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Kultur

Psychische Gesundheit im Rampenlicht: Wiener Rathaus ehrt mutige Medien

23. Oktober 2025 um 12:40
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Am 23. Oktober 2025 war das Wiener Rathaus Schauplatz einer besonderen Ehrung: Der Stephan-Rudas-Preis, benannt nach dem renommierten Psychiater Stephan Rudas, wurde an herausragende Medienbeiträge verliehen, die sich mit dem Thema psychische Gesundheit auseinandersetzen. Diese Auszeichnung wird jäh

Am 23. Oktober 2025 war das Wiener Rathaus Schauplatz einer besonderen Ehrung: Der Stephan-Rudas-Preis, benannt nach dem renommierten Psychiater Stephan Rudas, wurde an herausragende Medienbeiträge verliehen, die sich mit dem Thema psychische Gesundheit auseinandersetzen. Diese Auszeichnung wird jährlich am Tag der psychischen Gesundheit vergeben und soll die Bedeutung einer sensiblen Berichterstattung in diesem Bereich unterstreichen.

Ein Preis mit Tradition und Bedeutung

Der Stephan-Rudas-Preis hat sich seit seiner Einführung zu einer prestigeträchtigen Auszeichnung im Bereich der Medien entwickelt. Er wird in fünf Kategorien vergeben: Print, Online-Magazine, Fernseh- und Radiobeiträge, Podcasts und Blogs sowie ein Sonderpreis für Erfahrungsexpert*innen. Die diesjährigen Gewinner wurden von einer Fachjury ausgewählt, die die Qualität und den Einfluss der Beiträge auf die öffentliche Wahrnehmung psychischer Gesundheit bewertet hat.

Die Gewinner und ihre Beiträge

  • Birgit Großekathöfer und Fabian Pieper: Mit ihrer Videoreportage „Therapie mit Psychedelika: Können Magic Mushrooms Depressionen heilen?“ haben die beiden Redakteure von DER SPIEGEL das Potenzial von Psilocybin, einem Wirkstoff in Magic Mushrooms, bei der Behandlung von Depressionen beleuchtet. Über Monate begleiteten sie einen Studienteilnehmer und Forscher*innen einer deutschen Studie, um die Chancen und Risiken dieser Therapieform aufzuzeigen.
  • Johanna Tirnthal und Diana Köhler: Das Feature „Belastungen am Bauernhof“, produziert für Ö1, thematisiert die psychischen Probleme, die in der Landwirtschaft häufig tabuisiert werden. Der Beitrag gibt Bäuer*innen eine Stimme und zeigt auf, dass es Hilfe gibt, um Suiziden vorzubeugen.
  • Shoko Bethke: In ihrer Ich-Reportage „Dann zog er die Tür hinter sich zu. Tschüss“ schreibt Bethke über den Suizid ihres Vaters und die Überwindung eigener suizidaler Gedanken. Ihr persönlicher Bericht erschien in DER SPIEGEL und unterstreicht die Wichtigkeit, sich Hilfe zu holen.
  • Anne-Marie Darok: Die Online-Journalistin hat mit der Kampagne „Pride Month 2025: Therapie ohne Erklärungsbedarf“ die Sichtbarkeit queerer Menschen in der psychosozialen Versorgung erhöht. Die Kampagne fand auf Social-Media-Plattformen statt und thematisierte die Bedürfnisse queerer Menschen.
  • Lena Frings: In „Bin das wirklich ich?“ setzt sich die Journalistin mit ihrer Vergangenheit auseinander, als sie in einer Klinik gegen Anorexie und Depressionen kämpfte. Der Artikel macht Betroffenen Mut und zeigt, dass es einen Weg aus der Krankheit gibt.

Die Verantwortung der Medien

„Die Art und Weise, wie über psychische Gesundheit berichtet wird, hat großen Einfluss darauf, wie Betroffene in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, betonte Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie-, Sucht- und Drogenfragen, bei der Preisverleihung. Medien tragen eine besondere Verantwortung, die viele Journalist*innen bereits mit großem Engagement wahrnehmen.

Die ausgezeichneten Beiträge zeigen, dass differenzierte und respektvolle Berichterstattung nicht im Widerspruch zu einer kritischen Auseinandersetzung steht. Im Gegenteil: Gerade sie eröffnet neue Perspektiven, wie die neue Chefärztin der Psychosozialen Dienste in Wien, Prim.a Dr.in Katrin Skala, unterstrich.

Psychische Gesundheit betrifft uns alle

Dr. Georg Psota, Vorsitzender der Jury, hob hervor, dass sich psychische Gesundheit auf alle Lebensbereiche auswirken kann. Die Vielfalt der eingereichten Beiträge zeigt, dass dieses Thema nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Landwirtschaft, in Familien und in der LGBTQ+-Community von Bedeutung ist.

Ein Blick in die Zukunft

Die Verleihung des Stephan-Rudas-Preises zeigt, dass das Bewusstsein für psychische Gesundheit wächst. Doch es gibt noch viel zu tun. Experten betonen, dass die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen ein fortlaufender Prozess ist, der die Unterstützung der gesamten Gesellschaft erfordert.

In Zukunft könnten weitere innovative Therapieansätze, wie die Nutzung von Psychedelika, an Bedeutung gewinnen. Doch die Forschung steht hier erst am Anfang, und es ist wichtig, dass Medien weiterhin kritisch und ausgewogen darüber berichten.

Fazit

Die Verleihung des Stephan-Rudas-Preises im Wiener Rathaus hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine verantwortungsvolle Berichterstattung über psychische Gesundheit ist. Die ausgezeichneten Beiträge leisten einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung und zeigen, dass psychische Gesundheit uns alle betrifft.

Fotos der Veranstaltung und weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website der Psychosozialen Dienste in Wien unter psd-wien.at/stephan-rudas-preis-2025.

Schlagworte

#Entstigmatisierung#Medienpreis#Psychedelika#Psychische Gesundheit#Psychosoziale Dienste#Stephan-Rudas-Preis#Wiener Rathaus

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