Am 2. Dezember 2025 kündigte Juliane Bogner-Strauß, Gesundheitssprecherin der ÖVP, im Rahmen der Sitzung des Gesundheitsausschusses in Wien eine umfassende Reform des österreichischen Gesundheitssystems an. Diese Reform zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit und Qualität für alle Bürger zu gewäh
Am 2. Dezember 2025 kündigte Juliane Bogner-Strauß, Gesundheitssprecherin der ÖVP, im Rahmen der Sitzung des Gesundheitsausschusses in Wien eine umfassende Reform des österreichischen Gesundheitssystems an. Diese Reform zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit und Qualität für alle Bürger zu gewährleisten. Die geplanten Maßnahmen umfassen die Einführung einer bundesweit einheitlichen Diagnosencodierung, die Weiterentwicklung des elektronischen Eltern-Kind-Passes sowie die Verlängerung der ELGA-Datenspeicherfristen. Diese Schritte sollen das Gesundheitssystem modernisieren und effizienter gestalten.
Die Einführung einer verpflichtenden und bundesweit einheitlichen Diagnosencodierung ist eine der zentralen Maßnahmen der Gesundheitsreform. Diese Codierung basiert auf den ICD-10-Codes der WHO, die weltweit als Standard für die Klassifikation von Diagnosen und medizinischen Leistungen anerkannt sind. Die ICD-10-Codes ermöglichen eine präzisere Zuordnung von Diagnosen, was die Behandlungssicherheit erhöht und die Kommunikation zwischen Gesundheitsdienstleistern erleichtert. Diese Maßnahme tritt ab dem 1. Januar 2026 in Kraft und umfasst auch den ambulanten Bereich, in dem niedergelassene Ärzte, Gruppenpraxen und Ambulatorien verpflichtet sind, eine codierte Diagnosen- und Leistungsdokumentation durchzuführen.
Die ICD-10-Codes wurden erstmals 1992 von der Weltgesundheitsorganisation eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. In Österreich war die Anwendung dieser Codes bisher vor allem auf den stationären Bereich beschränkt. Mit der neuen Gesetzgebung wird nun auch der ambulante Bereich einbezogen, was eine umfassendere Erfassung von Gesundheitsdaten ermöglicht. Diese Entwicklung ist Teil eines globalen Trends zur Standardisierung medizinischer Daten, der in vielen Ländern bereits umgesetzt wurde.
In Deutschland ist die Verwendung der ICD-10-Codes seit Jahren etabliert und wird sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich angewendet. Die Schweiz hat ebenfalls ein ähnliches System implementiert, das die Effizienz und Transparenz im Gesundheitswesen erhöht. Österreich folgt nun diesem Beispiel, um die internationalen Standards zu erfüllen und die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reform ist die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes. Ursprünglich für den 1. Januar 2026 geplant, wurde die Umsetzung aufgrund der Komplexität des Projekts auf den 1. Oktober 2026 verschoben. Dieser digitale Pass soll die Dokumentation von Schwangerschaften und die gesundheitliche Überwachung von Neugeborenen verbessern. Ziel ist es, gesundheitliche und psychosoziale Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienstleistern zu optimieren.
Die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes wird den Zugang zu Gesundheitsinformationen für Eltern erheblich erleichtern. Durch die digitale Erfassung von Gesundheitsdaten können Ärzte schneller und gezielter auf die Bedürfnisse von Mutter und Kind eingehen. Dies ist besonders in ländlichen Gebieten von Vorteil, wo der Zugang zu spezialisierten Gesundheitsdiensten eingeschränkt sein kann.
Die Verlängerung der Speicherfristen für ELGA-Daten von zehn auf dreißig Jahre ist eine weitere bedeutende Änderung. Diese Maßnahme soll die Behandlung von chronischen, seltenen oder komplexen Erkrankungen verbessern, indem langfristige Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung und Behandlung verfügbar bleiben. Die Änderung tritt rückwirkend zum 1. Dezember 2025 in Kraft, wobei die Patienten weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Befunde eigenständig zu löschen.
Die Reform des österreichischen Gesundheitssystems stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer modernen und effizienten Gesundheitsversorgung dar. Die Einführung standardisierter Diagnosencodes und digitaler Gesundheitsdokumentationen wird die Qualität der Versorgung verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienstleistern optimieren. In Zukunft könnten weitere digitale Lösungen entwickelt werden, um die Gesundheitsversorgung noch weiter zu verbessern.
Die geplanten Maßnahmen zur Modernisierung des österreichischen Gesundheitssystems sind ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Die Einführung einer einheitlichen Diagnosencodierung, die Weiterentwicklung des elektronischen Eltern-Kind-Passes und die Verlängerung der ELGA-Datenspeicherfristen sind richtungsweisend für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Diese Reformen werden nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Versorgungssicherheit für alle Österreicher gewährleisten. Bleiben Sie informiert und verfolgen Sie die Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung weiter.