Am 9. Oktober 2025 war es wieder soweit: Die Verleihung der Österreichischen Museumsgütesiegel fand in Wien statt. Eine Veranstaltung, die sowohl für die Museumslandschaft als auch für die Kulturpolitik von großer Bedeutung ist. Warum? Weil das Museumsgütesiegel weit mehr ist als nur ein Titel - es
Am 9. Oktober 2025 war es wieder soweit: Die Verleihung der Österreichischen Museumsgütesiegel fand in Wien statt. Eine Veranstaltung, die sowohl für die Museumslandschaft als auch für die Kulturpolitik von großer Bedeutung ist. Warum? Weil das Museumsgütesiegel weit mehr ist als nur ein Titel - es ist ein Zeichen für Qualität, Engagement und die Einhaltung internationaler Standards.
Das Österreichische Museumsgütesiegel (OEMG) wurde 2002 ins Leben gerufen, um die Qualität der Museumsarbeit zu sichern und zu fördern. Es wird von ICOM Österreich und dem Museumsbund Österreich vergeben und gilt jeweils für fünf Jahre. Museen, die dieses Siegel tragen, verpflichten sich zu innovativer, inklusiver und ethisch fundierter Arbeit. Der ICOM Code of Ethics bildet dabei die Grundlage.
Der ICOM Code of Ethics ist ein international anerkanntes Regelwerk, das die Grundsätze für verantwortungsvolle Museumsarbeit festlegt. Dazu gehören die Bewahrung des kulturellen Erbes, die Förderung von Bildung und das Engagement für die Gesellschaft. Museen sollen nicht nur Ausstellungsorte sein, sondern auch Orte der Begegnung und des Dialogs.
In diesem Jahr konnten 14 Museen neu oder erneut ausgezeichnet werden, während 55 Museen eine Verlängerung erhielten. Insgesamt tragen nun 311 Museen das österreichische Museumsgütesiegel, was etwa 39 % der 797 in Österreich registrierten Museen entspricht. Diese Zahlen verdeutlichen die hohe Qualität und das Engagement der österreichischen Museumslandschaft.
Diese Museen erfüllen nicht nur die hohen Standards des OEMG, sondern tragen auch aktiv zur Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes bei.
Die Vergabe des Gütesiegels erfolgt durch eine unabhängige Jury, die aus Experten verschiedener Bereiche besteht. Diese Ehrenamtlichen bewerten die eingereichten Museen nach strengen Kriterien und unterstützen sie durch Beratungsarbeit. Der Juryvorsitzende Heimo Kaindl betont: „Es ist eine Sache, den Qualitätslevel umfassend guter Museumsarbeit zu erreichen und eine andere, diesen über Jahre zu halten.“
Museen stehen vor der Herausforderung, sich ständig weiterzuentwickeln und auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren. Sie müssen nahbar und dialogbereit sein, um als „dritte Orte“ neben Arbeit und Zuhause zu fungieren. Diese Orte der Begegnung und des Dialogs sind entscheidend für die gesellschaftliche Relevanz der Museen.
Für die Bürger bedeutet das Museumsgütesiegel, dass sie sich auf qualitativ hochwertige Ausstellungen und Programme verlassen können. Museen sind nicht nur Bildungsstätten, sondern auch Orte, an denen gesellschaftliche Haltungen reflektiert und geformt werden. Sie bieten Raum für Innehalten und Reflexion, was in unserer schnelllebigen Zeit von unschätzbarem Wert ist.
Die Zukunft der Museen hängt entscheidend davon ab, wie gut sie mit ihrem Publikum ins Gespräch kommen. Die Digitalisierung bietet hier Chancen, aber auch Herausforderungen. Museen müssen digitale Formate entwickeln, die die analoge Erfahrung ergänzen und bereichern. Gleichzeitig bleibt der physische Besuch im Museum ein unverzichtbares Erlebnis.
Die Verleihung der Museumsgütesiegel 2025 zeigt eindrucksvoll, dass Österreichs Museen auf einem guten Weg sind, diese Herausforderungen zu meistern. Mit Engagement und Innovationskraft tragen sie zur Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes bei und stärken damit die kulturelle Identität des Landes.
Die Verleihung der Österreichischen Museumsgütesiegel ist ein starkes Signal für die Qualität und Relevanz der österreichischen Museumslandschaft. Sie zeigt, dass Museen nicht nur Hüter der Vergangenheit sind, sondern auch aktive Gestalter der Gegenwart und Zukunft. Für die Gesellschaft sind sie unverzichtbare Orte des Lernens, der Begegnung und des Dialogs.
Weitere Informationen zur Verleihung und den ausgezeichneten Museen finden Sie auf der Webseite von ICOM Österreich.