Am 15. Dezember 2025 verkündete der Pensionistenverband Österreichs eine bedeutende Entwicklung: Der ÖVP-nahe Seniorenbund hat sich dem langjährigen Vorschlag des Pensionistenverbandes angeschlossen, einen steuerlichen Freibetrag für arbeitende Pensionistinnen und Pensionisten einzuführen. Diese Ent
Am 15. Dezember 2025 verkündete der Pensionistenverband Österreichs eine bedeutende Entwicklung: Der ÖVP-nahe Seniorenbund hat sich dem langjährigen Vorschlag des Pensionistenverbandes angeschlossen, einen steuerlichen Freibetrag für arbeitende Pensionistinnen und Pensionisten einzuführen. Diese Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf das österreichische Steuersystem und die finanzielle Situation vieler Pensionistinnen und Pensionisten haben.
Der Vorschlag, Steuerfreibeträge für Zuverdienste im Ruhestand einzuführen, ist nicht neu. Bereits seit mehreren Jahren wird in Österreich darüber diskutiert, wie man das Steuersystem gerechter gestalten kann. Ein Steuerfreibetrag ist eine Summe, die vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden kann, bevor die Steuer berechnet wird. Dies reduziert die Steuerlast und kann insbesondere für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen von Vorteil sein.
In der Vergangenheit wurde häufig eine Flat Tax, also ein einheitlicher Steuersatz für alle Einkommen, diskutiert. Doch Kritiker argumentierten, dass eine Flat Tax vor allem Bezieher*innen hoher Einkommen begünstigt. Der Pensionistenverband hat daher stets einen Freibetrag als sozial gerechtere Lösung propagiert. Diese Forderung wurde vor zwei Jahren auch im Österreichischen Seniorenrat eingebracht und nun endlich vom Seniorenbund aufgegriffen.
In Deutschland und der Schweiz gibt es bereits ähnliche Modelle. In Deutschland existieren Steuerfreibeträge für Rentner, die einen Teil ihres Einkommens steuerfrei beziehen können. In der Schweiz gibt es ebenfalls Freibeträge, die sich positiv auf das verfügbare Einkommen auswirken. Beide Länder haben gezeigt, dass ein solches System nicht nur praktikabel, sondern auch sozial gerecht ist.
Ein Vergleich der Freibetragsmodelle zeigt, dass Österreich von den Erfahrungen seiner Nachbarn profitieren könnte. Während in Deutschland der Freibetrag jährlich angepasst wird, bietet die Schweiz flexible Modelle, die auf die individuelle Situation der Rentner*innen abgestimmt sind. Diese Ansätze könnten als Vorbild für Österreich dienen.
Die Einführung eines Steuerfreibetrags könnte insbesondere für Pensionistinnen und Pensionisten mit niedrigen und mittleren Einkommen eine wesentliche Entlastung darstellen. Nehmen wir das Beispiel einer Pensionistin, die zusätzlich zu ihrer Pension einen kleinen Nebenjob ausübt: Durch den Freibetrag würde ein größerer Teil ihres Zuverdienstes steuerfrei bleiben, was ihr mehr finanziellen Spielraum verschaffen könnte.
Ein weiterer Vorteil wäre die Förderung der Erwerbstätigkeit im Alter. Viele Pensionistinnen und Pensionisten möchten auch im Ruhestand aktiv bleiben und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Ein steuerlicher Anreiz könnte dazu führen, dass mehr Menschen diese Möglichkeit wahrnehmen und länger im Arbeitsleben bleiben.
Der Seniorenbund hat einen Freibetrag von 2.000 Euro pro Monat vorgeschlagen. Der Pensionistenverband hingegen hält diese Summe für zu hoch und spricht sich für einen Freibetrag zwischen 500 und 1.000 Euro aus. Diese Größenordnung soll sicherstellen, dass das Modell finanzierbar bleibt und gleichzeitig eine spürbare Entlastung bietet.
Laut Berechnungen des Pensionistenverbandes könnte ein Freibetrag von 1.000 Euro monatlich für viele Pensionistinnen und Pensionisten eine erhebliche Verbesserung darstellen. Es wird erwartet, dass dadurch die Steuerlast um bis zu 25% reduziert werden könnte, was einer erheblichen Ersparnis entspricht.
Der Pensionistenverband plant, seine Konzepte für einen sozial ausgewogenen Freibetrag weiter voranzutreiben. In den kommenden Monaten sollen Gespräche mit der Bundesregierung geführt werden, um ein gerechtes Modell zur Förderung des Arbeitens im Alter durchzusetzen. Ziel ist es, ein System zu etablieren, das sowohl das solidarische Pensionssystem stärkt als auch für alle Beteiligten transparent und einfach handhabbar ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze. Der Pensionistenverband sieht hier auch die Arbeitgeber*innen in der Pflicht, entsprechende Bedingungen zu schaffen, um einen längeren Verbleib im Erwerbsleben zu ermöglichen.
Die Einführung eines Steuerfreibetrags für arbeitende Pensionistinnen und Pensionisten könnte eine bedeutende Reform des österreichischen Steuersystems darstellen. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung auf die Forderungen des Pensionistenverbandes und des Seniorenbundes reagieren wird. In jedem Fall ist es ein Schritt in Richtung einer gerechteren Verteilung der Steuerlast und einer stärkeren Unterstützung der älteren Generation.
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