Am 16. Dezember 2025 markierte die Veröffentlichung des EU-Cardiovascular-Health-Plans durch die Europäische Kommission einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) in Europa. Die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) begrüßt diesen Plan als Meilenstein, der
Am 16. Dezember 2025 markierte die Veröffentlichung des EU-Cardiovascular-Health-Plans durch die Europäische Kommission einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) in Europa. Die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) begrüßt diesen Plan als Meilenstein, der nicht nur für die EU, sondern auch für Österreich von großer Bedeutung ist. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Europa und fordern jährlich rund 1,7 Millionen Todesfälle. In Österreich sind sie für etwa 34,3 % aller Todesfälle verantwortlich, was jährlich mehr als 30.000 Menschen betrifft.
Der EU-Cardiovascular-Health-Plan wurde entwickelt, um die kardiovaskuläre Gesundheit in Europa bis 2035 signifikant zu verbessern. Zu den Hauptzielen gehört die Reduktion der vorzeitigen kardiovaskulären Sterblichkeit um 20 %. Dies soll durch die Verringerung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas erreicht werden. Der Plan setzt auf Prävention, Frühdiagnostik und digitale Gesundheit, um gemeinsame europäische Standards zu etablieren.
Prävention ist ein zentraler Bestandteil des Plans. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind oft durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Der Plan fördert Programme zur Aufklärung über gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Frühdiagnostik ist ebenfalls entscheidend, da viele Herzkrankheiten im Frühstadium besser behandelbar sind.
Digitale Gesundheitstechnologien sollen die Diagnostik und Behandlung effizienter machen. Dies umfasst Telemedizin und mobile Gesundheitsanwendungen, die Patienten helfen, ihre Gesundheit besser zu überwachen. Einheitliche Standards in der EU sollen sicherstellen, dass alle Mitgliedstaaten von diesen Innovationen profitieren.
Österreich spielt eine aktive Rolle bei der Umsetzung des EU-Plans. Die ÖKG, unter der Leitung von Prof. Daniel Scherr, war federführend an der Erarbeitung beteiligt. Prof. Scherr betont die Notwendigkeit eines nationalen Cardiovascular Health-Plans, der sich an der europäischen Strategie orientiert. In Österreich sterben alle 15 Minuten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, was dringende Maßnahmen erforderlich macht.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich ähnliche Herausforderungen, jedoch auch spezifische Unterschiede. Während Deutschland bereits umfassende Präventionsprogramme hat, setzt die Schweiz verstärkt auf digitale Gesundheit. Österreich kann von beiden Ansätzen lernen und seine eigenen Strategien entwickeln.
Die Auswirkungen des EU-Plans auf die österreichischen Bürger sind vielschichtig. Durch verbesserte Präventionsmaßnahmen könnten weniger Menschen an Herzkrankheiten erkranken. Dies würde nicht nur die Lebensqualität erhöhen, sondern auch die Gesundheitskosten senken. Ein Beispiel ist die Förderung von Programmen zur Gewichtsreduktion, die das Risiko von Herzkrankheiten erheblich senken können.
Statistiken zeigen, dass in Österreich jährlich über 30.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Diese Zahl könnte durch die Umsetzung des EU-Plans signifikant reduziert werden. Studien prognostizieren, dass die kardiovaskuläre Erkrankungsrate bis 2050 um bis zu 90 % steigen könnte, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.
Die Zukunftsperspektiven sind vielversprechend, wenn der EU-Plan konsequent umgesetzt wird. Österreich hat die Möglichkeit, durch innovative Ansätze in Prävention und Behandlung eine Vorreiterrolle einzunehmen. Prof. Scherr betont, dass der Fokus auf Prävention und Frühdiagnostik die Sterblichkeitsrate erheblich senken könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der EU-Cardiovascular-Health-Plan eine Chance für Österreich bietet, die Gesundheit seiner Bürger nachhaltig zu verbessern. Die ÖKG wird weiterhin den Dialog mit nationalen Entscheidungsträgern fördern, um die Umsetzung des Plans zu unterstützen. Für weiterführende Informationen können interessierte Leser die Pressemitteilung der ÖKG auf OTS einsehen.