In einer Zeit, in der die Gesundheitsvorsorge weltweit im Fokus steht, rückt der Österreichische Impftag am 17. Jänner 2026 erneut ins Rampenlicht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen, bei denen Infektionskrankheiten wie Masern und Keuchhusten wieder vermehrt auftreten, gewinnt die Veranstaltung a
In einer Zeit, in der die Gesundheitsvorsorge weltweit im Fokus steht, rückt der Österreichische Impftag am 17. Jänner 2026 erneut ins Rampenlicht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen, bei denen Infektionskrankheiten wie Masern und Keuchhusten wieder vermehrt auftreten, gewinnt die Veranstaltung an Bedeutung. Die Medizinische Universität Wien, in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Ärztekammer und anderen Partnern, veranstaltet diesen wichtigen Tag, um das Bewusstsein für Impfungen zu stärken und die Bevölkerung aufzuklären.
Die sinkende Impfakzeptanz in Teilen der Bevölkerung stellt eine ernsthafte Herausforderung dar. Trotz der Erfolge vergangener Impfprogramme, die viele Infektionskrankheiten nahezu ausgerottet haben, zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Immer mehr Menschen stehen Impfungen skeptisch gegenüber. Dies führt dazu, dass Krankheiten, die längst als besiegt galten, wieder vermehrt auftreten. Ein Beispiel dafür sind die Masern, eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch Impfungen nahezu eliminiert werden konnte. Doch durch die sinkende Impfquote sind Masernfälle in Österreich und anderen Ländern wieder auf dem Vormarsch.
Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Impfungen oft fällt, ist die 'Herdenimmunität'. Diese beschreibt den Schutz einer Bevölkerung vor einer Infektionskrankheit, wenn ein großer Teil der Menschen immun ist, entweder durch Impfung oder durch Genesung. Dadurch wird die Ausbreitung der Krankheit stark eingedämmt, was besonders für jene wichtig ist, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Ein weiteres wichtiges Konzept ist die 'Durchimpfungsrate', die den Prozentsatz der geimpften Personen in einer Population beschreibt. Hohe Durchimpfungsraten sind entscheidend, um Herdenimmunität zu erreichen und aufrechtzuerhalten.
Österreich hat eine lange Tradition erfolgreicher Impfprogramme. Bereits in den 1950er Jahren wurden Impfkampagnen gegen Polio und andere Infektionskrankheiten gestartet. Diese Programme führten zu einem drastischen Rückgang der Krankheitsfälle und retteten unzählige Leben. In den letzten Jahrzehnten wurden die Impfprogramme kontinuierlich erweitert und an neue Herausforderungen angepasst. Die Einführung der HPV-Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs und die Pneumokokken-Impfung zur Verhinderung schwerer Lungenentzündungen sind Beispiele für die fortschrittlichen Maßnahmen, die Österreich ergriffen hat.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in einigen Bereichen der Impfpolitik Vorreiter ist, während es in anderen noch Aufholbedarf gibt. Deutschland hat beispielsweise eine Masernimpfpflicht eingeführt, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Die Schweiz setzt verstärkt auf Aufklärungskampagnen, um die Impfbereitschaft zu steigern. Österreich könnte von diesen Ansätzen profitieren, indem es sowohl gesetzliche Maßnahmen als auch Bildungsinitiativen verstärkt.
Die sinkende Impfakzeptanz hat konkrete Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung. So kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Masernausbrüchen in Schulen und Kindergärten, was zu Schulschließungen und Quarantänemaßnahmen führte. Diese Vorfälle verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Impfbereitschaft zu erhöhen, um solche Ausbrüche zu verhindern. Darüber hinaus belasten diese Krankheitsausbrüche das Gesundheitssystem und verursachen erhebliche Kosten.
Statistiken zeigen, dass die Durchimpfungsrate in Österreich in den letzten Jahren leicht gesunken ist. Während im Jahr 2015 noch über 95% der Kinder gegen Masern geimpft waren, lag die Quote 2025 bei nur noch 90%. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da eine Durchimpfungsrate von mindestens 95% erforderlich ist, um Herdenimmunität zu gewährleisten. Experten warnen davor, dass ein weiterer Rückgang der Impfquote zu vermehrten Krankheitsausbrüchen führen könnte.
Um die Impfbereitschaft zu erhöhen, sind umfassende Maßnahmen erforderlich. Experten schlagen vor, verstärkt Aufklärungskampagnen zu starten, um die Bevölkerung über die Vorteile von Impfungen zu informieren. Auch die Einführung von Anreizen, wie zum Beispiel finanzielle Vergünstigungen für geimpfte Personen, könnte die Impfquote steigern. Darüber hinaus sollten Ärzte und Gesundheitseinrichtungen verstärkt geschult werden, um Patienten besser beraten zu können. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen, wie der MedUni Wien und der Österreichischen Ärztekammer, ist entscheidend, um diese Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.
Der Österreichische Impftag 2026 bietet eine wichtige Plattform, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen zu schärfen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist es entscheidend, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um die Impfbereitschaft zu erhöhen und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich die Maßnahmen zur Steigerung der Impfquote sein werden. Es bleibt zu hoffen, dass Österreich weiterhin eine Vorreiterrolle in der Gesundheitsvorsorge einnimmt und die Erfolge vergangener Impfprogramme fortsetzt.
Für weiterführende Informationen besuchen Sie die offizielle Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien.