In Österreich steht ein heißes Thema auf der politischen Agenda: die Altersvorsorge. Am 28. August 2025, während der Regierungsklausur, wird ein Vorschlag diskutiert, der die betriebliche Vorsorge stärken soll. Doch die bisherigen Erfahrungen mit den Pensionskassen werfen Fragen auf. Ist die betrieb
In Österreich steht ein heißes Thema auf der politischen Agenda: die Altersvorsorge. Am 28. August 2025, während der Regierungsklausur, wird ein Vorschlag diskutiert, der die betriebliche Vorsorge stärken soll. Doch die bisherigen Erfahrungen mit den Pensionskassen werfen Fragen auf. Ist die betriebliche Altersvorsorge in ihrer derzeitigen Form ein Erfolgsmodell oder droht uns eine Altersarmut?
Ein Blick auf die Homepage der Österreichischen Kontrollbank offenbart ein alarmierendes Bild: Die Performance der Pensionskassen in den letzten 15 Jahren liegt bei mageren 3,53%. Viele Berechtigte hatten jedoch mit der doppelten Performance gerechnet. Die Konsequenzen sind drastisch: Die Mehrheit der rund 150.000 Leistungsberechtigten sieht sich mit Pensionskürzungen konfrontiert. In einigen Fällen hat sich die ursprünglich ausbezahlte Pension um mehr als die Hälfte reduziert. Eine Zusatzpension, die im Jahr 2000 noch 376 Euro betrug, ist heute auf nur noch 133 Euro geschrumpft. Das sind 65% weniger!
Im internationalen Vergleich schneiden die österreichischen Pensionskassen ebenfalls schlecht ab. Laut dem OECD-Bericht 'Pension Markets in Focus 2024' liegen Länder wie Dänemark und die Niederlande mit einer um zwei Prozent besseren Performance deutlich vor Österreich. Australien und Kanada erzielen sogar Erträge von 6,9% bzw. 6,4%, also mehr als das Doppelte im Vergleich zu Österreich.
2025 zeigt sich, dass die Pensionskassen zum falschen Zeitpunkt investieren und dabei risikoscheu sind. So wurden die Kursrückgänge im April nicht genutzt, um Ertragschancen zu generieren. Eine private Veranlagung mit einem dynamischen Risikoprofil hätte doppelt so viel Ertrag bei geringeren Kosten gebracht.
Ein weiteres Problem ist das fehlende Wahlrecht der Leistungsberechtigten, ihre persönliche Veranlagungsstrategie zu wählen. Während Anwartschaftsberechtigte zwischen dynamisch, aktiv und konservativ wählen können, sind Leistungsberechtigte den Entscheidungen der Pensionskassen ausgeliefert. Eine Gleichstellung könnte die Situation erheblich verbessern, ohne den Gesetzgeber einen Cent zu kosten.
Ein fiktiver Experte kommentiert: "Die derzeitigen Rahmenbedingungen der Pensionskassen sind nicht mehr zeitgemäß. Wir müssen uns an international übliche Standards anpassen, um den Berechtigten eine stabile Altersvorsorge zu garantieren."
Der Schutzverband der PEnsionsKAssenBErechtigten (PEKABE) vertritt die Interessen von über einer Million Berechtigter der österreichischen Pensionskassen. Peter Weller, Obmann von PEKABE, sieht den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge kritisch. Er betont, dass die mageren Erträge keine stabilen Pensionen garantieren können und die wiederholten Kürzungen nicht zu leugnen sind. Die Veranlagungspolitik der Pensionskassen müsse dringend verbessert werden.
Was bedeutet das alles für die Zukunft? Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, droht vielen Österreichern eine unzureichende Altersvorsorge. Der Druck auf die Regierung wächst, Lösungen zu finden, die sowohl den Berechtigten als auch den wirtschaftlichen Realitäten gerecht werden. Die Regierungsklausur könnte den Startschuss für notwendige Reformen geben.
Fazit: Die Diskussion um die Altersvorsorge ist in vollem Gange und betrifft Millionen von Österreichern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine stabile und sichere Altersvorsorge zu gewährleisten.