Wien/Innsbruck (OTS) - Am 28. Januar 2026 veröffentlichte die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP) eine Pressemitteilung, die in Österreich für Aufsehen sorgt. Die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche erreic
Wien/Innsbruck (OTS) - Am 28. Januar 2026 veröffentlichte die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP) eine Pressemitteilung, die in Österreich für Aufsehen sorgt. Die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche erreicht einen neuen Höhepunkt. Die ÖGKJP fordert einen umfangreichen digitalen Kinder- und Jugendschutz, der in der heutigen digitalen Welt dringlicher denn je scheint.
Die Nutzung sozialer Medien ist in den letzten Jahren exponentiell gestiegen. Studien zeigen, dass die durchschnittliche Smartphone-Nutzungsdauer bei Jugendlichen in Österreich bei etwa 190 Minuten pro Tag liegt. Diese intensive Nutzung steht oft im Zusammenhang mit negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen.
Der Begriff psychische Gesundheit umfasst das emotionale, psychologische und soziale Wohlbefinden einer Person. Eine gute psychische Gesundheit ermöglicht es Menschen, mit den normalen Stressfaktoren des Lebens umzugehen, produktiv zu arbeiten und einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.
Ein weiteres zentrales Thema ist die digitale Medien-Nutzungsstörung. Diese beschreibt ein Verhaltensmuster, bei dem die Nutzung digitaler Medien das tägliche Leben und die Gesundheit negativ beeinflusst. Symptome können unter anderem eine verminderte Kontrolle über die Nutzung, ein anhaltender Gebrauch trotz negativer Konsequenzen und eine zunehmende Vernachlässigung anderer Interessen sein.
Die rasante Entwicklung der digitalen Medien begann in den späten 1990er Jahren mit dem Aufkommen des Internets. In den 2000er Jahren erlebten Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram einen Boom. Diese Plattformen veränderten die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren und Informationen konsumieren. In Österreich, wie auch weltweit, führte dies zu einer immer stärkeren Verlagerung von sozialen Interaktionen in den digitalen Raum.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Diskussion über die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Gesellschaft intensiviert. Während in den Anfangsjahren die positiven Aspekte, wie die globale Vernetzung und der einfache Zugang zu Informationen, im Vordergrund standen, rücken heute vermehrt die negativen Konsequenzen in den Fokus.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in Bezug auf die Regulierung der Mediennutzung bei Jugendlichen ähnliche Herausforderungen hat. In Deutschland gibt es bereits Initiativen, die den digitalen Kinder- und Jugendschutz stärken sollen. In der Schweiz wird ebenfalls über die Einführung strengerer Maßnahmen diskutiert, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen.
Die Auswirkungen der intensiven Nutzung sozialer Medien sind vielfältig. Ein Beispiel ist die Zunahme von Cybermobbing, das bei vielen Jugendlichen zu ernsthaften psychischen Problemen führen kann. Ein weiteres Problem ist die Ablenkung durch soziale Medien, die zu schlechteren schulischen Leistungen führen kann. In Österreich gibt es bereits Initiativen, die Schulen dabei unterstützen, den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu fördern.
Laut einer aktuellen Studie verbringen österreichische Jugendliche durchschnittlich über eineinhalb Monate ihrer Wachzeit pro Jahr am Smartphone. Diese intensive Nutzung hat nicht nur Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, sondern auch auf die körperliche Gesundheit, da sie die Zeit für sportliche Aktivitäten und soziale Interaktionen im realen Leben reduziert.
Die ÖGKJP fordert nicht nur ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren, sondern auch umfassende medienpädagogische Maßnahmen. Diese sollen sicherstellen, dass Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren einen kompetenten und reflektierten Umgang mit sozialen Medien erlernen. In Zukunft könnte dies zu einer gesünderen Nutzung digitaler Medien führen und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verbessern.
Die Diskussion um den digitalen Kinder- und Jugendschutz ist in vollem Gange. Die Forderungen der ÖGKJP unterstreichen die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche vor den negativen Auswirkungen der digitalen Welt zu schützen. Ein wirksamer Schutz kann jedoch nur durch eine Kombination aus Verboten und pädagogischen Maßnahmen erreicht werden.
Wie steht ihr zu einem Social-Media-Verbot für Kinder? Diskutiert mit uns in den Kommentaren und teilt eure Gedanken zu diesem wichtigen Thema!