Gewerkschaft warnt vor Verdrängungseffekten am Arbeitsmarkt und fordert wirksame Kontrollen statt falscher Anreize
Der ÖGB begrüßt neue Maßnahmen zur Älterenbeschäftigung grundsätzlich, sieht im geplanten Pensionsfreibetrag aber eine Gefahr für bestehende ältere Arbeitnehmer.
Die österreichische Bundesregierung hat kürzlich im Ministerrat ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Beschäftigung älterer Menschen beschlossen. Was auf den ersten Blick als positive Initiative erscheint, ruft beim Österreichischen Gewerkschaftsbund jedoch gemischte Reaktionen hervor. Während die Gewerkschaft einzelne Elemente des Pakets begrüßt, übt sie scharfe Kritik am geplanten Pensionsfreibetrag für Zuverdienste.
ÖGB-Bundespensionistenvorsitzende Monika Kemperle zeigt sich erfreut darüber, dass das Thema Älterenbeschäftigung endlich auf der politischen Agenda angekommen ist. Gezielte Informationskampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen seien ein wichtiger erster Schritt, um das Bewusstsein für die Bedeutung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am österreichischen Arbeitsmarkt zu schärfen.
Allerdings greife das Gesamtpaket aus Sicht der Gewerkschaft noch deutlich zu kurz. Die konkrete Ausgestaltung einzelner Maßnahmen werfe mehr Fragen auf, als sie beantworte. Kemperle betont dabei einen zentralen Grundsatz: „Niemand hat etwas dagegen, wenn Menschen, die weiterarbeiten wollen, das auch können – aber das darf nicht auf Kosten der Älterenbeschäftigung gehen."
Im Zentrum der gewerkschaftlichen Kritik steht der geplante Pensionsfreibetrag für Zuverdienste. Dieser soll es Pensionistinnen und Pensionisten ermöglichen, einen Teil ihres Zusatzverdienstes steuerfrei zu behalten. Was als Anreiz für längeres Arbeiten gedacht ist, könnte nach Einschätzung des ÖGB jedoch unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben.
Die Befürchtung der Gewerkschaft: Betriebe könnten verstärkt auf günstig verfügbare Pensionistinnen und Pensionisten in Teilzeit setzen, anstatt die Arbeitszeiten ihrer bestehenden älteren Beschäftigten zu erhöhen. Noch problematischer sei, dass Unternehmen möglicherweise weniger Anreiz hätten, neue Arbeitsplätze speziell für ältere Arbeitssuchende zu schaffen.
„Damit schafft man falsche Anreize