Die Alarmglocken schrillen in Österreichs Wasserwirtschaft: Der März 2026 brachte eine dramatische Trockenheit, die bereits jetzt spürbare Auswirkungen auf Grundwasser und Wasserstände zeigt. Mit n...
Die Alarmglocken schrillen in Österreichs Wasserwirtschaft: Der März 2026 brachte eine dramatische Trockenheit, die bereits jetzt spürbare Auswirkungen auf Grundwasser und Wasserstände zeigt. Mit nur 37 Millimetern Niederschlag fiel landesweit etwa die Hälfte der üblichen Regenmenge, während die Temperaturen um 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel lagen. Besonders betroffen sind die Bundesländer Kärnten, Oberösterreich, Steiermark und Salzburg, wo die Trockenheit bereits zu sinkenden Grundwasserständen führt.
Rund 75 % der Pegel wiesen im März niedrige Werte auf, insbesondere im Norden Österreichs. In den vergangenen drei Monaten lag der Niederschlag um rund 19 % unter dem Durchschnitt, im Zwölfmonatsrückblick bei etwa 14 % darunter.
Der Anteil an Messstellen mit niedrigen Grundwasserniveaus stieg bis Ende März auf rund 65 %, nachdem sich die Situation im Februar vorübergehend etwas entspannt hatte.
Trotz Neuschneefällen zum Monatsende entlang der Nordalpen blieben die Schneemengen in den höheren Lagen insgesamt unter dem langjährigen Mittel. Damit steht weiterhin nur ein eingeschränkter Schneespeicher zur Verfügung. Hydrologisch führte die Trockenheit zu deutlich reduzierten Abflüssen. Am Neusiedler See zeigte sich ein saisonal üblicher, jedoch nur schwach ausgeprägter Anstieg des Wasserstands.
Laut aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria ist kurzfristig mit steigenden Temperaturen und vorübergehend trockenerem Wetter zu rechnen. Bis zur Monatsmitte sollten sich durch kühleres, unbeständiges Wetter mit regelmäßigen Niederschlägen eher ausgeglichene Verhältnisse einstellen. In der zweiten Aprilhälfte bleibt es überwiegend zu warm, gleichzeitig werden Niederschläge seltener und trockene Phasen nehmen zu. Anfang Mai wird es voraussichtlich weiterhin deutlich zu warm sein, bei wieder häufigeren Niederschlägen, die auch in der zweiten Maiwoche anhalten dürften.
Vor diesem Hintergrund ist in den kommenden Wochen weder mit einer wesentlichen Verschlechterung, noch mit einer spürbaren Verbesserung der Grundwassersituation zu rechnen. Die derzeit überwiegend niedrigen Niveaus dürften vorerst bestehen bleiben.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Der März war deutlich zu trocken und hat vielerorts zu sinkenden Grundwasserständen geführt. Solche Entwicklungen sind im Jahresverlauf zwar nicht ungewöhnlich, doch die aktuellen Niederschlagsdefizite zeigen klar, dass wir weiterhin aufmerksam bleiben müssen. Besonders die Wintermonate spielen eine zentrale Rolle bei der Auffüllung unserer Wasserspeicher. Als Umweltministerium setzen wir daher auf eine konsequente Beobachtung und ein vorausschauendes Management, um Österreichs Wasserressourcen für die Zukunft zu sichern.“