Der Equal Pension Day am 7. August 2025 markiert einen historischen Moment in Österreichs Kampf um Gleichberechtigung: Erstmals liegt die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen unter 40 Prozent. Doch was bedeutet das wirklich für die Betroffenen? Und wie sieht die Zukunft aus?Der Equal Pension Da
Der Equal Pension Day am 7. August 2025 markiert einen historischen Moment in Österreichs Kampf um Gleichberechtigung: Erstmals liegt die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen unter 40 Prozent. Doch was bedeutet das wirklich für die Betroffenen? Und wie sieht die Zukunft aus?
Der Equal Pension Day ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Ende des Jahres bekommen werden. In diesem Jahr fällt dieser Tag auf den 7. August. Das bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 147 Tage weniger Pension erhalten als Männer. Ein erschreckendes Zeugnis der Ungleichheit, das seit 2015 durch den Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes ins Leben gerufen wurde.
Im Jahr 2015 lag der Pensionsunterschied noch bei 43,3 Prozent. Seitdem ist kontinuierlich eine Verbesserung zu beobachten, doch der Fortschritt ist langsam. Bis 2024 sank der Unterschied auf 40,1 Prozent, und nun liegt er bei 39,7 Prozent. Diese Zahlen mögen wie ein Erfolg erscheinen, doch sie verdeutlichen auch, wie zäh der Kampf um Gleichberechtigung verläuft.
Diese Zahlen stammen aus der Pensionsversicherungs-Jahresstatistik Dezember 2024, berechnet von der MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien. Sie zeigen, dass Frauen im Durchschnitt um 39,7 Prozent weniger Pension als Männer erhalten.
In Wien wird der Equal Pension Day erst am 19. September begangen, während er in Vorarlberg bereits am 13. Juli eintritt. Diese regionalen Unterschiede sind ein weiteres Indiz dafür, dass die Gleichberechtigung in Österreich noch einen weiten Weg vor sich hat. Die höchsten Frauenpensionen gibt es in Wien, während Vorarlberg mit den niedrigsten Werten das Schlusslicht bildet.
„Ein faires Einkommen ist Voraussetzung für eine gerechte Pension“, erklärt Wiens Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung von Lohngerechtigkeit, um Altersarmut zu verhindern. Doch noch immer verdienen Frauen in 97 Prozent der österreichischen Gemeinden weniger als drei Viertel des Medianeinkommens der Männer.
Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger betont, dass Lohntransparenz ein wesentlicher Faktor für die Beseitigung von Ungleichheiten ist. Ohne transparente Daten bleibt die Ungerechtigkeit verborgen. Eine aktuelle Umfrage von L&R Sozialforschung soll das Bewusstsein für Lohnunterschiede schärfen und zu einem gesellschaftlichen Dialog anregen.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die gerechte Aufteilung der Care-Arbeit. Laut Statistik Austria geben 40 Prozent der teilzeitarbeitenden Frauen an, dass sie aufgrund von Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen in Teilzeit arbeiten. Dies führt nicht nur zu einem geringeren Einkommen, sondern auch zu einer niedrigeren Pension.
Die Europäische Kommission hat Österreich wiederholt aufgefordert, mehr Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Nur so können Frauen Vollzeit arbeiten und ein faires Einkommen erzielen. Städtebund-Generalsekretär Weninger sieht in der Schaffung von Kindergartenplätzen eine essenzielle Maßnahme, um die finanzielle Absicherung von Frauen zu gewährleisten.
Die schrittweise Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen auf 65 Jahre, die seit 1. Januar 2024 in Kraft ist, stellt einen weiteren Schritt in Richtung Gleichstellung dar. Doch es fehlen noch immer die notwendigen Rahmenbedingungen, um Frauen gleichberechtigte Arbeitsbedingungen zu bieten.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen könnte einen wesentlichen Beitrag zur Schließung der Pensionslücke leisten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen stärken.
Der Equal Pension Day 2025 ist ein symbolischer Meilenstein, der sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen aufzeigt. Während der Pensionsunterschied erstmals unter 40 Prozent gefallen ist, bleibt die Frage, wie lange es dauern wird, bis wirkliche Gleichberechtigung erreicht ist. Nur durch kontinuierliche Anstrengungen und politische Maßnahmen kann die Kluft zwischen den Geschlechtern endgültig überwunden werden.