Dok 1, neue Formate und die Frage: Kann man noch günstig und gesund kochen?
Der ORF widmet sich am 18. Februar ganz dem Thema Ernährung: Von günstigen Menüs über gesünderes Essen bis zur Rettung österreichischer Wirtshäuser.
Die Lebensmittelpreise steigen, Wirtshäuser sperren zu und immer mehr Menschen fragen sich: Was kann ich mir beim Essen eigentlich noch leisten? Der ORF nimmt sich dieser drängenden Fragen an und präsentiert am Mittwoch, dem 18. Februar 2026, einen umfassenden Themenabend rund um Ernährung, Kochen und Gastro-Kultur in Österreich.
Den Auftakt macht um 20.15 Uhr die beliebte Dokumentationsreihe "Dok 1" mit einer Ausgabe, die vielen Österreicherinnen und Österreichern aus der Seele sprechen dürfte. Unter dem Titel "Das 10-Euro-Menü: Kochen in teuren Zeiten" stellt sich Spitzenkoch Christoph Held einer ungewöhnlichen Herausforderung: Er versucht, ein vollwertiges 3-Gänge-Menü in Top-Qualität zu kreieren – und das mit einem Einkaufswert von nur zehn Euro pro Person.
Moderatorin Lisa Gadenstätter begleitet dieses kulinarische Experiment und liefert dabei wertvolle Alltagstipps für alle, die beim Einkauf sparen wollen, ohne auf Qualität verzichten zu müssen. Die zentrale Frage, die sich durch die gesamte Sendung zieht: Ist teurer automatisch besser? Oder gibt es Bereiche, in denen man bedenkenlos zu günstigeren Alternativen greifen kann?
Die Dokumentation wirft auch einen Blick hinter die Kulissen der österreichischen Gastronomie. Wie gehen Restaurants und Wirtshäuser mit den steigenden Einkaufspreisen um? Welche kreativen Lösungen haben Gastronomen entwickelt, um den Spagat zwischen Preisdruck und Qualitätsanspruch zu meistern? Lisa Gadenstätter erhält exklusive Einblicke in den Geschäftsalltag und zeigt auf, in welche Richtung sich die Branche entwickeln muss, um langfristig bestehen zu können.
Um 21.05 Uhr feiert eine brandneue ORF-Produktion Premiere, die sich einem Thema widmet, das viele Menschen beschäftigt: Wie kann man sich im Alltag gesünder ernähren, auch wenn Zeit und Wissen oft fehlen? "So isst Österreich besser" bringt dafür ein ungewöhnliches Trio zusammen: Moderatorin Silvia Schneider, Molekularbiologe Fritz Treiber von der Universität Graz und Haubenkoch Max Stiegl bilden das Kernteam der insgesamt acht Folgen umfassenden Serie.
Das Konzept der Sendung ist so einfach wie überzeugend: Die Macher nehmen alltägliche Lebensmittel unter die Lupe, erklären wissenschaftlich fundiert, was wirklich in Fertigprodukten steckt, und zeigen gleichzeitig praktische Alternativen aus der eigenen Küche. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den Zeigefinger zu erheben oder Menschen für ihre Essgewohnheiten zu belehren.
Die Auftaktfolge widmet sich drei Produkten, die in vielen österreichischen Haushalten zum Standard gehören: Pesto, Proteinriegel und Kollagendrinks. Im burgenländischen Purbach demonstriert Max Stiegl in seiner Gartenküche, wie schnell und einfach ein frisches Pesto zubereitet werden kann. Parallel dazu erklärt Molekularbiologe Fritz Treiber die oft verwirrende Welt der Zusatzstoffe und E-Nummern auf industriell hergestellten Produkten.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Qualität von Olivenöl – einem Produkt, bei dem die Unterschiede zwischen Billig- und Premiumvarianten besonders groß sein können. Ein Besuch in einem Olivengarten im Burgenland ergänzt die wissenschaftlichen Erklärungen um praktische Eindrücke direkt aus der Produktion.
Spannend wird es auch bei den Blindverkostungen mit Testpersonen. Diese zeigen überraschende Ergebnisse: Preis, Intensität und Qualität hängen nicht immer so eindeutig zusammen, wie viele Konsumenten vielleicht annehmen würden. Gerade bei Trendprodukten wie Proteinriegeln und Kollagendrinks stellt sich die Frage: Was können diese Produkte wirklich leisten? Was kann der Körper tatsächlich verwerten? Und wo beginnt reines Marketing?
