Am 3. Februar 2026 veröffentlichte die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) ein Weissbuch, das die dringenden Herausforderungen und notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Augengesundheit in Österreich skizziert. Der steigende Bedarf an augenärztlicher Versorgung trifft auf einen dro
Am 3. Februar 2026 veröffentlichte die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) ein Weissbuch, das die dringenden Herausforderungen und notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Augengesundheit in Österreich skizziert. Der steigende Bedarf an augenärztlicher Versorgung trifft auf einen drohenden Mangel an Fachärzt:innen, was eine strategische Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung erfordert.
Österreich sieht sich mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert: Einerseits steigt der Versorgungsbedarf durch demografische Entwicklungen und die Zunahme der Kurzsichtigkeit bei Kindern, andererseits drohen Engpässe bei Personal und Ressourcen. Bereits 2019 wurden in Österreich rund 770.000 Augenuntersuchungen in Spitalsambulanzen sowie etwa 160.000 stationäre Aufenthalte aufgrund von Augenerkrankungen verzeichnet. Diese Zahlen sind seither gestiegen und belasten das Gesundheitssystem erheblich.
Der Begriff Demografie bezieht sich auf die statistische Untersuchung von Bevölkerungen, insbesondere in Bezug auf Größe, Struktur und Verteilung. In der Augenheilkunde spielt die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle, da altersbedingte Augenerkrankungen mit zunehmendem Alter häufiger auftreten.
Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt, ist eine Fehlsichtigkeit, bei der entfernte Objekte unscharf gesehen werden, während nahe Objekte klar wahrgenommen werden. Diese Erkrankung nimmt weltweit zu, insbesondere bei Kindern, was auf veränderte Lebensgewohnheiten wie vermehrte Bildschirmarbeit zurückzuführen ist.
Die Augenheilkunde hat in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte gemacht. In Österreich wurden historische Entwicklungen durch den technologischen Fortschritt und die zunehmende Spezialisierung der Fachärzt:innen geprägt. Die Einführung moderner Diagnoseverfahren wie der optischen Kohärenztomographie (OCT) hat die Früherkennung und Behandlung von Augenerkrankungen revolutioniert.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz steht Österreich vor ähnlichen Herausforderungen in der Augenheilkunde. Während Deutschland bereits Maßnahmen zur Verbesserung der augenärztlichen Versorgung ergriffen hat, wie die Einführung von Telemedizinlösungen, setzt die Schweiz verstärkt auf die Integration von KI-gestützten Diagnosewerkzeugen. Österreich muss diese Entwicklungen berücksichtigen und eigene Strategien entwickeln, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die demografische Entwicklung und der drohende Fachärzt:innenmangel haben direkte Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung. Besonders ältere Menschen sind von altersbedingten Augenerkrankungen betroffen, die unbehandelt zu Sehverlust führen können. Die ÖOG betont die Notwendigkeit frühzeitiger Diagnosen und gezielter Präventionsmaßnahmen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu sichern.
Statistiken zeigen, dass der Anteil der über 65-Jährigen in Österreich bis 2030 auf über 23 % steigen wird. Altersbedingte Augenerkrankungen wie Katarakt und Glaukom sind weit verbreitet. Jährlich werden rund 120.000 Kataraktoperationen durchgeführt, und die Zahl der Glaukom-Betroffenen wird auf rund 90.000 geschätzt. Diese Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf im Bereich der Augenheilkunde.
Die ÖOG formuliert im Weissbuch vier zentrale Anliegen für eine zukunftsfähige Augenversorgung: Prävention, Qualität, Ausbildung und Perspektiven. Eine österreichweite Vorsorgekampagne, die Sicherung der Finanzierung und die Modernisierung der Ausbildung sind entscheidende Schritte, um die augenärztliche Versorgung langfristig zu sichern.
Die ÖOG appelliert an alle Stakeholder, gemeinsam an der Umsetzung des „Right to Sight“ zu arbeiten, um vermeidbare Sehbeeinträchtigungen zu reduzieren und die Lebensqualität der Bevölkerung zu sichern. Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Weissbuch auf der Webseite der ÖOG.