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Österreichs Energiepolitik unter Druck: Studie deckt Schwächen auf

5. Dezember 2025 um 06:44
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Am 5. Dezember 2025 veröffentlichte die Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) eine alarmierende Studie, die die Auswirkungen der geplanten Netznutzungsentgelte im Rahmen des neuen ElWG beleuchtet. Diese Entgelte, die als Teil des sogenannten „Günstiger-Strom-Gesetzes“ eingeführt werden sollen, könnte

Am 5. Dezember 2025 veröffentlichte die Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) eine alarmierende Studie, die die Auswirkungen der geplanten Netznutzungsentgelte im Rahmen des neuen ElWG beleuchtet. Diese Entgelte, die als Teil des sogenannten „Günstiger-Strom-Gesetzes“ eingeführt werden sollen, könnten weitreichende Folgen für die heimische Energieerzeugung und die Abhängigkeit von Stromimporten haben.

Die Herausforderungen der österreichischen Energiepolitik

Die Studie der Energieberatung Enervis zeigt, dass die vorgesehenen Einspeisenetzentgelte die Kosten für die heimische Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien erhöhen. Dies führt dazu, dass Importe von Strom aus Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken aus Nachbarländern im Vergleich günstiger werden. Laut Studienautor Thomas Rosenzopf könnte dies eine Verdrängung der österreichischen Erzeugung durch Importe zur Folge haben. Bei Entgelten zwischen 0,5 und 5 Euro/MWh könnten die Importe um bis zu 5 Terawattstunden ansteigen, was zusätzliche Kosten von 290 bis 490 Millionen Euro für österreichische Haushalte und Unternehmen bedeutet.

Fachbegriffe erklärt

  • Netznutzungsentgelte: Gebühren, die für die Nutzung der Stromnetze erhoben werden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Stromkosten und beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Erzeugung.
  • Einspeisenetzentgelte: Spezifische Gebühren, die für die Einspeisung von Strom ins Netz erhoben werden. Diese können je nach Herkunft und Art der Energieerzeugung variieren.

Historische Entwicklung und internationale Vergleiche

Österreich hat sich in den letzten Jahrzehnten stark für den Ausbau erneuerbarer Energien eingesetzt. Die Einführung von Netznutzungsentgelten steht jedoch im Widerspruch zu diesen Bemühungen. Historisch gesehen hat Österreich stets versucht, seine Energieunabhängigkeit zu stärken. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, die ähnliche Herausforderungen meistern, zeigt sich, dass Österreichs Ansatz durch die neuen Entgelte ins Wanken geraten könnte. Während Deutschland stark auf Windenergie setzt und die Schweiz auf Wasserkraft, könnte Österreichs Abhängigkeit von Importen zunehmen.

Konkrete Auswirkungen auf Bürger und Wirtschaft

Die Studie betont, dass die höheren Netzentgelte nicht nur die Erzeugungskosten erhöhen, sondern auch die Investitionsbereitschaft in erneuerbare Projekte senken könnten. Für österreichische Haushalte bedeutet dies höhere Strompreise und eine geringere Versorgungssicherheit. Unternehmen, die auf stabile Energiepreise angewiesen sind, könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Ein Beispiel hierfür ist die Industrie, die auf kostengünstige Energie angewiesen ist, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

Zahlen und Fakten im Detail

Die Studie liefert detaillierte Zahlen zur erwarteten Entwicklung der Stromimporte und der heimischen Erzeugung. Bei einem Einspeisenetzentgelt von 0,5 Euro/MWh wird ein Rückgang der Erzeugung bei Photovoltaik-Anlagen um 7 Prozent und bei Windkraftanlagen um 9 Prozent prognostiziert. Bei 5 Euro/MWh könnten diese Rückgänge auf 9 bzw. 13 Prozent ansteigen. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der die Politik auf die Herausforderungen reagieren muss.

Expertenstimmen und Zukunftsperspektiven

Experten warnen, dass die Einführung der Entgelte ohne eine europäische Koordination zu Marktverzerrungen führen könnte. Die Studie weist darauf hin, dass die Wertschöpfung zunehmend in Nachbarländer verlagert wird, was langfristig negative Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft haben könnte. Ohne Anpassungen könnte Österreich in eine Abhängigkeit von Stromimporten geraten, die die Energiesicherheit gefährdet.

Schlussfolgerung und Handlungsbedarf

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die geplanten Netznutzungsentgelte erhebliche Risiken für die österreichische Energiepolitik bergen. Die Regierung ist gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die heimische Erzeugung zu stärken und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Eine Anpassung der Entgelte und eine stärkere europäische Zusammenarbeit könnten Lösungen bieten. Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite der EEÖ.

Schlagworte

#EEÖ#ElWG#Energiepolitik#Energieunabhängigkeit#Enervis#erneuerbare energien#Netznutzungsentgelte#Österreich#Stromimporte

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