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Politik

Österreichs Wälder: Der geheime Schlüssel zur Klimarettung?

1. September 2025 um 11:38
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Am 1. September 2025 veröffentlichte das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft eine aufsehenerregende Pressemitteilung, die die Zukunft der österreichischen Wälder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Österreich, das mit einem Waldan

Am 1. September 2025 veröffentlichte das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft eine aufsehenerregende Pressemitteilung, die die Zukunft der österreichischen Wälder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Österreich, das mit einem Waldanteil von rund 48 Prozent zu den waldreichsten Ländern Europas zählt, sieht sich mit immensen Herausforderungen konfrontiert. Diese Herausforderungen sind nicht nur von nationaler Bedeutung, sondern haben auch weitreichende Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wälder als Alleskönner

Die Bedeutung der Wälder ist unbestritten. Sie schützen uns vor Naturgefahren, binden CO2 aus der Luft und speichern es im Holz, bieten Erholungsraum und sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem stellen sie den nachwachsenden Rohstoff Holz bereit und sichern wichtige Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in Österreich. In einer Pressekonferenz betonten Forstminister Norbert Totschnig, die steirische Landesrätin für Land- und Forstwirtschaft Simone Schmiedtbauer und der Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), Peter Mayer, wie entscheidend eine nachhaltige Waldbewirtschaftung für die Zukunft ist.

Langfristige Waldbewirtschaftung

Forstminister Totschnig hebt hervor: „Der Wald ist ein zentraler Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Unser Ziel muss es sein, den Wald auf die nächsten 100 Jahre vorzubereiten.“ Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen Planung in der Waldbewirtschaftung. Doch was bedeutet das konkret? Die Waldbewirtschaftung umfasst die Pflege, Nutzung und den Schutz der Wälder. Langfristiges Denken ist hierbei unerlässlich, um den Wald der Zukunft zu gestalten.

  • Waldverjüngung: Hierbei handelt es sich um die Erneuerung des Waldes durch natürliche oder künstliche Verjüngung. Ziel ist es, die Wälder an die zukünftigen klimatischen Bedingungen anzupassen.
  • Klimafitte Verjüngung: Diese Generationenaufgabe nutzt Digitalisierung und Forschung, um standortgerechte Baumarten zu fördern. Dadurch sollen die Wälder widerstandsfähig gegen die Herausforderungen des Klimawandels gemacht werden.

Österreichische Waldinventur: Ein Blick in die Vergangenheit

Seit 1961 wird die Österreichische Waldinventur vom BFW durchgeführt. Diese wissenschaftlichen Erhebungen auf über 11.000 Probeflächen ermöglichen es, Rückschlüsse auf die Entwicklung des Waldes zu ziehen. Die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass sich nachhaltige Waldbewirtschaftung auszahlt. Seit 1961 ist die Waldfläche um rund 330.000 Hektar gewachsen, eine Fläche, die größer ist als Vorarlberg und Wien zusammen.

Herausforderungen des Klimawandels

Trotz der positiven Entwicklung steht der Wald aufgrund des Klimawandels vor großen Herausforderungen. Klimabedingte Schadereignisse wie längere Trockenperioden, vermehrter Borkenkäferbefall oder Extremwetterereignisse wie Stürme und Schnee nehmen zu. Diese Belastungen spiegeln sich in den Zahlen wider: Der Schadholzanteil 2024 lag mit rund 11 Millionen m³ um 22,2 Prozent über dem Vorjahr.

Ein weiterer Faktor sind Schäden durch Wildeinfluss. Wildeinfluss bezieht sich auf die Schäden, die Tiere wie Hirsche und Rehe durch das Schälen der Baumrinde und Verbiss von jungen Bäumen verursachen. Der Wildschadensbericht 2024 liefert hierzu konkrete Empfehlungen und zeigt Best-Practice-Beispiele zur Zusammenarbeit von Forst und Jagd.

Waldverjüngung als Antwort

Die Verjüngung der Waldbestände ist eine zentrale Maßnahme zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Waldbestände zwischen 41 und 60 Jahren binden am meisten Kohlenstoff, was sie zu einem entscheidenden Faktor im Kampf gegen den Klimawandel macht. Eine aktive Waldbewirtschaftung, bei der die Baumbestände laufend verjüngt werden, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Strategien für die Zukunft

Der Bund unterstützt Neupflanzungen über den Waldfonds. Seit 2021 wurden rund 26,3 Millionen klimafitte Forstpflanzen mit einem Volumen von 68,9 Millionen Euro gefördert. Auch in den kommenden Jahren stehen dafür Mittel in der Höhe von rund 29 Millionen Euro zur Verfügung. In der Steiermark bietet die dynamische Waldtypisierung Waldbesitzern maßgeschneiderte Empfehlungen, um ihre Wälder optimal auf die künftigen Klimabedingungen vorzubereiten.

Ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Waldverjüngung ist die Begrenzung von Wildschäden. Der Wildschadensbericht 2024 liefert konkrete Empfehlungen und zeigt Beispiele auf. Pilotregionen werden ausgewählt, um optimale Wald-Wild-Verhältnisse zu schaffen, unterstützt durch Begleitmaßnahmen.

Monitoring und Zukunftsausblick

Das professionelle Monitoring im Rahmen der Waldinventur ist die Grundlage für eine vorausschauende Forstpolitik. Nur so können fundierte Entscheidungen getroffen werden, um sicherzustellen, dass der Wald auch in Zukunft seine wichtigen Funktionen erfüllen kann. Die Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern, der Jägerschaft und dem Forstpersonal ist dabei unerlässlich.

Die Zukunft der österreichischen Wälder hängt von der erfolgreichen Umsetzung dieser Strategien ab. Die klimafitte Verjüngung und die Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels sind entscheidend, um die Wälder als wertvolle Ressource zu erhalten. Mit gezielten Maßnahmen und der Unterstützung durch den Bund kann der österreichische Wald auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen.

Schlagworte

#Borkenkäfer#Forstwirtschaft#Klimawandel#Österreich#Waldfonds#Waldinventur#Waldverjüngung

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