In einer Zeit, in der hybride Bedrohungen und staatlich gesteuerte Desinformationskampagnen die Sicherheit europäischer Demokratien bedrohen, suchten Österreich und Estland den bilateralen Austausch.
Am 18. März 2026 empfing Innenminister Gerhard Karner seinen estnischen Amtskollegen Igor Taro in Wien zu einem Arbeitsgespräch. Im Fokus standen der Kampf gegen Desinformationskampagnen und staatliche Einflussnahmen auf Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Möglichkeiten zur Stärkung der EU-Außengrenzen.
Estland sieht sich gezielten russischen Desinformationskampagnen ausgesetzt. Im Fokus steht vor allem die Stadt Narva mit ca. 50.000 Einwohnern, von denen etwa 90 Prozent Russisch sprechen. Speziell auf Online-Plattformen wird die Gründung einer sogenannten „Volksrepublik Narva“ propagiert.
In der Vergangenheit wurden vermehrt Migrationsströme als politisches Druckmittel missbraucht. Österreich und Estland treten in diesem Fall für robuste Regeln gegen die Instrumentalisierung von Migration und für einen starken EU-Außengrenzschutz ein, den Österreich seit Längerem durch bilaterale Polizeieinsätze sowie Frontex-Missionen unterstützt.