Am 26. Januar 2026 veröffentlichte der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (PEKABE) eine Pressemitteilung, die die Performance der österreichischen Pensionskassen im Jahr 2025 kritisch beleuchtet. Trotz einer positiven Entwicklung auf den internationalen Kapitalmärkten erzielten die heimisc
Am 26. Januar 2026 veröffentlichte der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (PEKABE) eine Pressemitteilung, die die Performance der österreichischen Pensionskassen im Jahr 2025 kritisch beleuchtet. Trotz einer positiven Entwicklung auf den internationalen Kapitalmärkten erzielten die heimischen Pensionskassen nur eine durchschnittliche Rendite von 4,88 Prozent. Diese Zahl steht im krassen Gegensatz zu den beeindruckenden Zuwächsen anderer internationaler Indizes wie dem DAX mit 23 Prozent und dem S&P 500 mit 16 Prozent. Diese Diskrepanz wirft Fragen zur Effizienz und Strategie der Pensionskassen auf.
Ein Blick auf die internationale Bühne zeigt, dass die österreichischen Pensionskassen seit Jahren hinterherhinken. Während die rumänischen Rentenfonds der zweiten Säule im Jahr 2025 eine durchschnittliche Jahresrendite von 19,2 Prozent erzielten, konnten dänische Pensionskassen Renditen zwischen 8,7 und 12 Prozent verzeichnen. Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Österreich steht.
Historisch gesehen, haben sich die Pensionskassen in Österreich seit ihrer Einführung in den 1990er Jahren als wesentlicher Bestandteil der Altersvorsorge etabliert. Ursprünglich als Ergänzung zur staatlichen Pension gedacht, sollten sie den Lebensstandard im Ruhestand sichern. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sie diesem Anspruch nicht gerecht werden.
Im Vergleich zu den Nachbarländern Deutschland und der Schweiz schneiden die österreichischen Pensionskassen ebenfalls schlechter ab. In Deutschland sind die Pensionsfonds stärker reguliert und bieten oft höhere Renditen. Die Schweiz hingegen hat ein duales System, das sowohl staatliche als auch private Vorsorge umfasst, was zu einer stabileren finanziellen Absicherung führt.
Die schwache Performance der Pensionskassen hat direkte Auswirkungen auf die Leistungsberechtigten. In den letzten fünf Jahren sind die staatlichen Pensionen in Österreich um über 20 Prozent gestiegen, während die Pensionskassenpensionen um etwa 10 Prozent gekürzt wurden. Dies bedeutet, dass eine Pensionskassenpension in diesem Zeitraum mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren hat. Diese Entwicklung trifft insbesondere ältere Menschen und jene, die ausschließlich auf diese Form der Altersvorsorge angewiesen sind.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während die internationalen Märkte boomten, konnten die österreichischen Pensionskassen nicht Schritt halten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits ist die Veranlagungsstrategie oft zu konservativ, andererseits fehlt es an Flexibilität und Innovation. Peter Weller, Vorsitzender von PEKABE, kritisiert die mangelnde Ergebnisverantwortung der Pensionskassen und fordert eine umfassende Reform.
Die österreichische Bundesregierung hat im Dezember 2025 erste Schritte zur Reform der betrieblichen Altersvorsorge angekündigt. Diese Maßnahmen werden als positives Signal gewertet, müssen jedoch schnell zur Reform des Pensionskassengesetzes führen. Eine Anpassung der Veranlagungsstrategie sowie eine bessere Kontrolle sind dringend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der Pensionskassen zu steigern.
Experten sind sich einig, dass ohne tiefgreifende Veränderungen die Pensionskassen weiterhin hinter den internationalen Standards zurückbleiben werden. Eine stärkere Diversifizierung der Anlagen und die Einführung innovativer Produkte könnten helfen, die Renditen zu steigern und die finanzielle Sicherheit der Leistungsberechtigten zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die österreichischen Pensionskassen vor großen Herausforderungen stehen. Die anhaltend schwache Performance und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Leistungsberechtigten erfordern dringende Maßnahmen. Die geplanten Reformen der Regierung sind ein Schritt in die richtige Richtung, doch es bleibt abzuwarten, ob sie die gewünschten Erfolge bringen werden. Die Zukunft der Pensionskassen hängt maßgeblich von ihrer Fähigkeit ab, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und die Bedürfnisse der Leistungsberechtigten zu erfüllen.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die vollständige Pressemitteilung von PEKABE.