Am 1. Dezember 2025 stellte die Industriellenvereinigung gemeinsam mit Vertretern der Telekombranche klar: Österreich muss auf die digitale Überholspur wechseln, um seine Breitbandziele bis 2030 zu erreichen. Trotz milliardenschwerer Investitionen sowohl von Unternehmen als auch von der öffentlichen
Am 1. Dezember 2025 stellte die Industriellenvereinigung gemeinsam mit Vertretern der Telekombranche klar: Österreich muss auf die digitale Überholspur wechseln, um seine Breitbandziele bis 2030 zu erreichen. Trotz milliardenschwerer Investitionen sowohl von Unternehmen als auch von der öffentlichen Hand, wird der Netzausbau durch hohe Baukosten, langwierige Genehmigungen und rechtliche Unsicherheiten gebremst. Der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Peter Koren, betont die Dringlichkeit, diese strukturellen Hürden zu überwinden.
Die Telekommunikationsbranche ist ein wesentlicher Motor der österreichischen Wirtschaft. Im Jahr 2024 hat sie eine Bruttowertschöpfung von 11,2 Milliarden Euro generiert, was 2,6 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung Österreichs entspricht. Mit über 75.000 Beschäftigten, mehr als die Einwohnerzahl von Villach, trägt die Branche erheblich zur Wirtschaft bei. IV-Chefökonom Christian Helmenstein hebt hervor, dass die Branche 782 Millionen Euro an Investitionseffekten auslöst, was zeigt, dass noch viel ungenutztes Potenzial vorhanden ist.
Um den digitalen Fortschritt zu beschleunigen, hat die Industriellenvereinigung in Zusammenarbeit mit der IKT-Branche sechs zentrale Handlungsfelder definiert. Dazu gehören die Evaluierung der Breitbandförderung, die Schaffung von mehr Rechtssicherheit, die Konsolidierung der Konsumentenschutzregeln, die Entbürokratisierung, die Umsetzung eines digitalen Tiefbauatlas, eine moderne Frequenzpolitik und verlässliche Regeln für Rechtsschutz und Inhouse-Verkabelung.
Ein digitaler Tiefbauatlas könnte echte Planbarkeit schaffen, Doppelgleisigkeiten vermeiden und erhebliche Kosten sparen. Thomas Arnoldner betont, dass die Nutzung der EU-Option zur Verlängerung von Frequenzen Stabilität bringt und die Investitionskraft der Betreiber stärkt. Dies sind entscheidende Schritte, um den flächendeckenden Ausbau gigabitfähiger Netze zu ermöglichen.
Thomas Kicker weist darauf hin, dass trotz der Verlegung tausender Kilometer Glasfaserkabel nur ein Fünftel tatsächlich in die Haushalte führt. Öffentliche Fördergelder haben ihr Ziel, den Menschen in Österreich, nicht erreicht. Eine Förderung der Nachfrage könnte hier sinnvoll sein. Außerdem ist eine Absicherung der Leitungsrechte notwendig, um die beste Konnektivität in Mehrparteienhäusern zu gewährleisten.
Rudolf Schrefl, CEO von Drei, unterstreicht die Notwendigkeit verlässlicher Regeln. Rückwirkende Klagen und unklare Rechtslagen gefährden die Investitionsbasis der Branche. Klare Verjährungsfristen, vertragliche Rechtssicherheit und digitalisierte Genehmigungsverfahren sind unerlässlich, um den Ausbau nicht auszubremsen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz steht Österreich im digitalen Ausbau vor ähnlichen Herausforderungen. Während Deutschland mit ähnlichen bürokratischen Hürden kämpft, hat die Schweiz durch effizientere Genehmigungsverfahren einen Vorsprung. Dieser Vergleich zeigt, dass Österreich von den Erfahrungen seiner Nachbarn lernen kann, um den digitalen Fortschritt zu beschleunigen.
Der Ausbau der digitalen Infrastruktur hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Schnelleres Internet bedeutet nicht nur bessere Konnektivität, sondern auch neue Möglichkeiten für Homeoffice, Bildung und digitale Dienstleistungen. Ein Beispiel ist die Stadt Wien, die durch gezielte Investitionen in die digitale Infrastruktur ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort erheblich steigern konnte.
Österreich steht vor der Herausforderung, seine digitale Infrastruktur zu modernisieren, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die notwendigen Reformen umzusetzen und die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten. Nur durch die Schaffung eines investitionsfreundlichen Umfelds und die Beseitigung bürokratischer Hürden kann Österreich die digitale Dynamik entwickeln, die es für die kommenden Jahrzehnte benötigt.
Zusammenfassend zeigt sich, dass Österreichs Weg zur digitalen Spitzenklasse von Herausforderungen geprägt ist, die jedoch durch gezielte Maßnahmen und Investitionen bewältigt werden können. Die digitale Infrastruktur ist der Schlüssel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Landes. Es liegt nun an den Entscheidungsträgern, die Weichen für eine erfolgreiche digitale Zukunft zu stellen.
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