Am 17. Dezember 2025 wurde bekannt, dass Österreich im November erneut mehr Strom importieren musste, als es exportieren konnte. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Energiepolitik des Landes und wirft Fragen zur zukünftigen Energieversorgung auf. Trotz einer leichten Steigerung
Am 17. Dezember 2025 wurde bekannt, dass Österreich im November erneut mehr Strom importieren musste, als es exportieren konnte. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Energiepolitik des Landes und wirft Fragen zur zukünftigen Energieversorgung auf. Trotz einer leichten Steigerung der erneuerbaren Energieproduktion bleibt Österreich auf Importe angewiesen, um den Strombedarf zu decken. Diese Situation verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich das Land bei der Umstellung auf erneuerbare Energien gegenübersieht.
Im November 2025 erhöhte sich die erneuerbare Stromerzeugung in Österreich um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Wind- und Wasserkraft trugen zu diesem Anstieg bei. Windkraftanlagen speisten um 5,1 Prozent mehr Strom ein, während die Wasserkraftproduktion um 12,8 Prozent zunahm. Diese Zuwächse sind ein positives Signal für die Energiewende in Österreich. Der Begriff 'Energiewende' beschreibt den Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energiequellen, um die Abhängigkeit von importierten Energieträgern zu reduzieren und die CO2-Emissionen zu verringern.
Während Wind- und Wasserkraft zulegen konnten, verzeichnete die Photovoltaik (PV) einen Rückgang von 4,7 Prozent. Photovoltaik bezeichnet die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen. Die geringere Einspeisung im November könnte auf saisonale Schwankungen zurückzuführen sein, da die Sonneneinstrahlung im Winter naturgemäß abnimmt.
Trotz der Fortschritte bei der erneuerbaren Energieproduktion musste Österreich im November 1.240 GWh Strom importieren. Dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als der Importüberschuss 486 GWh betrug. Die Abhängigkeit von Stromimporten wirft Fragen zur Energieunabhängigkeit auf und verdeutlicht die Notwendigkeit eines verstärkten Ausbaus der erneuerbaren Energien.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich bei der Eigenversorgung mit Strom noch Nachholbedarf hat. Deutschland konnte im gleichen Zeitraum seinen Strombedarf zu einem größeren Anteil durch erneuerbare Energien decken, während die Schweiz durch ihre Wasserkraftwerke traditionell weniger von Importen abhängig ist. Diese Unterschiede unterstreichen die Bedeutung einer gezielten Energiepolitik, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördert.
Die Abhängigkeit von Stromimporten hat direkte Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung. Zum einen könnten die Strompreise aufgrund von Importabhängigkeiten steigen, was besonders Haushalte mit geringem Einkommen belastet. Zudem erhöht sich durch Importe die Anfälligkeit für externe Preisschwankungen und Versorgungssicherheit. Ein weiterer Aspekt ist die Umweltbelastung: Obwohl erneuerbare Energien umweltfreundlicher sind, kann der Import von Strom aus fossilen Quellen die CO2-Bilanz verschlechtern.
Im November 2025 wurden in Österreich 5.403 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz verbraucht, ein Anstieg um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Kosten für Redispatch-Maßnahmen, die notwendig sind, um das Stromnetz stabil zu halten, beliefen sich auf 84,4 Millionen Euro, was eine Steigerung im Vergleich zu 2024 darstellt. Redispatching ist eine Maßnahme zur Stabilisierung des Stromnetzes, bei der Kraftwerke gezielt ein- oder ausgeschaltet werden, um Überlastungen zu vermeiden.
Die Zukunft der österreichischen Energieversorgung hängt maßgeblich von der Fähigkeit ab, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Die Austrian Power Grid AG investiert bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzausbau, um die Infrastruktur an die steigenden Anforderungen der Elektrifizierung anzupassen. Diese Investitionen sind entscheidend, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Österreichs Klimaziele zu erreichen. Die Umsetzung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Dieses Gesetz fördert den Ausbau erneuerbarer Energien durch finanzielle Anreize und regulatorische Erleichterungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreich trotz Fortschritten bei der erneuerbaren Energieproduktion weiterhin auf Importe angewiesen ist. Die Herausforderungen der Energiewende erfordern eine umfassende Strategie, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich Österreich diese Transformation gestalten kann.
Bleiben Sie informiert über die Entwicklungen in der österreichischen Energiepolitik und die Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Austrian Power Grid AG.