Die Wiener Volkspartei übt scharfe Kritik an der Stadtregierung und deren Wissenschaftspolitik. Während das geplante Quantentechnologiezentrum in Neu Marx grundsätzlich begrüßt wird, bemängeln Stadträtin Kasia Greco und Gemeinderat Michael Gorlitzer fehlende Verlässlichkeit bei der Umsetzung und eine unzureichende Gesamtstrategie für Wien als Forschungsstandort.
Die Wiener Volkspartei übt scharfe Kritik an der Stadtregierung und deren Wissenschaftspolitik. Während das geplante Quantentechnologiezentrum in Neu Marx grundsätzlich begrüßt wird, bemängeln Stadträtin Kasia Greco und Gemeinderat Michael Gorlitzer fehlende Verlässlichkeit bei der Umsetzung und eine unzureichende Gesamtstrategie für Wien als Forschungsstandort.
Stadträtin Kasia Greco verweist auf eine problematische Bilanz der SPÖ-Neos-Stadtregierung bei der Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte. Die Wien Holding Arena wurde 2019 angekündigt, die Fertigstellung ist nun für 2030 geplant. Ähnlich verhält es sich mit dem Fernbusterminal, der ursprünglich für 2025 geplant war, aber frühestens 2029 fertiggestellt werden soll.
"Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch Ergebnisse", betont Greco. Sie stellt die berechtigte Frage, ob der für 2033 geplante Fertigstellungstermin des Quantenzentrums realistisch sei oder lediglich ein "politischer Wunschtermin".
Gemeinderat Michael Gorlitzer, Wissenschaftssprecher der Wiener Volkspartei, kritisiert die budgetären Prioritäten der Stadtregierung. Im Wissenschaftsressort der SPÖ-Neos-Regierung fließen 2026 lediglich rund 6,3 Prozent der verfügbaren Mittel tatsächlich in Wissenschaft und Forschung. "Man kann Wissenschaft nicht dauernd rhetorisch aufwerten und budgetär gleichzeitig kleinhalten", so Gorlitzer.
Die ÖVP fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Wiener Wissenschaftspolitik. "Ein einzelnes Leuchtturmprojekt ersetzt keine umfassende Wissenschaftspolitik", betont Gorlitzer. Wer Wien ernsthaft zur europäischen Innovationsmetropole machen will, brauche eine klare Strategie, klare Prioritäten und eine stabile und nachhaltige Finanzierung.
Greco und Gorlitzer fordern zudem, Förderungen stärker an Ergebnissen auszurichten, die Lücke zwischen Forschung und Markt zu schließen, Verfahren zu beschleunigen und Zeitpläne einzuhalten.
Wien hat kluge Köpfe, gute Universitäten und eine hohe Lebensqualität. Dieses Potenzial entfaltet sich aber nur dann, wenn Projekte nicht jahrelang angekündigt, verschoben und verteuert, sondern tatsächlich umgesetzt werden. Das Quantentechnologiezentrum muss ein echter Aufbruch für den Wissenschaftsstandort Wien sein – und kein weiterer PR-Gag ohne Substanz, so Greco und Gorlitzer gemeinsam.