In einer Zeit, in der die digitale Welt zunehmend Einfluss auf die jüngere Generation nimmt, haben die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) und die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich (KPH Wien/NÖ) eine umfassende Fortbildungsoffensive gestartet, um der Radikalis
In einer Zeit, in der die digitale Welt zunehmend Einfluss auf die jüngere Generation nimmt, haben die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) und die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich (KPH Wien/NÖ) eine umfassende Fortbildungsoffensive gestartet, um der Radikalisierung entgegenzuwirken. Diese Initiative, die am 30. Oktober 2025 angekündigt wurde, zielt darauf ab, Lehrkräfte in ganz Österreich zu sensibilisieren und auszubilden, um die Gefahren von Plattformen wie TikTok zu erkennen und zu bekämpfen.
Die zunehmende Nutzung von sozialen Medien durch Jugendliche ist ein zweischneidiges Schwert. Während Plattformen wie TikTok Unterhaltung und kreative Ausdrucksmöglichkeiten bieten, sind sie auch ein Nährboden für extremistische Ideologien. Dr. Nadim Mazarweh, ein Politik- und Islamwissenschaftler, und Ramazan Demir, ein islamischer Religionspädagoge, haben im Rahmen dieser Offensive Hunderte von Pädagogen in sieben Bundesländern geschult, darunter Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und Burgenland.
„Lehrkräfte werden für die zunehmende Radikalisierungsgefahr im digitalen Raum sensibilisiert, um im Unterricht präventiv zu wirken“, erklärt DDr. Ulrike Greiner, Rektorin der KPH Wien/NÖ. Diese Aussage unterstreicht die Wichtigkeit, dass Lehrer nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch als präventive Kräfte gegen Radikalisierung agieren.
Der Unterricht soll nicht nur Wissen übermitteln, sondern auch die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Inhalten fördern. Ramazan Demir hebt hervor, dass viele Erwachsene die digitale Lebenswelt der Jugendlichen kaum kennen, was Extremisten ausnutzen, um ihre Ideologien zu verbreiten.
Der Religionsunterricht spielt eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Radikalisierung. Dr. Nadim Mazarweh betont, dass dieser Unterrichtsraum genutzt werden kann, um Orientierung, Reflexionsfähigkeit und Selbstbestimmung zu fördern. Dies ist besonders wichtig, da Extremisten oft versuchen, Jugendliche durch die Behauptung zu beeinflussen, dass Demokratie und Islam unvereinbar seien.
Der Präsident der IGGÖ, Mag. Ümit Vural, appelliert an die Politik und die Betreiber von Plattformen wie TikTok, extremistische Inhalte umgehend zu entfernen. „Die Plattform trägt Verantwortung dafür, wem sie Reichweite gibt. Wenn Algorithmen gefährliche Ideologien verstärken, ist entschiedenes Gegensteuern gefragt“, so Vural.
Die Offensive betont die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung zwischen Lehrern, Psychologen, Sozialarbeitern und Imamen. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung können Jugendliche effektiv gegen Extremismus gestärkt werden. „Es geht um unsere Kinder, es geht um unser Österreich“, betont Vural.
Radikalisierung ist kein neues Phänomen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Wellen extremistischer Bewegungen, die durch technologische und soziale Veränderungen begünstigt wurden. Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt, dass Österreich nicht allein mit diesem Problem konfrontiert ist. Länder wie Deutschland und Frankreich haben ähnliche Programme gestartet, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.
Für Eltern und Erziehungsberechtigte bedeutet die Fortbildungsoffensive eine zusätzliche Sicherheit, dass ihre Kinder in der Schule nicht nur akademisch, sondern auch sozial und emotional unterstützt werden. Die Schulen werden zu einem Ort, an dem Jugendliche lernen, kritisch zu denken und manipulative Inhalte zu erkennen.
Die Fortbildungsoffensive ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber sie ist nur der Anfang. In Zukunft wird es entscheidend sein, dass solche Initiativen kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich schnell ändernden digitalen Landschaften angepasst werden. Die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, der Politik und der Zivilgesellschaft muss gestärkt werden, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Die Fortbildungsveranstaltungen, die bereits in mehreren Bundesländern stattgefunden haben, werden in den kommenden Tagen in der Steiermark und Tirol fortgesetzt. Die Resonanz auf die bisherigen Veranstaltungen war überwältigend, was die Bedeutung und den Bedarf solcher Initiativen unterstreicht.
Die IGGÖ und die KPH Wien/NÖ haben mit ihrer Fortbildungsoffensive einen bedeutenden Schritt unternommen, um der Radikalisierung in Österreich entgegenzuwirken. Durch die Sensibilisierung und Ausbildung von Lehrkräften wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und Stabilität der Gesellschaft geleistet. Die Zukunft wird zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen sind und welche weiteren Schritte notwendig sein werden, um die Jugend vor extremistischen Einflüssen zu schützen.
Für weitere Informationen zur Fortbildungsoffensive besuchen Sie die offizielle Pressemitteilung.