Am 27. Januar 2026, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, richtete das österreichische Bildungsministerium ein bedeutendes Arbeitsgespräch aus. Bildungsminister Christoph Wiederkehr traf sich mit Dani Dayan, dem Vorstandsvorsitzenden der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, um die zukünftige Zus
Am 27. Januar 2026, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, richtete das österreichische Bildungsministerium ein bedeutendes Arbeitsgespräch aus. Bildungsminister Christoph Wiederkehr traf sich mit Dani Dayan, dem Vorstandsvorsitzenden der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, um die zukünftige Zusammenarbeit zu stärken. Diese Partnerschaft ist entscheidend für die Holocaust Education in Österreich, die seit 1999 über 1.000 Lehrkräfte geschult hat.
Die enge Zusammenarbeit mit Yad Vashem ermöglicht es, qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien zu entwickeln, die den Holocaust für kommende Generationen verständlich machen. Diese Materialien sind ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Bildungslandschaft und tragen zur Aufklärung und Sensibilisierung bei. Der Holocaust, ein systematischer Völkermord an den europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs, ist ein zentrales Thema in der Geschichtserziehung.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich die Art und Weise, wie der Holocaust in den Schulen behandelt wird, erheblich verändert. In den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg wurde das Thema oft vermieden oder nur oberflächlich behandelt. Mit der Zeit erkannte man jedoch die Bedeutung einer umfassenden Aufklärung. In den 1990er Jahren begann Österreich, verstärkt auf die Holocaust Education zu setzen, um das Bewusstsein für die Gräueltaten zu schärfen und Antisemitismus entgegenzuwirken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich einen einzigartigen Ansatz entwickelt. Während Deutschland einen starken Fokus auf die Aufarbeitung der eigenen Geschichte legt, hat die Schweiz, die im Krieg neutral blieb, einen anderen Zugang. Österreichs Partnerschaft mit Yad Vashem ist ein Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich, das in dieser Form einzigartig ist.
Die Auswirkungen dieser Bildungsinitiativen sind weitreichend. Schüler in ganz Österreich nehmen an Gedenkveranstaltungen teil und nutzen Programme wie ERINNERN:AT, um eine zeitgemäße Geschichtsvermittlung zu erleben. Diese Veranstaltungen fördern nicht nur das historische Bewusstsein, sondern stärken auch die Demokratie und die lebendige Erinnerungskultur. Ein Beispiel ist das LIKRAT-Programm, das jüdische und nicht-jüdische Jugendliche zusammenbringt, um Vorurteile abzubauen und Freundschaften zu fördern.
Seit 1999 haben über 1.000 österreichische Lehrkräfte an Fortbildungen in Yad Vashem teilgenommen. Diese Zahl unterstreicht das Engagement Österreichs für eine fundierte Holocaust Education. Die geplante Wiederaufnahme der Seminare im Sommer 2027 zeigt die anhaltende Bedeutung dieser Bildungsmaßnahmen.
Für die Zukunft plant das Bildungsministerium, die Zusammenarbeit mit Yad Vashem weiter zu intensivieren. Das israelisch-österreichische Schulaustauschprogramm, das 2026 in die Pilotphase geht, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Es bietet Schülern die Möglichkeit, direkt von den Erfahrungen und Perspektiven ihrer israelischen Partner zu lernen.
Österreich setzt mit seiner Holocaust Education ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für eine lebendige Erinnerungskultur. Die enge Zusammenarbeit mit Yad Vashem und Programme wie LIKRAT und ERINNERN:AT sind dabei von entscheidender Bedeutung. Diese Initiativen tragen nicht nur zur historischen Aufklärung bei, sondern fördern auch den interkulturellen Dialog und den sozialen Zusammenhalt. Wie können wir sicherstellen, dass diese Bemühungen langfristig erfolgreich sind?