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Politik

Pensionen in Österreich: Unglaublicher Durchbruch oder doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

31. Juli 2025
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Der Equal Pension Day am 7. August 2025 markiert einen historischen Moment in Österreichs Kampf um Gleichberechtigung: Erstmals liegt die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen unter 40 Prozent. Doch was bedeutet das wirklich für die Betroffenen? Und wie sieht die Zukunft aus?Der Equal Pension Da

Der Equal Pension Day am 7. August 2025 markiert einen historischen Moment in Österreichs Kampf um Gleichberechtigung: Erstmals liegt die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen unter 40 Prozent. Doch was bedeutet das wirklich für die Betroffenen? Und wie sieht die Zukunft aus?

Der Equal Pension Day: Symbol für Ungleichheit

Der Equal Pension Day ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Ende des Jahres bekommen werden. In diesem Jahr fällt dieser Tag auf den 7. August. Das bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 147 Tage weniger Pension erhalten als Männer. Ein erschreckendes Zeugnis der Ungleichheit, das seit 2015 durch den Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes ins Leben gerufen wurde.

Historische Entwicklung

Im Jahr 2015 lag der Pensionsunterschied noch bei 43,3 Prozent. Seitdem ist kontinuierlich eine Verbesserung zu beobachten, doch der Fortschritt ist langsam. Bis 2024 sank der Unterschied auf 40,1 Prozent, und nun liegt er bei 39,7 Prozent. Diese Zahlen mögen wie ein Erfolg erscheinen, doch sie verdeutlichen auch, wie zäh der Kampf um Gleichberechtigung verläuft.

Die Fakten: Zahlen und Statistiken

  • Durchschnittliche Frauenpension: 1.527 Euro brutto
  • Durchschnittliche Männerpension: 2.535 Euro brutto
  • Pensionsunterschied: 1.008 Euro brutto pro Monat

Diese Zahlen stammen aus der Pensionsversicherungs-Jahresstatistik Dezember 2024, berechnet von der MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien. Sie zeigen, dass Frauen im Durchschnitt um 39,7 Prozent weniger Pension als Männer erhalten.

Regionale Unterschiede

In Wien wird der Equal Pension Day erst am 19. September begangen, während er in Vorarlberg bereits am 13. Juli eintritt. Diese regionalen Unterschiede sind ein weiteres Indiz dafür, dass die Gleichberechtigung in Österreich noch einen weiten Weg vor sich hat. Die höchsten Frauenpensionen gibt es in Wien, während Vorarlberg mit den niedrigsten Werten das Schlusslicht bildet.

Faires Einkommen als Schlüssel

„Ein faires Einkommen ist Voraussetzung für eine gerechte Pension“, erklärt Wiens Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung von Lohngerechtigkeit, um Altersarmut zu verhindern. Doch noch immer verdienen Frauen in 97 Prozent der österreichischen Gemeinden weniger als drei Viertel des Medianeinkommens der Männer.

Die Rolle der Lohntransparenz

Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger betont, dass Lohntransparenz ein wesentlicher Faktor für die Beseitigung von Ungleichheiten ist. Ohne transparente Daten bleibt die Ungerechtigkeit verborgen. Eine aktuelle Umfrage von L&R Sozialforschung soll das Bewusstsein für Lohnunterschiede schärfen und zu einem gesellschaftlichen Dialog anregen.

Die Herausforderung der Care-Arbeit

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die gerechte Aufteilung der Care-Arbeit. Laut Statistik Austria geben 40 Prozent der teilzeitarbeitenden Frauen an, dass sie aufgrund von Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen in Teilzeit arbeiten. Dies führt nicht nur zu einem geringeren Einkommen, sondern auch zu einer niedrigeren Pension.

Die Forderung nach mehr Kinderbetreuungsplätzen

Die Europäische Kommission hat Österreich wiederholt aufgefordert, mehr Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Nur so können Frauen Vollzeit arbeiten und ein faires Einkommen erzielen. Städtebund-Generalsekretär Weninger sieht in der Schaffung von Kindergartenplätzen eine essenzielle Maßnahme, um die finanzielle Absicherung von Frauen zu gewährleisten.

Ein Blick in die Zukunft

Die schrittweise Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen auf 65 Jahre, die seit 1. Januar 2024 in Kraft ist, stellt einen weiteren Schritt in Richtung Gleichstellung dar. Doch es fehlen noch immer die notwendigen Rahmenbedingungen, um Frauen gleichberechtigte Arbeitsbedingungen zu bieten.

Was muss sich ändern?

  • Einführung von Lohntransparenzgesetzen
  • Schaffung von mehr Kinderbetreuungsplätzen
  • Förderung der Vollzeitbeschäftigung von Frauen
  • Gerechte Aufteilung der Care-Arbeit zwischen Männern und Frauen

Die Umsetzung dieser Maßnahmen könnte einen wesentlichen Beitrag zur Schließung der Pensionslücke leisten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen stärken.

Fazit: Ein langer Weg liegt vor uns

Der Equal Pension Day 2025 ist ein symbolischer Meilenstein, der sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen aufzeigt. Während der Pensionsunterschied erstmals unter 40 Prozent gefallen ist, bleibt die Frage, wie lange es dauern wird, bis wirkliche Gleichberechtigung erreicht ist. Nur durch kontinuierliche Anstrengungen und politische Maßnahmen kann die Kluft zwischen den Geschlechtern endgültig überwunden werden.

Schlagworte

#Care-Arbeit#Equal Pension Day#Frauenpension#Gleichstellung#Kinderbetreuung#Lohntransparenz#Pensionsunterschiede

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