Während Österreichs Haushalte unter steigenden Kosten leiden, sorgt ein Luxus-Pensionsvertrag im ORF für Empörung. Die interimistische Generaldirektorin Ingrid Thurnher steht unter Druck, nicht nur...
Während Österreichs Haushalte unter steigenden Kosten leiden, sorgt ein Luxus-Pensionsvertrag im ORF für Empörung. Die interimistische Generaldirektorin Ingrid Thurnher steht unter Druck, nicht nur den umstrittenen Pensionsvertrag für ORF-Manager Pius Strobl zu stoppen, sondern dessen gesamte Position zu überdenken. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen über politische Netzwerke im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf und zeigt, wie persönliche Verbindungen Karrieren beeinflussen können.
Im Zentrum der Kritik stehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro für Pius Strobl, der als ORF-Hauptabteilungsleiter ein Jahresgehalt von 450.000 Euro bezieht. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker bezeichnet diese Regelung als "vollkommen absurd" und fordert eine grundsätzliche Überprüfung der Personalie Strobl.
Pensionsrückstellungen sind buchhalterische Vorkehrungen, die Unternehmen für künftige Pensionsverpflichtungen treffen müssen.
Strobls Karriere beim ORF ist geprägt von der sogenannten "ORF-Abhöraffäre" aus dem Jahr 2010. Damals war er als Kommunikationschef des Senders tätig und soll eine ORF-Mitarbeiterin dazu angestiftet haben, Mitschnitte von Gesprächen zwischen Stiftungsräten, ORF-Managern und Journalisten im Umfeld einer Stiftungsratssitzung anzufertigen. Nach deren Bekanntwerden musste er als ORF-Kommunikationschef gehen und den ORF verlassen.
Der OTS-Text verweist auf Verbindungen zwischen Strobl und ORF-Generaldirektor Wrabetz sowie auf Strobls frühere politische Aktivitäten: Er war Mitbegründer der Grünen und war später Bundesgeschäftsführer der Partei. Dem OTS zufolge holte ihn Wrabetz 2006 in den ORF zurück und 2015 erneut als Sicherheitsbeauftragter, bevor er 2018 zum Hauptabteilungsleiter gemacht wurde.
Zwischen 2010 und 2015 war Strobl laut OTS als Externer weiterhin für den ORF tätig und betreute Großprojekte wie die Abhaltung des Eurovision Song Contest.
Der OTS-Text nennt außerdem, dass 2021 die ehemalige Landesgeschäftsführerin der Grünen Burgenland zur Umweltreferentin im ORF bestellt wurde und diese Position in Strobls Hauptabteilung angesiedelt sei. FPÖ-Generalsekretär Hafenecker wertet dies im OTS als Beispiel für ein rot-grünes Netzwerk im ORF und fordert, die Personalie Strobl grundsätzlich zu hinterfragen.