Am 5. Dezember 2025 veröffentlichte die Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) eine alarmierende Studie, die die Auswirkungen der geplanten Netznutzungsentgelte im Rahmen des neuen ElWG beleuchtet. Diese Entgelte, die als Teil des sogenannten „Günstiger-Strom-Gesetzes“ eingeführt werden sollen, könnte
Am 5. Dezember 2025 veröffentlichte die Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) eine alarmierende Studie, die die Auswirkungen der geplanten Netznutzungsentgelte im Rahmen des neuen ElWG beleuchtet. Diese Entgelte, die als Teil des sogenannten „Günstiger-Strom-Gesetzes“ eingeführt werden sollen, könnten weitreichende Folgen für die heimische Energieerzeugung und die Abhängigkeit von Stromimporten haben.
Die Studie der Energieberatung Enervis zeigt, dass die vorgesehenen Einspeisenetzentgelte die Kosten für die heimische Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien erhöhen. Dies führt dazu, dass Importe von Strom aus Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken aus Nachbarländern im Vergleich günstiger werden. Laut Studienautor Thomas Rosenzopf könnte dies eine Verdrängung der österreichischen Erzeugung durch Importe zur Folge haben. Bei Entgelten zwischen 0,5 und 5 Euro/MWh könnten die Importe um bis zu 5 Terawattstunden ansteigen, was zusätzliche Kosten von 290 bis 490 Millionen Euro für österreichische Haushalte und Unternehmen bedeutet.
Österreich hat sich in den letzten Jahrzehnten stark für den Ausbau erneuerbarer Energien eingesetzt. Die Einführung von Netznutzungsentgelten steht jedoch im Widerspruch zu diesen Bemühungen. Historisch gesehen hat Österreich stets versucht, seine Energieunabhängigkeit zu stärken. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, die ähnliche Herausforderungen meistern, zeigt sich, dass Österreichs Ansatz durch die neuen Entgelte ins Wanken geraten könnte. Während Deutschland stark auf Windenergie setzt und die Schweiz auf Wasserkraft, könnte Österreichs Abhängigkeit von Importen zunehmen.
Die Studie betont, dass die höheren Netzentgelte nicht nur die Erzeugungskosten erhöhen, sondern auch die Investitionsbereitschaft in erneuerbare Projekte senken könnten. Für österreichische Haushalte bedeutet dies höhere Strompreise und eine geringere Versorgungssicherheit. Unternehmen, die auf stabile Energiepreise angewiesen sind, könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Ein Beispiel hierfür ist die Industrie, die auf kostengünstige Energie angewiesen ist, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Die Studie liefert detaillierte Zahlen zur erwarteten Entwicklung der Stromimporte und der heimischen Erzeugung. Bei einem Einspeisenetzentgelt von 0,5 Euro/MWh wird ein Rückgang der Erzeugung bei Photovoltaik-Anlagen um 7 Prozent und bei Windkraftanlagen um 9 Prozent prognostiziert. Bei 5 Euro/MWh könnten diese Rückgänge auf 9 bzw. 13 Prozent ansteigen. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der die Politik auf die Herausforderungen reagieren muss.
Experten warnen, dass die Einführung der Entgelte ohne eine europäische Koordination zu Marktverzerrungen führen könnte. Die Studie weist darauf hin, dass die Wertschöpfung zunehmend in Nachbarländer verlagert wird, was langfristig negative Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft haben könnte. Ohne Anpassungen könnte Österreich in eine Abhängigkeit von Stromimporten geraten, die die Energiesicherheit gefährdet.
Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die geplanten Netznutzungsentgelte erhebliche Risiken für die österreichische Energiepolitik bergen. Die Regierung ist gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die heimische Erzeugung zu stärken und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Eine Anpassung der Entgelte und eine stärkere europäische Zusammenarbeit könnten Lösungen bieten. Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite der EEÖ.