Am 28. Januar 2026 wurde in Wien eine wegweisende Diskussion über die Zukunft des österreichischen Rettungswesens angestoßen. Die Zahlen, die bei der Pressekonferenz von Arbeiterkammer, Bundesverband Rettungsdienst und Samariterbund präsentiert wurden, sind eindeutig: Österreichs Rettungswesen benöt
Am 28. Januar 2026 wurde in Wien eine wegweisende Diskussion über die Zukunft des österreichischen Rettungswesens angestoßen. Die Zahlen, die bei der Pressekonferenz von Arbeiterkammer, Bundesverband Rettungsdienst und Samariterbund präsentiert wurden, sind eindeutig: Österreichs Rettungswesen benötigt dringend eine Professionalisierung, um das überlastete Gesundheitssystem zu stabilisieren. Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen, betonte die Notwendigkeit einer Reform und forderte die Regierung auf, endlich zu handeln.
Derzeit dauert die höchste Ausbildungsstufe im österreichischen Rettungsdienst weniger als ein Jahr. Im Vergleich dazu beträgt die Ausbildungsdauer in vielen anderen europäischen Ländern drei Jahre oder mehr. Diese Diskrepanz zeigt sich deutlich in der Effizienz und Qualität der Notfallversorgung. Laut Schallmeiner würde eine bessere Ausbildung der Notfallsanitäter:innen nicht nur die Versorgung der Patient:innen verbessern, sondern auch die Spitäler und Ambulanzen erheblich entlasten.
Historisch gesehen hat sich das Rettungswesen in Österreich aus ehrenamtlichen Strukturen entwickelt. Diese Tradition wird auch heute noch hochgehalten, jedoch zeigen internationale Vergleiche, dass professionelle Strukturen die Effizienz und Sicherheit erheblich steigern können. In Deutschland und der Schweiz sind längere Ausbildungszeiten und spezialisierte Trainings bereits Standard. Diese Länder profitieren von niedrigeren Kosten im Gesundheitswesen und höherer Patientenzufriedenheit.
Die präsentierten Berechnungen zeigen ein mögliches Entlastungspotenzial von über 800 Millionen Euro jährlich. Der Ausbau der Ausbildung würde hingegen nur rund 19 Millionen Euro pro Jahr kosten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Investitionen in die Ausbildung der Notfallsanitäter:innen zu erheblichen Einsparungen im Gesundheitswesen führen könnten. Ralph Schallmeiner kritisiert den aktuellen Stillstand und fordert die Regierung auf, die notwendigen Reformen umzusetzen.
Für die Bürger:innen bedeutet eine Professionalisierung des Rettungswesens nicht nur eine bessere medizinische Versorgung, sondern auch eine höhere Sicherheit im Notfall. Bessere Entscheidungen am Einsatzort könnten unnötige Transporte und die sogenannte Drehtür-Medizin reduzieren, bei der Patient:innen immer wieder ins Krankenhaus zurückkehren müssen. Die Attraktivität des Berufs würde steigen, was langfristig zu mehr qualifiziertem Personal führen könnte.
Die Grünen haben das Thema im Gesundheitsausschuss erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Ein gemeinsames parlamentarisches Signal für ein modernes Sanitäter-Gesetz ist dringend notwendig. Die Weiterentwicklung soll das Ehrenamt nicht verdrängen, sondern unterstützen. Gemischte Teams mit höher qualifizierten Notfallsanitäter:innen könnten Ehrenamtliche entlasten und die Versorgungssicherheit erhöhen. Die Regierung ist nun gefordert, die im Regierungsprogramm angekündigte Novelle umzusetzen.
Die Fakten liegen auf dem Tisch, und die Zeit drängt. Eine umfassende Reform könnte nicht nur das Gesundheitssystem entlasten, sondern auch das Vertrauen der Bürger:innen in die Notfallversorgung stärken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen.
Die Diskussion um das Sanitäter-Gesetz zeigt, dass Österreich vor einer entscheidenden Weichenstellung steht. Die Vorteile einer Reform sind klar erkennbar, sowohl in finanzieller als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Nun liegt es an der Politik, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und die Weichen für ein zukunftsfähiges Rettungswesen zu stellen. Weitere Informationen und Entwicklungen werden in den kommenden Wochen erwartet.