Silvia Schneider beschreibt die Zielsetzung der Sendung so: "Das Publikum wird in eine Sendung eintauchen, die uns mehrere Optionen zeigt: Die Produkte, die man im Supermarkt kauft, wenn es schnell gehen muss – was in den Produkten tatsächlich drin ist, und wie sie in der Industrie hergestellt werden. Und wie man kostengünstige, schnelle, aber auch gesunde Alternativen selbst zu Hause schaffen kann."
Die Sendung will informieren, unterhalten und inspirieren – ohne dabei zu vergessen, dass im hektischen Alltag eben manchmal schnelle und günstige Lösungen gefragt sind. Alle Rezepte der Sendung werden übrigens in der ORF nachlese veröffentlicht und sind auch online abrufbar.
Um 22.00 Uhr wird es dann emotional: Die neue sechsteilige Doku-Reportageserie "Aufsperren statt Zusperren! Ist das Wirtshaus noch zu retten?" widmet sich einem Thema, das viele Gemeinden in ganz Österreich betrifft – dem dramatischen Wirtshaussterben.
Reporterin Kira Schinko hat sich einer besonderen Mission verschrieben: Sie reist quer durch Österreich, um leerstehende Wirtshäuser für einen Tag wieder aufzusperren. Dabei geht es nicht nur um Nostalgie, sondern um die konkrete Frage, ob diese Orte noch eine Zukunft haben könnten.
Kira Schinko bringt auf den Punkt, warum dieses Thema so wichtig ist: "Das Wirtshaus ist so viel mehr als nur ein Ort zum Essen und Trinken. In einer Zeit der digitalen Blasen sind solche realen Begegnungsorte wichtiger denn je. Ich möchte zeigen, dass hinter den zugesperrten Türen nicht nur Nostalgie, sondern vor allem eine riesige Chance für die Zukunft steckt."
Bei ihren Besuchen trifft die Reporterin auf ehemalige Stammgäste, frühere Wirtsleute und lokale Persönlichkeiten. Unterstützung erhält sie dabei von Spitzen-Gastronomen aus der jeweiligen Region. Mit dabei sind unter anderem Philip Rachinger vom Mühltalhof, Theresia Palmetzhofer vom Restaurant "Zur Palme", das Ehepaar Josef und Elisabeth Floh aus Langenlebarn sowie viele weitere bekannte Namen der österreichischen Gastroszene.
Gemeinsam erkunden sie die leerstehenden Gaststuben, erfahren von deren einstiger Bedeutung für das örtliche Leben und versuchen, Menschen, Ideen und potenzielle neue Pächter zusammenzubringen.
Die erste Folge führt nach Droß im Waldviertel – eine Gemeinde, die weithin für ihre vielen aktiven Vereine bekannt ist. Doch es gibt ein Problem: Es existiert kein Wirtshaus mehr, in dem sich die Vereinsmitglieder treffen könnten. Auch der letzte Wirt hat vor einiger Zeit zugesperrt.
Mit Hilfe von Haubenkoch Josef Floh und Winzerin Silke Mayr vom Vorspannhof Mayr organisiert Kira Schinko für die Vereine einen besonderen Tag: Sie gibt ihnen den geliebten Frühschoppen zurück – zumindest für einen Tag. Ein emotionales Wiedersehen mit einer Tradition, die vielen schmerzlich fehlt.
Den Themenabend beschließt um 22.45 Uhr ein Dacapo der sechsteiligen Serie "Milch und Honig". Die drei kulinarischen Abenteurer Thomas Nowak, Florian Holzer und Ingo Pertramer, die bereits mit "Ochs im Glas" und "Fisch ahoi!" für Aufsehen sorgten, widmen sich diesmal den Licht- und Schattenseiten der Milchindustrie und der Honigproduktion.
Der ORF nutzt den Beginn der Fastenzeit als Anlass, um das Thema Ernährung in all seinen Facetten zu beleuchten. Von praktischen Spartipps über wissenschaftliche Erklärungen zu Inhaltsstoffen bis hin zu emotionalen Reportagen über das Verschwinden der Wirtshauskultur – der Themenabend bietet für jeden Geschmack etwas.
Alle Sendungen sind sowohl in ORF 1 als auch auf ORF ON verfügbar. "So isst Österreich besser" und "Aufsperren statt Zusperren!" stehen sogar bereits 24 Stunden vor der TV-Ausstrahlung auf der Streaming-Plattform zum Abruf bereit.
Die Botschaft des Abends ist klar: Gutes Essen muss nicht teuer sein, bewusste Entscheidungen beim Einkauf zahlen sich aus, und Orte der Begegnung wie das traditionelle Wirtshaus sind es wert, um sie zu kämpfen. In Zeiten steigender Preise und zunehmender Vereinsamung durch digitale Medien trifft der ORF damit einen Nerv.