Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina brechen alle bisherigen Quoten-Rekorde
Die Olympischen Winterspiele 2026 wurden zur meistgesehenen Olympia-Übertragung der ORF-Geschichte. Besonders überraschend: Randsportarten erreichten Rekordquoten.
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind für den ORF zu einem beispiellosen Quotenerfolg geworden. Vom 6. bis 22. Februar verfolgten 6,138 Millionen Österreicherinnen und Österreicher die Wettkämpfe live im Fernsehen – das entspricht 81 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab 12 Jahren. Damit wurden die Spiele zur meistgesehenen Olympia-Übertragung in der Geschichte des österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Die höchsten Einschaltquoten erzielten erwartungsgemäß die alpinen Ski-Bewerbe. Den Spitzenwert erreichte die Damen-Abfahrt am 8. Februar mit bis zu 1,238 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern – dem höchsten Wert der gesamten Spiele. Im Durchschnitt verfolgten 1,052 Millionen Menschen das Rennen, was einem Marktanteil von 67 Prozent entspricht und den besten Olympia-Wert seit 16 Jahren darstellt.
Auch die Herren-Abfahrt am 7. Februar lockte eine Million Menschen vor die Bildschirme. Mit durchschnittlich 1,088 Millionen Zusehern und einem Marktanteil von 73 Prozent war es die meistgesehene Olympia-Abfahrt seit zwölf Jahren. Der Riesenslalom der Herren am 14. Februar komplettierte das Millionen-Trio mit bis zu 1,152 Millionen Fans und erreichte in der jungen Zielgruppe der 12- bis 29-Jährigen einen Rekord-Marktanteil von 85 Prozent.
Besonders bemerkenswert war der Quotenerfolg von Sportarten, die normalerweise ein Nischenpublikum ansprechen. Den größten Überraschungserfolg erzielte Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock: Ihr Goldlauf am 14. Februar verfolgten 816.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 32 Prozent – ein TV-Rekord für diese Sportart im ORF.
Auch Snowboard-Star Anna Gasser sorgte für Rekordquoten: Ihre Big-Air-Qualifikation am 9. Februar sahen 832.000 Fans bei 31 Prozent Marktanteil. Ebenso überraschend stark war das Interesse am Snowboard Parallel-Riesenslalom, wo Benjamin Karls Gold und Jakob Duseks Bronze bis zu 729.000 Zuschauer anzogen – der beste TV-Wert für Snowboarder seit 2010.
Selbst das Rodeln erlebte eine Renaissance: Jonas Müllers Silber-Medaille beim Einsitzer-Bewerb am 8. Februar verfolgten bis zu 693.000 Menschen – ein Rodel-Rekord seit 2002.
Einen besonderen Höhepunkt erreichte der ORF am 12. Februar, als Österreich gleich vier Medaillen an einem Tag gewann. Gemeinsam mit der Opernball-Übertragung erzielte der Sender einen Tagesmarktanteil von 52,0 Prozent – der höchste ORF-Wert seit elf Jahren nach der endgültigen Gewichtung.
Auch der Spartensender ORF SPORT + profitierte deutlich vom Olympia-Boom. Mit der Übertragung der Hallensportarten wie Curling, Eisschnelllaufen, Shorttrack, Eishockey und Eiskunstlauf erreichte der Kanal eine Tagesreichweite von knapp 300.000 Zusehern.
Die "fleißigsten" Olympia-Zuschauer fanden sich im Burgenland mit 88 Prozent Reichweite, gefolgt von Salzburg mit 84 Prozent sowie Kärnten und der Steiermark mit jeweils 83 Prozent. Parallel dazu erreichten die Olympia-Berichte in Hitradio Ö3 und den ORF-Regionalradios täglich 3,9 Millionen Hörerinnen und Hörer ab zehn Jahren, was 48,1 Prozent der Bevölkerung entspricht.
Auch online wurden neue Maßstäbe gesetzt. Die ORF-Video-Streams von den Olympischen Winterspielen verzeichneten vom 4. bis 22. Februar Rekorde bei allen Nutzungskennzahlen: 290 Millionen Nutzungsminuten, 28 Millionen Bruttoviews und 7,6 Millionen Nettoviews – die stärkste Nutzung seit Beginn der Messung im Jahr 2017.
Besonders beeindruckend war der Live-Stream des zweiten Durchgangs des Herren-Slaloms mit einer Durchschnittsreichweite von 81.000 – nicht nur der meistgenutzte Live-Stream dieser Spiele, sondern auch der bisher stärkste Live-Stream eines alpinen Ski-Bewerbes überhaupt.
Auch in den sozialen Medien war das Interesse enorm: Auf allen ORF-Social-Media-Kanälen wurden 1.100 Postings verfasst, mit denen rund 3,5 Millionen Interaktionen generiert wurden. Dies unterstreicht die große Reichweite und das Engagement des Publikums über alle Kanäle hinweg.
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zeigte sich hocherfreut über den Erfolg: "Sechs Millionen Zuschauer zeigen, wie wichtig es ist, Sportevents wie die Olympischen Spiele im Free-TV zu halten. Mich persönlich freuen dabei die Rekord-Quoten für jene Sportlerinnen und Sportler, die in dieser Hinsicht meist im Schatten der Alpinen und Nordischen stehen, ganz besonders."
Weißmann dankte auch dem ORF-Olympia-Team, das mit bis zu 25 Stunden Live-Berichterstattung pro Tag über viele Venues verteilt "Großartiges geleistet" habe. Insgesamt übertrug der ORF die Spiele in einer Gesamtlänge von mehr als 500 Stunden allein in ORF 1 und auf ORF SPORT +.
Der Olympia-Erfolg setzt sich nahtlos fort: Auch die Paralympics vom 7. bis 15. März werden umfangreich übertragen. ORF 1 zeigt eine tägliche Highlights-Sendung und eine einstündige Rückschau am 29. März, während ORF SPORT + mit umfangreicher Live-Berichterstattung aufwartet.
Die Olympischen Winterspiele 2026 haben damit nicht nur sportlich für österreichische Erfolge gesorgt, sondern auch medial neue Maßstäbe gesetzt. Sie unterstreichen die ungebrochene Faszination des Wintersports für das österreichische Publikum und die wichtige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der Übertragung von Großereignissen.