Der österreichische Rundfunk (ORF) hat eine bedeutende Programmänderung angekündigt, um dem kürzlich verstorbenen, renommierten Journalisten Heinz Nußbaumer zu gedenken. Diese Entscheidung unterstreicht die enorme Wertschätzung, die Nußbaumer in der österreichischen Medienlandschaft genoss. Von sein
Der österreichische Rundfunk (ORF) hat eine bedeutende Programmänderung angekündigt, um dem kürzlich verstorbenen, renommierten Journalisten Heinz Nußbaumer zu gedenken. Diese Entscheidung unterstreicht die enorme Wertschätzung, die Nußbaumer in der österreichischen Medienlandschaft genoss. Von seinen frühen Anfängen bis zu seinen letzten Tagen hinterließ er einen unauslöschlichen Eindruck, der nun in einem speziellen Erinnerungsprogramm gewürdigt wird.
Heinz Nußbaumer, geboren am 16. Juli 1943 in Bad Reichenhall, wuchs in Salzburg auf und verfolgte eine akademische Laufbahn in Theologie, Rechts- und Staatsphilosophie sowie Kunstgeschichte. Diese breite Bildung legte den Grundstein für seine facettenreiche Karriere als Journalist und Publizist. Bereits 1964 begann er seine journalistische Laufbahn bei der „Salzburger Volkszeitung“. Zwei Jahre später wurde er von Hugo Portisch zum „Kurier“ nach Wien geholt, wo er das Außenpolitik-Ressort fast zwei Jahrzehnte lang leitete.
Von 2001 bis 2008 war Nußbaumer Gastgeber der ORF-Fernsehsendung „Philosophicum“ und moderierte darüber hinaus die „kreuz & quer“-Religionsdiskussionen. Diese Formate ermöglichten es ihm, seine Expertise in religionspolitischen und gesellschaftspolitischen Themen einem breiten Publikum zu präsentieren. Seine Fähigkeit, komplexe Themen verständlich und zugänglich zu machen, machte ihn zu einem beliebten Diskussionsleiter.
Nußbaumer führte Interviews mit internationalen Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow, Ronald Reagan, Indira Gandhi und Jassir Arafat. Diese Begegnungen zeugen von seiner journalistischen Brillanz und seinem tiefen Verständnis für weltpolitische Zusammenhänge. In Österreich verlieh er der Wochenzeitung „Die Furche“ als Herausgeber und Kolumnist seine unverwechselbare Handschrift.
Um Nußbaumer zu ehren, hat der ORF ein spezielles Programm zusammengestellt. Am Samstag, dem 1. November 2025, wird auf ORF 2 und ORF ON die „Was ich glaube“-Ausgabe „Heinz Nußbaumer – Wie ist das mit dem Berg Athos?“ ausgestrahlt. Diese Sendung beleuchtet Nußbaumers persönliche und spirituelle Reisen, die er in seinem Bestseller „Der Mönch in mir“ detailliert beschrieb.
Am Mittwoch, dem 29. Oktober, zeigt ORF III das „letzte Interview“ mit Heinz Nußbaumer, moderiert von Gerhard Jelinek. Direkt im Anschluss wird die „zeit.geschichte“-Produktion „Erlebt, erzählt – Heinz Nußbaumer erinnert sich“ zu sehen sein. Diese Dokumentation bietet einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt und das Lebenswerk eines Mannes, der die österreichische Medienlandschaft nachhaltig prägte.
Heinz Nußbaumer reiht sich in eine Riege von Journalisten ein, die nicht nur durch ihre Berichterstattung, sondern auch durch ihre Persönlichkeit Geschichte schrieben. Ähnlich wie Hugo Portisch, der ihn einst zum „Kurier“ holte, oder Armin Wolf, der heute als eines der bekanntesten Gesichter des ORF gilt, schaffte es Nußbaumer, das Vertrauen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu gewinnen.
Vergleicht man seine Karriere mit der von Journalisten in anderen Bundesländern oder Ländern, so fällt auf, dass Nußbaumer stets die Balance zwischen kritischer Berichterstattung und respektvollem Umgang mit seinen Gesprächspartnern fand. Diese Fähigkeit ist in einer Zeit, in der Medien oft polarisiert und sensationsgetrieben agieren, besonders bemerkenswert.
Die Programmänderungen im ORF sind nicht nur eine Hommage an Nußbaumer, sondern auch eine Gelegenheit für die Zuschauer, sich mit seinem Werk und seinen Gedanken auseinanderzusetzen. Für viele wird es eine Reise in die Vergangenheit sein, in der sie die Möglichkeit haben, die Entwicklungen und Ereignisse, die Nußbaumer kommentierte, noch einmal zu erleben.
Für den ORF bedeutet dies, dass er seine Rolle als Vermittler von Wissen und Kultur einmal mehr unter Beweis stellt. In einer Zeit, in der Streaming-Dienste und Online-Plattformen um die Aufmerksamkeit der Zuschauer buhlen, ist es umso wichtiger, dass der ORF seine einzigartige Position als öffentlich-rechtlicher Sender nutzt, um qualitativ hochwertige Inhalte zu bieten.
Der Verlust von Heinz Nußbaumer wirft die Frage auf, wie der ORF und die österreichische Medienlandschaft in Zukunft mit der Herausforderung umgehen werden, solch bedeutende Persönlichkeiten hervorzubringen. Der Bedarf an kritischem Journalismus, der Hintergründe beleuchtet und Zusammenhänge verständlich macht, ist größer denn je.
Experten sind sich einig, dass der ORF weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird, wenn es darum geht, die Öffentlichkeit zu informieren und zu bilden. Doch es wird auch darauf ankommen, neue Talente zu fördern und innovative Formate zu entwickeln, die den Anforderungen einer sich schnell verändernden Medienwelt gerecht werden.
Heinz Nußbaumer hinterlässt ein Erbe, das nicht nur in seinen zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen zum Ausdruck kommt, sondern vor allem in den Herzen der Menschen, die er mit seinen Worten und Gedanken berührte. Sein Tod ist ein Verlust für Österreich, doch sein Lebenswerk wird weiterhin inspirieren und leiten.
Der ORF und seine Zuschauer werden Heinz Nußbaumer nicht vergessen. Seine Stimme mag verstummt sein, doch seine Gedanken und Ideen leben weiter – in den Sendungen, die ihm gewidmet sind, und in den Köpfen und Herzen jener, die ihn kannten und schätzten.