Europa als Wirtschaftsstandort attraktiv ist“, betonte ein Vizepräsident der Österreichischen Notariatskammer. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung eines verlässlichen rechtlichen Rahmens für wirtschaftliches Handeln.
Gesellschaftsrecht ist nicht nur Recht für die Gesellschafter, sondern auch für das Publikum – für Gläubiger, für Investoren, für Arbeitnehmer. Es muss Unternehmen, insbesondere KMUs, mit Digitalisierung und Effizienz unterstützen und gleichzeitig Rechtssicherheit beibehalten. Der Abbau von Bürokratie und die Harmonisierung von Verfahren schaffen ein Umfeld, in dem KMUs wachsen und Innovation entstehen kann. Genau daran arbeiten Österreich und seine europäischen Partner.
Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Entbürokratisierung unternehmerischer Prozesse. Österreich und Italien gelten hier als Vorreiter: Bereits heute ermöglichen digitale Notariatsdienste die vollständig digitale Unternehmensgründung inklusive Beurkundung und Eintragung in einem rechtssicheren Online-Prozess. Gute Beratung im Vorfeld bleibt dabei jedoch essenziell.
Das One-Stop-Shop-Prinzip des Notariats bietet enormes Potenzial. Hier könnte Österreich auch als gutes Beispiel auf EU-Ebene dienen. Aufgaben zu bündeln und eine zentrale Anlaufstelle für Rechtsberatung, Behördenwege, Dokumentation und Registrierung zu haben, spart Zeit und Ressourcen. Ziel ist es, Bürokratie zu reduzieren, Abläufe zu vereinfachen und Unternehmen zu entlasten – insbesondere in der Gründungs- und Wachstumsphase.
„Wir wollen Bewusstsein für das breite Leistungsspektrum des Notariats schaffen – von der Unternehmensgründung bis zu grenzüberschreitenden Transaktionen, vom digitalen One-Stop-Shop bis hin zur persönlichen Beratung vor Ort“, erklärte ein Vizepräsident der Österreichischen Notariatskammer. Das Notariat ist einer der letzten „Nahversorger“, Partner vor Ort, während auch beinahe alle Leistungen digital angeboten werden – und damit Tradition und Innovation verknüpft.
Für rund die Hälfte aller KMUs wird in den kommenden zehn Jahren eine Unternehmensnachfolge anstehen. Fehlende Planung gefährdet nicht nur Betriebe, sondern ganze Wirtschaftsregionen. Das Notariat unterstützt hier als neutraler Partner bei der rechtssicheren Übergabe – insbesondere in Familienunternehmen, wo klare Regelungen Konflikten vorbeugen und den Fortbestand sichern. „Es geht nicht nur um schnelle Gründungen und schnelle Übergaben, sondern um gute Gründungen und gute Übergaben. Das geht nur mit guter und individuell angepasster Beratung“, so ein Experte auf der Konferenz.
Im Zentrum der Diskussionen standen rechtliche Vergleichsaspekte zwischen Österreich und Italien sowie mögliche Kooperationsfelder in der europäischen Notariatspraxis. Im Rahmen eines moderierten Panels wurden Best Practices aus beiden Ländern vorgestellt – von effizienten Digitalverfahren bis zu praxiserprobten Modellen im Gesellschafts- und Unternehmensrecht.
„Das Notariat ist ein verlässlicher Partner von KMUs, begleitet sie von Gründung, über Umstrukturierung bis hin zur Unternehmensübergabe. Österreich und Italien verbindet das gemeinsame Ziel, Unternehmen durch verlässliche, moderne Rechtsstrukturen zu unterstützen und Tradition und Innovation klug und vernünftig miteinander zu verbinden“, betonte eine Sprecherin der Veranstaltung.
Die Fachveranstaltung in Rom markiert den Auftakt einer zweiteiligen europäischen Diskussionsreihe. Am 5. November 2025 folgt in Brüssel der zweite Teil unter dem Titel „Partner für Wachstum: Notariate und KMUs in einem wettbewerbsfähigen Europa“, bei dem Vertreter:innen der Europäischen Institutionen, des Notariats und des KMU-Sektors zusammenkommen.
Während das Event in Rom die bilaterale und fachliche Ebene in den Vordergrund stellte, wird in Brüssel die europäische und politische Perspektive diskutiert – etwa zur Weiterentwicklung des europäischen Gesellschaftsrechts, inklusive des sogenannten 28. Regimes.
Österreichweit bieten 540 Notar:innen unabhängige, unparteiliche sowie unbürokratische Dienstleistungen in verschiedenen Rechtsbereichen, darunter persönliche Vorsorge, Immobilienrecht und Unternehmensgründungen. Die Leistungen reichen von der Errichtung eines Testaments über den Kauf einer Immobilie bis zur Gründung eines Unternehmens. Dabei stehen Rechtssicherheit und Transparenz im Mittelpunkt. Die Arbeit zeichnet sich durch höchste Sorgfalt, Vertraulichkeit und Fachkompetenz aus – für eine individuelle und lösungsorientierte Beratung in rechtlichen Angelegenheiten. Digitale Services sorgen für eine flexible und effiziente Abwicklung.
Für weitere Informationen: ihr-notariat.at
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