Am 22. Januar 2026 fand im Wiener ORF RadioKulturhaus die Verleihung der 28. „Radiopreise der Erwachsenenbildung“ statt. Vier herausragende Produktionen des ORF wurden dabei ausgezeichnet, was die journalistische Qualität und die Vielfalt der Inhalte des Senders unterstreicht. Diese Anerkennung ist
Am 22. Januar 2026 fand im Wiener ORF RadioKulturhaus die Verleihung der 28. „Radiopreise der Erwachsenenbildung“ statt. Vier herausragende Produktionen des ORF wurden dabei ausgezeichnet, was die journalistische Qualität und die Vielfalt der Inhalte des Senders unterstreicht. Diese Anerkennung ist nicht nur ein Erfolg für die Preisträgerinnen und Preisträger, sondern auch ein Indikator für den Stellenwert, den Qualitätsjournalismus in Österreich genießt.
In der Kategorie „Literatur, Kultur, Kunst“ wurde Till Köppel für seine „Radiokolleg“-Reihe „Das Absurde“ geehrt. Diese Serie beschäftigt sich mit der Absurdität des Lebens und hinterfragt unsere Wahrnehmung von Sinn und Unsinn. Köppel gelingt es, die Zuhörer in eine Welt zu entführen, die sich den gewohnten Denkmustern entzieht und neue Perspektiven eröffnet.
Der „Eduard Ploier-Preis für ökonomische, demokratische und politische Bildung“ ging an Karin Berger und Ulrike Schmitzer. Ihre Sendereihe „Es war ein kämpferisches Leben“ basiert auf Interviews mit Frauen, die im Widerstand gegen das Nazi-Regime aktiv waren. Diese historischen Stimmen werden so einem breiten Publikum zugänglich gemacht, was nicht nur zur Erinnerungskultur beiträgt, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Diskurse bereichert.
In der Kategorie „Wissenschaftsvermittlung, Kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung“ wurden Isabelle Funke, Joshua Krapfenbauer und Michael Fiedler für ihren Podcast „Einfach Erklärt“ ausgezeichnet. Der Podcast erklärt komplexe Themen in einfacher Sprache und ist ein wertvolles Bildungsinstrument, das Barrieren abbaut und Wissen für alle zugänglich macht.
Renata Schmidtkunz erhielt einen Preis in der Kategorie „Menschenrechte und Gesellschaft“ für ihr Gespräch mit UN-Sonderbotschafterin Francesca Albanese. Diese Sendung beleuchtet die Bedeutung der Menschenrechte und die Gefahren, die durch deren Missachtung entstehen können.
Die Radiopreise der Erwachsenenbildung sind ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Medienlandschaft. Sie fördern nicht nur die Qualität der Inhalte, sondern auch die Vielfalt der Themen, die im Radio behandelt werden. Die Preise werden von der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) verliehen, die aus zehn Verbänden besteht, darunter das Berufsförderungsinstitut Österreich und der Büchereiverband Österreichs.
Historisch gesehen haben diese Preise dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Rolle des Radios als Bildungsmedium zu schärfen. Seit ihrer Einführung haben sie zahlreiche Produktionen ausgezeichnet, die sich durch ihre inhaltliche Tiefe und ihre gesellschaftliche Relevanz auszeichnen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Auszeichnungen existieren, zeigt sich, dass Österreichs Radiopreise eine einzigartige Plattform für die Förderung von Bildungsinhalten bieten. Während in Deutschland der Grimme-Preis eine ähnliche Rolle spielt, fokussiert sich die Schweiz stärker auf Fernsehproduktionen. Österreichs Fokus auf das Radio unterstreicht die Bedeutung dieses Mediums in der Erwachsenenbildung.
Die ausgezeichneten Produktionen haben direkte Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung. Sie bieten nicht nur Bildung und Information, sondern fördern auch den gesellschaftlichen Diskurs. Zum Beispiel ermöglicht die Sendereihe „Es war ein kämpferisches Leben“ den Zuhörern, sich mit der Geschichte des Widerstands gegen das Nazi-Regime auseinanderzusetzen und daraus Lehren für die Gegenwart zu ziehen.
Der Podcast „Einfach Erklärt“ trägt zur Inklusion bei, indem er komplexe Themen verständlich aufbereitet. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der der Zugang zu Wissen oft durch sprachliche Barrieren eingeschränkt wird.
Insgesamt wurden 169 Produktionen für die Radiopreise eingereicht, von denen 19 nominiert wurden. Diese hohe Zahl an Einreichungen zeigt das Interesse und die Bedeutung, die der Preis in der österreichischen Medienlandschaft hat. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der KEBÖ, Journalistinnen und Journalisten sowie Medienwissenschaftlerinnen und Medienwissenschaftlern, hatte die schwierige Aufgabe, aus dieser Fülle an qualitativ hochwertigen Beiträgen die Preisträger auszuwählen.
Die Zukunft der Radiopreise der Erwachsenenbildung sieht vielversprechend aus. In einer sich ständig verändernden Medienlandschaft bleibt das Radio ein wichtiges Medium für Bildung und Information. Die fortschreitende Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, Bildungsinhalte noch breiter zu streuen und neue Zielgruppen zu erreichen. Die Auszeichnung von Formaten wie „Einfach Erklärt“ zeigt, dass innovative Ansätze in der Wissensvermittlung gefragt sind und gefördert werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Radiopreise der Erwachsenenbildung nicht nur ein Gradmesser für Qualität sind, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Förderung von Bildung und gesellschaftlichem Diskurs leisten. Die ausgezeichneten Produktionen setzen Maßstäbe und inspirieren andere, ihrem Beispiel zu folgen.
Welche weiteren innovativen Formate könnten in Zukunft ausgezeichnet werden? Die Möglichkeiten sind vielfältig, und die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich die Radiolandschaft weiterentwickelt.