Am 15. Januar 2026 trafen sich führende Branchenvertreter:innen in Wien zur traditionellen Neujahrs-Pressekonferenz des Handelsverbands. Die Stimmung war angespannt, denn die österreichische Handelsbranche steht vor großen Herausforderungen. Nach sechs Krisenjahren ist es an der Zeit, Bilanz zu zieh
Am 15. Januar 2026 trafen sich führende Branchenvertreter:innen in Wien zur traditionellen Neujahrs-Pressekonferenz des Handelsverbands. Die Stimmung war angespannt, denn die österreichische Handelsbranche steht vor großen Herausforderungen. Nach sechs Krisenjahren ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Eurozone verzeichnete 2025 ein dreimal so starkes Wachstum wie Österreich, während der heimische Handel das dritte Rekordpleitejahr in Folge erlebte.
Der heimische Handel, ein bedeutender Wirtschaftsmotor, verzeichnete 2025 einen Umsatz von 79,8 Milliarden Euro, was einem realen Wachstum von 1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch kämpft die Branche mit einer hohen Insolvenzwelle: 1.208 Firmenpleiten wurden verzeichnet, das sind 23 Insolvenzen pro Woche. Diese Entwicklung wird durch steigende Kosten für Mieten, Personal und Energie sowie durch eine stagnierende Umsatzentwicklung verstärkt.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in puncto Wettbewerbsfähigkeit zurückliegt. Während die Schweiz in internationalen Rankings regelmäßig Spitzenplätze belegt, rutschte Österreich im IMD-Ranking 2025 auf den 26. Platz ab. Besonders die wirtschaftliche Entwicklung und Regierungseffizienz wurden als schwach bewertet.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen des Handels haben direkte Auswirkungen auf die Bürger:innen. Die hohe Inflation, die 2025 in Österreich doppelt so hoch war wie im EU-Durchschnitt, belastet die Kaufkraft. Besonders die gestiegenen Energiekosten treffen die Haushalte hart. Strompreise sind um 59% und Erdgas um 128% gestiegen, was sich negativ auf die Konsumlaune auswirkt.
Der Handelsverband hat klare Forderungen an die Regierung formuliert. Eine zentrale Forderung ist die Halbierung der Bürokratiebelastung bis 2035, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zudem wird eine Reform des Energiemarkts gefordert, um die hohen Energiekosten zu senken. Eine weitere Forderung betrifft die Senkung der Lohnnebenkosten, um den Arbeitsmarkt zu beleben und die Attraktivität von Vollzeitarbeit zu erhöhen.
Die jüngsten Ankündigungen der Regierung geben Anlass zur Hoffnung. Die geplante Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel und die Einführung einer nationalen Paketgebühr für Drittstaatenlieferungen könnten positive Impulse setzen. Dennoch bleibt die Herausforderung, die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nachhaltig zu verbessern und die Innovationskraft zu stärken.
Der österreichische Handel steht an einem Wendepunkt. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob die Branche die Herausforderungen meistern und gestärkt aus der Krise hervorgehen kann. Die politischen Maßnahmen der Regierung sind ein Schritt in die richtige Richtung, doch es bedarf weiterer Anstrengungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Wie wird sich der österreichische Handel entwickeln? Die vollständige Pressemeldung finden Sie hier.