Ein Forschungsansatz zur Risikobereitschaft von Glücksspielern könnte auch für Österreich von Interesse sein. Dr. Sebastian O. Schneider vom Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn erhielt am 13. April 2026 den mit 30.000 Euro dotierten Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung.
Dr. Sebastian O. Schneider vom Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn erhielt am 13. April 2026 den mit 30.000 Euro dotierten Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung. Seine im American Economic Review veröffentlichte Studie "Risk Preferences and Field Behavior: The Relevance of Higher-Order Risk Preferences" untersucht die Relevanz höherer Ordnungen von Risikopräferenzen für tatsächliches Entscheidungsverhalten außerhalb des Labors.
Die prämierte Arbeit zeigt, dass neben klassischer Risikoaversion auch höhere Ordnnungen von Risikopräferenzen, wie Prudence und Temperance, signifikant mit realem Feldverhalten korrelieren. Die Studie betont die Bedeutung dieser Präferenzen für die Modellierung von Verbraucherverhalten im Glücksspielkontext und für die Gestaltung von Präventions- und Schutzmaßnahmen.
Die Auszeichnung erfolgte durch den internationalen Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Stiftung Glücksspielforschung (DSGF), einer 2024 gegründeten gemeinnützigen Organisation. Die unabhängige Jury besteht aus Wissenschaftlern von verschiedenen internationalen Institutionen, darunter Harvard Medical School, Brown University, University of Nevada Las Vegas, Universität Kopenhagen und Washington State University.
Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung zeichnet bereits abgeschlossene, unabhängig entstandene wissenschaftliche Arbeiten aus, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Die Stiftung ist als Public-Private-Partnership organisiert und vereint staatliche, kommunale und private Gesellschafter. Sie vergibt unter anderem den Deutschen Innovationspreis Glücksspielforschung (bis zu 200.000 Euro) sowie den Deutschen Nachwuchsforschungspreis (30.000 Euro).
Die Preisverleihung fand im Rahmen des Wissenschaftssymposiums "Aspekte menschlichen Risikoverhaltens" im Literaturhaus München statt. Das interdisziplinäre Symposium vereinte rechtswissenschaftliche, historische, ökonomische und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven. Zu den Referenten gehörten unter anderem Prof. Dr. Peter M. Huber und Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht.
Schneider, Sebastian O. und Matthias Sutter. 2026. "Risk Preferences and Field Behavior: The Relevance of Higher-Order Risk Preferences." American Economic Review, 116 (1): 88-118.