Am 15. Januar 2026 erreichte das Pflegeprojekt Vietnam des Landes Niederösterreich und des International Nursing Centers des IMC Krems einen bedeutenden Meilenstein. Mit der kommissionellen Endprüfung schließt die erste Ausbildungsgruppe ihre Ausbildung erfolgreich ab. Diese Initiative, die inmitten
Am 15. Januar 2026 erreichte das Pflegeprojekt Vietnam des Landes Niederösterreich und des International Nursing Centers des IMC Krems einen bedeutenden Meilenstein. Mit der kommissionellen Endprüfung schließt die erste Ausbildungsgruppe ihre Ausbildung erfolgreich ab. Diese Initiative, die inmitten des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an Pflegekräften in Österreich ins Leben gerufen wurde, zeigt, wie internationale Kooperationen zur Lösung nationaler Herausforderungen beitragen können.
Das Pflegeprojekt Vietnam wurde ins Leben gerufen, um dem steigenden Fachkräftebedarf im Pflegebereich strukturiert und langfristig zu begegnen. Durch die universitäre Kooperation zwischen Hanoi und Krems wird ein einzigartiges Ausbildungsmodell geschaffen, das in Europa seinesgleichen sucht. Die Teilnehmer*innen des Projekts durchlaufen eine intensive sprachliche Vorbereitung in Vietnam, um das Zielniveau Deutsch B2 zu erreichen. Darauf folgt eine pflegerische Ausbildung in Niederösterreich, die sich an den rechtlichen und fachlichen Standards des österreichischen Gesundheitswesens orientiert.
Der Fachkräftemangel im Pflegebereich ist kein neues Phänomen. Bereits in den frühen 2000er Jahren begannen europäische Länder, darunter auch Österreich, Strategien zur Anwerbung internationaler Pflegekräfte zu entwickeln. Die demografische Entwicklung mit einer alternden Bevölkerung und einem Rückgang der Geburtenraten verschärfte den Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Projekte wie das Pflegeprojekt Vietnam sind Teil einer umfassenden Strategie, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz verfolgt Österreich mit dem Pflegeprojekt Vietnam einen innovativen Ansatz. Während Deutschland stark auf die Anerkennung ausländischer Abschlüsse setzt, kombiniert Österreich die sprachliche und fachliche Ausbildung vor Ort. In der Schweiz liegt der Fokus eher auf der Integration von bereits ausgebildeten Fachkräften. Österreichs Modell könnte als Vorbild für andere Länder dienen, die ebenfalls mit dem Fachkräftemangel kämpfen.
Für die Bürger Niederösterreichs bedeutet dieses Projekt eine Verbesserung der Pflegequalität und eine Entlastung der heimischen Pflegekräfte. Ein Beispiel hierfür ist die stationäre Langzeitpflege, wo die neuen Absolvent*innen ihre Kolleg*innen unterstützen und so die Versorgungssituation stabilisieren. Die Integration der vietnamesischen Fachkräfte in die österreichische Kultur und Arbeitswelt ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der nicht nur die Qualität der Pflege verbessert, sondern auch zur sozialen Kohäsion beiträgt.
Derzeit umfasst die erste Ausbildungsgruppe 41 Teilnehmer*innen, die nach erfolgreichem Abschluss in niederösterreichischen Pflegeheimen arbeiten werden. Im Jahr 2025 hat die Landesgesundheitsagentur bereits 1.300 neue Pflegekräfte aufgenommen. Diese Zahlen verdeutlichen den Bedarf und die Bedeutung internationaler Projekte zur Fachkräftegewinnung.
Das Pflegeprojekt Vietnam ist als langfristiges Vorhaben konzipiert. In den kommenden Jahren sollen weitere Ausbildungsgruppen folgen, um kontinuierlich qualifizierte Pflegekräfte für Niederösterreich zu gewinnen. Die gewonnenen Erfahrungen aus der ersten Ausbildungsgruppe werden in die Weiterentwicklung des Programms einfließen, um die pflegerische Versorgung im Bundesland nachhaltig zu sichern.
Das Pflegeprojekt Vietnam ist ein Leuchtturmprojekt der internationalen Fachkräftegewinnung, das zeigt, wie durchdachte Strategien und internationale Kooperationen zur Lösung lokaler Herausforderungen beitragen können. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieses Modell in den kommenden Jahren entwickelt und welche weiteren Länder diesem Beispiel folgen werden. Interessierte können mehr über das Projekt auf der offiziellen Website erfahren.