Am 29. Januar 2026 veröffentlichte die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 eine alarmierende Studie über den Zustand öffentlicher Gebäude in Österreich. Diese zeigt, dass ein Drittel der Bundesgebäude immer noch mit fossilen Brennstoffen beheizt wird. Trotz des Versprechens der Bundesregierung, als
Am 29. Januar 2026 veröffentlichte die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 eine alarmierende Studie über den Zustand öffentlicher Gebäude in Österreich. Diese zeigt, dass ein Drittel der Bundesgebäude immer noch mit fossilen Brennstoffen beheizt wird. Trotz des Versprechens der Bundesregierung, als Vorbild auf dem Weg zur Klimaneutralität voranzugehen, bleibt die Realität weit hinter den Erwartungen zurück. Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Gebäude befinden sich in einem besorgniserregenden Zustand.
Die Studie von GLOBAL 2000 deckt auf, dass nur 5% der öffentlichen Gebäude in Österreich gute Energiestandards erreichen. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Zielen des nationalen Energie- und Klimaplans, der vorsieht, dass alle öffentlichen Gebäude bis 2027 frei von fossiler Energie sein sollen. Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000, betont, dass ohne ernsthafte Bemühungen Österreich dieses Ziel verfehlen wird.
Der Begriff Energieeffizienz beschreibt die Fähigkeit eines Gebäudes, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, um den gleichen Komfort zu bieten. Dies wird oft durch die Energieeffizienzklassen A bis G dargestellt, wobei A die beste und G die schlechteste Klasse ist. Ein Gebäude mit hoher Energieeffizienz spart nicht nur Kosten, sondern reduziert auch den CO2-Ausstoß.
Die Diskussion um die Energieeffizienz von Gebäuden ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren, während der Ölkrise, wurde die Bedeutung von Energieeinsparung erkannt. Seitdem haben viele europäische Länder Maßnahmen ergriffen, um die Energieeffizienz zu verbessern. Deutschland und die Schweiz sind hierbei Vorreiter. In Deutschland gibt es strenge Vorgaben für Neubauten und Sanierungen, während die Schweiz mit dem Minergie-Standard einen national anerkannten Maßstab für energieeffizientes Bauen eingeführt hat.
Im Vergleich dazu hinkt Österreich hinterher. Besonders in Tirol, wo mehr als die Hälfte der öffentlichen Gebäude noch mit fossilen Heizungen betrieben werden, besteht dringender Handlungsbedarf. Kärnten hingegen zeigt, dass ein Ausstieg aus fossilen Energien möglich ist, da fast alle öffentlichen Gebäude hier bereits umgerüstet wurden.
Die mangelnde Sanierung öffentlicher Gebäude hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Schulen und Krankenhäuser, die nicht energieeffizient sind, verursachen höhere Betriebskosten, die letztlich von den Steuerzahlern getragen werden. Zudem tragen sie zur Luftverschmutzung bei, was gesundheitliche Risiken birgt. Ein Beispiel: In Wien wurden mehrere Schulen identifiziert, deren Heizsysteme dringend erneuert werden müssen, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern.
Die Studie von GLOBAL 2000 zeigt, dass mehr als die Hälfte der Gebäudefläche der öffentlichen Hand maximal die Energieeffizienzklasse C erreicht. Dies bedeutet, dass ein Großteil der Gebäude sanierungsbedürftig ist. Besonders die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) steht in der Kritik, da über ein Drittel ihrer Gebäude in einem Zustand ist, der dringend Maßnahmen erfordert.
Die Zukunftsperspektive für Österreichs öffentlichen Gebäudebestand hängt stark von politischen Entscheidungen ab. Die EU fordert, dass jährlich 3% der öffentlichen Gebäudeflächen saniert werden müssen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Bund und Länder ihre Anstrengungen erheblich verstärken. Ein gut sanierter Gebäudebestand könnte nicht nur zur Erreichung der Klimaziele beitragen, sondern auch die regionale Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen.
Die Ergebnisse der Studie sind ein Weckruf für die österreichische Politik. Es ist an der Zeit, die Vorbildfunktion ernst zu nehmen und den Sanierungsstau in Angriff zu nehmen. Die Bürger sind aufgerufen, Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben, damit die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite von GLOBAL 2000.